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Artenschutz im Blick

Radweg ins Zabergäu wird verbreitert

Radweg zwischen Lauffen und Hausen

Cosima Kroll

Eidechsen fühlen sich an warmen Orten, wie hier an Weinbergmauern, besonders wohl. Wo keine Weinbergmauern stehen, können sogenannte Eidechsenhotels gebaut werden.

Auf dem Radweg ins Zabergäu erwartet die Radler bereits in Lauffen erste Sehenswürdigkeiten, denn an vielen Orten wird dort des großen Sohnes Friedrich Hölderlin gedacht. Weiter geht es an Weinbergen, den sogenannten Steillagen mit knorrigen alten Reben entlang dem Flüsschen Zaber Richtung Hausen. In Dürrenzimmern stoßen die Radfahrer Richtung Heilbronn auf den Zabergäuradweg. Weiter geht es durch Nordhausen nach Nordheim. Bei Heilbronn-Klingenberg führt die Radtour durch das Naturschutzgebiet „Alt-Neckar“. Dann geht es unmittelbar am Neckar entlang zurück nach Lauffen, wo sich die Ausflügler noch das Burgmuseum in der Grabenburg, die aus dem 11. Jahrhundert stammt, ansehen können.

Artenschutz wird beim Bau berücksichtigt

Zurzeit laufen beim Bau des Radwegs intensive Planungen in Abstimmung mit der Stadt Brackenheim. Dabei werden auch Belange des Artenschutzes berücksichtigt. Denn wie vom Landratsamt vorgeschrieben, wurden bereits im Vorfeld der Planung artenschutzrechtliche Untersuchungen durchgeführt. Es zeigte sich, dass eine lokale Population von Eidechsen von der Baumaßnahme betroffen ist. Als Ersatzmaßnahme werden nun im Zuge der Baumaßnahme neue artgerechte Quartiere für Eidechsen geschaffen. Unter der Mithilfe des Bauhofs und der fachlichen Begleitung des Büros für Umweltplanung Dr. Münzing entstehen auf den angrenzenden Wiesen des Radwegs neue Eidechsenhotels.

Um neue Versteckmöglichkeiten für die Eidechsen zu schaffen, werden verschiedene Materialien, zum Beispiel grobe Steine, kleinere Steine und Sand zu sogenannten „Eidechsenhotels“ gebaut. Sie sollen zukünftig als attraktiver Lebens- und Fortpflanzungsraum für die Reptilien dienen. Wenn dann die Erdwälle bepflanzt und einige Holzstapel versetzt sind, werden sich hoffentlich die Eidechsen mit ihren neuen Behausungen anfreunden und sich dort ansiedeln.

Reptilien im eigenen Garten

Auch Gartenbesitzer können dafür sorgen, dass sich die kleinen Reptilien in ihrem Garten wohlfühlen. Dafür reicht es allerdings nicht, ein paar Steine im Garten aufzuschütten. Um eine Reptilienburg zu bauen, die nicht nur Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten bietet, sondern auch einen frostfreien, trockenen Platz für einen sicheren Winterschlaf, muss man einiges beachten. Zunächst gilt es, die optimale Lage im Garten zu finden, denn schließlich wollen sich die Tiere dort vor allem aufwärmen. Es wird also ein sonniger Standort benötigt. Wenn sich in der Nähe niedrige bis mittelhohe Hecken, einzelne Sträucher oder Kleingehölze befinden, umso besser. Denn so können die Eidechsen Schutz finden und in unmittelbarer Nähe auch auf Nahrungssuche gehen. Optimale Bedingungen herrschen, wenn sich in der Umgebung der Reptilienburg eine ungemähte Wildblumenwiese befindet.

Eidechsenburg selbst bauen

Für die Reptilienburg selbst wird auf einer Fläche von ungefähr 1,5 x 1,5 m ein Loch von ca. 60 bis 80 cm Tiefe ausgegraben. Nun wird das Loch bis zu einer Höhe von ca. 60 cm über der Erdoberfläche mit Steinen befüllt. Diese Steine sollten einen Durchmesser von 20 bis 30 cm haben. Wenn die Steine kleiner sind, werden die Schlupflöcher für die Eidechsen zu klein. Vermischt werden können die Steine auch mit dicken Ästen, Baumstrünken oder großen Holzscheiten sowie etwas Laub. Der Steinhaufen wird anschließend mit kleineren Steinen, die einen Durchmesser von 10 bis 20 cm haben auf eine Höhe von ungefähr 1 m vergrößert. Mit der ausgegrabenen Erde wird der Steinhaufen bedeckt und anschließend bepflanzt. Wichtig ist auch eine Sandfläche auf der Südseite des Haufens, damit dort die Eidechsen ihre Eier ablegen können.