Merken

Neckarelz-Diedesheimer „Kerwe“

Traditionsfest bekam an den Abenden viel Zulauf

Frank Heuß

V.l.: Michael Haag, Brigitte Valinski, Irmgard Vehlow, Walter Posert, Volker Wesch, Frank Heuß (alle Stadträte), Roland Brandt (Brauerei Distelhäuser), Leo Johmann (Heimatverein), Ulrich Halder (PiranHAs) und Rainer Lenz (MGV Neckarperle).

Das Kirchweihfest hat in Neckarelz lange Tradition und lässt sich bis zu einer mittelalterlichen Dorfordnung aus dem Jahre 1572 zurückverfolgen. Heute ist es die gemeinsame, dreitägige „Kerwe“ der Mosbacher Stadtteile Neckarelz und Diedesheim, die schon zum Start am späten Samstagnachmittag bei bestem Sommerwetter viele Gäste in den Ortskern lockte.

Nachdem der Chor des MGV „Neckarperle“ unter der Leitung von Dirigent Rupert Laible mit einem Lied auf den „Gerstensaft“ für die passende Stimmung gesorgt hat, zeigte sich der stellvertretende Heimatvereinsvorsitzende Leo Richard Johmann erfreut über das Sommerwetter. Begrüßen konnte er bereits beim Auftakt zahlreiche Gäste am Stand der kürzlich in die Landesliga aufgestiegenen und mithin im Feiern erprobten „PiranHAs“-Handballer. Lobend hob Johmann verbunden mit einigen Ausführungen zum geschichtlichen Hintergrund des Festes die Zusammenarbeit von Gewerbetreibenden über Vereine bis hin zu Privatpersonen hervor. Besonderen Dank richtete er an die ehrenamtlichen Helfer um den organisatorischen Koordinator Martin Bell.

Fassanstich

Stadtrat Volker Wesch knüpfte als Stellvertreter des Oberbürgermeisters gerne daran an: Es sei ein „schöner Brauch“, der einheimische wie auswärtige Bevölkerung anspreche. Sein Dank galt allen Mitwirkenden sowie dem Vorstand des Heimatvereins. Vom Gesang des Chores der „Neckarperle“ motiviert, ging es zügig zum Fassanstich. Mit wenigen Schlägen brachte Wesch, dem PiranHAs-Vorsitzender Ulrich Halder und Roland Brandt von der das Eröffnungsbier spendenden Brauerei Distelhäuser assistierten, zum Fließen. Mit dem Ausruf „O’zapft is!“ gingen die ersten Gläser zügig an die zahlreich gekommenen Stadträte und Vereinsvertreter.

Großer Flohmarkt

So begannen schwungvoll die drei Festtage auf einer Festmeile vom Neckarelzer Marktplatz das Unterdorf hinunter bis auf Höhe des Bildungshauses. Ob der Außentemperaturen kamen die meisten Besucher an den Abenden. Der Sonntag startete mit einem ökumenischen Kirchweih-Gottesdienst, bei dem der evangelische Posaunenchor Neckarelz-Diedesheim mitwirkte. Alexander Räbigers Flohmarkt rund um den Messplatz, der einer der größten Trödelmärkte im Neckar-Odenwald-Kreis sein dürfte, gehörte ebenfalls zum gewohnten Rahmen.

Vor allem für Familien boten sich einige Attraktionen: Selbst wenn wegen der hochsommerlichen Temperaturen die Alpakas diesmal fehlten, sorgte doch das Kinderkarussell für leuchtende Kinderaugen. Bei dem einen oder anderen Büdchen gab es die Süßigkeiten zu kaufen, welche ein Stück „Kirmes“ hinzufügten. Live-Musik spielte an allen Festtagen im Zelt des Mosbacher Brauhauses.
Eine Cocktail-Party unter dem Titel „After 8“ bei den Handballern rundete das Paket am Samstagabend ab.

Ein gewisser Synergieeffekt ergab sich zudem durch das Open-Air-Kino des „Mosbacher Sommers“ im nahe gelegenen Burggraben, das an den Abenden mit Filmunterhaltung aufwartete. Am Kerwe-Montag boten sich für die Belegschaften von Betrieben und Behörden die Mittagstische an.