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Radverkehrsprogramm beschlossen

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat am vergangenen Dienstag einstimmig - auch mit unseren Stimmen - bei einer Enthaltung von Bündnis 90/Grüne - das Radverkehrsprogramm beschlossen.

Das ist ein gutes Signal für den Radverkehr in unserer Stadt! Ziel ist es ja, den Radverkehr bis zum Jahr 2030 von heute 12 Prozent auf 17 Prozent zu steigern. Dazu ist es notwendig, das Radnetz auszubauen und die Wegeverbindungen innerhalb der Stadt und ihren Stadtteilen zu verbessern und Lücken zu schließen.

Unsere Anmerkungen und Vorschläge dazu wurden von der Verwaltung in einem geänderten Beschlussvorschlag aufgenommen, wofür wir sehr dankbar sind. Es geht uns nicht um die “Blockade umweltfreundlicher Mobilität in Leinfelden-Echterdingen”, wofür wir gemeinsam mit der CDU laut einem Post in den Sozialen Netzwerken vom Grünen-Stadtverband grundsätzlich stünden, getreu dem Motto “bloß nicht in die Gänge kommen”. Es geht und ging uns immer um den bestmöglichen Weg auf dem Ziel, den Radverkehr zu optimieren. Deshalb haben wir Fragen gestellt und unsere Ideen und Anregungen mit eingebracht. 

In den Zielen des umfangreichen Papiers, das 70 Einzelmaßnahmen auflistet, ist im Vorwort vermerkt, dass die Verbesserung des Radverkehrs immer in Abwägung mit allen anderen Verkehrsarten (Fußverkehr, ÖPNV und motorisierter Individualverkehr) zu sehen und abzuwägen ist. Diese Prüfung ist uns wichtig. Und natürlich auch die Einbeziehung aller Betroffenen, insbesondere der Anlieger an neu einzurichtenden Fahrradstraßen oder neuen Einbahnregelungen. Deshalb ist es so wichtig, dass jede Maßnahme nun in den zuständigen Gremien zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden muss. Damit wird den Betroffenen ein großes Mitspracherecht eingeräumt und Gehör verschafft, wofür wir uns sehr einsetzen. Unser Ziel ist es nicht, den Radverkehr auszubremsen oder zu blockieren, sondern im Einklang mit vielen Belangen aller Verkehrsarten gleichberechtigt zu entwickeln. Wir wissen, dass das bei unseren eng bebauten Innenstädten, die sich historisch entwickelt haben, nicht immer einfach werden wird. 

Aber das Ziel muss sein: Sicherheit für alle Beteiligten. Beispielsweise kann aus unserer Sicht eine schmale Straße, gepflastert, ohne Gehweg, wie die Hinterhofstraße eher schlecht zu einer innerstädtischen Radschnellverbindung erhoben werden. Hier müssen die Interessen der Fußgänger und Anwohner berücksichtigt werden. Auch wenn in Wohngebieten mit hohem Parkdruck wie etwa in der Langwiesenstraße durch das Einrichten einer Fahrradstraße Parkplätze entfallen würden, wäre dies kritisch zu sehen. Wir sind deshalb der Verwaltung ausdrücklich dankbar, dass diese Einwände im geänderten Beschlussantrag Berücksichtigung gefunden haben.

Auch die “Schutzstreifen-Problematik” in Musberg wollen wir nun noch einmal im Technischen Ausschuss besprechen. Nach wie vor sind wir der Überzeugung, dass es sicherer ist, Radwege mit baulicher Trennung zu errichten, als eine Scheinsicherheit für Radfahrer zu erzeugen.

Wir freuen uns  auf den weiteren Gedankenaustausch. Denn die Umsetzung des Radverkehrsprogramms, die auch unserer Fraktion sehr am Herzen liegt, ist ein fortlaufender Prozess, der eine Begleitung über viele Jahre erfordert. Hier stehen wir nicht am Ende, sondern am Anfang! Und wir als Fraktion Freie Wähler/FDP begrüßen dies sehr!