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Lange Kriminacht in der Stadtbibliothek

Tödliche Schokoladenträume und engagierte Bestatterinnen

Die Krimi-Grazien Simone Ehrhardt und Ingrid Reidel

df

Die Krimi-Grazien Simone Ehrhardt und Ingrid Reidel lasen skurrile Krimi-Kurzgeschichten.

Das hätte Mira mal besser sein lassen – denn das Verspeisen der Riesen-Mozartkugel aus dem Schokoladenvorrat der besten Freundin schickt sich auch für Mitglieder des „Chocolate Lovers Club“ nicht. Wenn wundert es da noch, dass Mira in „Death by chocolate“ wohlverdient ein kurioses Ableben in einer Schokoladenfabrik erleidet.
Skurrile Krimikurzgeschichten sind die Spezialität der Krimigrazien Ingrid Reidel und Simone Ehrhardt. Stilecht gekleidet und begleitet von Volker Nau an der Drehorgel gaben beide anlässlich der langen Kriminacht unter dem Titel „Mit einem Wort - Mord“ in der Stadtbibliothek einige ihrer Werke zum Besten. Ihre Geschichten sorgten für allerlei Erheiterung im sehr gut gefüllten Lesungssaal. So etwa Reidels Geschichte über Bestattungsunternehmerin Eleonore Sonnenschein, die frei nach dem Motto „Kommt der Kunde nicht zu uns, dann kommen wir zum Kunden“ selbst für Klienten-Nachschub sorgt oder Ehrhardts „Jägerlatein“, bei der ein Jäger mutmaßlich einen anderen Weidmann erschießt und fachmännisch entsorgt, bevor er feststellt, dass er doch nicht schuld am Tod des Jagdkollegen ist.

Stille Sünden

Auf die Betrachtung der psychologischen Komponente von Täter und Opfer legt hingegen die Weinheimer Krimiautorin Silke Ziegler ihr besonderes Augenmerk. Im Rahmen der Lesenacht las die zweifache Mutter aus ihrem mittlerweile siebten veröffentlichten Kriminalroman „Stille Sünden“, in dem ihre Kommissarin Sina Engel gleich zwei mysteriöse Fälle aufklären muss. Der elfjährige Fabian ist verschwunden und vor einer Weinheimer Flüchtlingsunterkunft wird ein Mann erschossen. Sein Mörder entkommt unerkannt. Das Geheimnis ob beide Fälle etwas miteinander zu tun haben, wurde selbstverständlich im Rahmen der Lesung nicht verraten.
Im anschließenden Gespräch erzählte Silke Ziegler, dass sie während eines Frankreichbesuches die Idee zum Schreiben ihre ersten Buches hatte und wie sie ihre Bücher strukturiert. „Es beginnt meist mit einer kleinen Idee, die in meinem Kopf pocht und immer größer wird. Aber wenn ich anfange zu schreiben, dann steht die ganze Geschichte vom Anfang bis zum Ende“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Während die ersten Bücher in Südfrankreich spielten, enthält der neue Fall von Sina Engel vor allem viel Lokalkolorit.

Mörderische Aussicht

Eher kurios kam Ingrid Reidel zum Krimischreiben. Nach dem Tod ihrer 96 Jahre alten Großmutter musste deren Haus ausgeräumt werden. In einem Karton fand die in Oberflockenbach aufgewachsene Krimi-Grazie neben unzähligen Puppenköpfen auch die Urne ihrer Tante, die ihre Großmutter im Kleiderschrank zwischengelagert hatte. Wie könnte es anders sein: Die Überreste der Tante landeten versehentlich auf dem Boden und mussten zusammengekehrt werden.
Eine schräge Erfahrung, die Reidels Schreibstil wohl nachhaltig geprägt hat. Denn skurril ist auch ihre prämierte Kurzgeschichte „Schöne Aussicht“, die Reidel an diesem Abend noch einmal solo zum Besten gab. Die Geschichte in Form von Tagebucheinträgen dokumentiert seltsame Todesfälle in einem Haus, das von den Nachbarn liebevoll „Bates Motel“ genannt wird.
Passend zum Krimivergnügen präsentierte die Stadtbibliothek ein eigens von den Mitarbeitern liebevoll gerichtetes Buffet. Vorsicht war allerdings bei den schokoladigen Kuchen-
träumen geboten. Passend zum Thema „Death by chocolate“ sollte ein Stück vergiftet gewesen sein - hinderte das Publikum allerdings nicht daran, in den Pausen ordentlich zuzugreifen.

 

Volker Nau begleitete an der Drehorgel.

df

Volker Nau begleitete die lesenden Krimidamen an der Drehorgel.