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Schloss Favorite Rastatt

Vitrinen in der Favorite werden gereinigt

Schloss Favorite in Rastatt

Schlossverwaltung / ssg-Pressebild

Im Schloss Favorite werden die Vitrinen gereinigt.

In Schloss Favorite Rastatt werden derzeit 80 Glasvitrinen in den Sammlungsbereichen von innen gereinigt. Das Team der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg arbeitet im ungeheizten Schloss – bei den aktuellen Temperaturen eine logistische und klimatische Herausforderung.

Reinigungsarbeiten im Winter

Im Winter ist immer die Zeit, in der in Schloss Favorite geräumt, geordnet und geputzt wird. Im Schloss vor den Toren von Rastatt mit seinen vielfältigen Sammlungen aus dem 18. Jahrhundert und der hochkarätigen Ausstattung aus der Zeit von Schlosserbauerin Markgräfin Sibylla Augusta endet im November die Besuchssaison; erst um Ostern öffnen sich die Tore wieder. Das gilt in normalen Jahren und ebenso in diesem Winter, der von den Schließungen wegen der Corona-Pandemie geprägt ist. Aktuell heißt das Arbeitsprogramm in der Favorite: Die Vitrinen werden gesäubert.

Kostbarkeiten aus der Sammlung der Markgräfin

Die eleganten und ästhetisch zurückgenommenen Glaskästen schützen die kostbaren Stücke aus Glas, Porzellan, Steinzeug und Fayence. Der überwiegende Teil der Sammlung stammt von Markgräfin Sibylla Augusta. Die Witwe des legendären Türkenlouis, Markgraf Ludwig Wilhelm, war es, die ab 1710 die Favorite errichtete – ausdrücklich als Ort, an dem sie ihre Kostbarkeiten aufstellen und zeigen wollte. Vom Niveau ihrer Sammlung zeugt heute noch der überwältigende Reichtum, der sich in der Favorite erhalten hat.

Ein Team bei der Arbeit

Die Vitrinen in der Favorite zu reinigen ist eine umfangreichere Aufgabe – und es braucht dafür Fachpersonal. Magda Ritter, die Leiterin der Schlossverwaltung Rastatt, hat zwei, an manchen Tagen auch drei Personen aus ihrem Schlossteam im Einsatz; dazu kommt noch ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma. Um die kostbaren Stücke aus den Vitrinen zu bewegen, steht als Fachmann und Spezialist ein Restaurator der Staatlichen Schlösser und Gärten bereit. Begonnen haben die Arbeiten in der letzten Woche – das eingespielte Team wird voraussichtlich noch gut eine Woche beschäftigt sein.

Komplexe Aufgabe Vitrinenreinigung

Insgesamt 80 Vitrinen stehen auf dem Programm. „Wie lange unsere Leute an den Vitrinen der Schausammlung arbeiten, hängt von mehreren Faktoren ab“, erklärt Magda Ritter. Manche Vitrinen bergen eine Vielzahl kleiner Stücke – und jedes der fragilen Originale, mindestens 300 Jahre alt, muss einzeln transportiert und gesichert werden. Wenn eine Vitrine geöffnet ist, entnimmt der Restaurator die Objekte und bringt sie an einen sicheren Ort. Als erstes werden die Glastüren der Vitrinen von den Silikonresten der Dichtungen befreit und gereinigt. Anschließend werden die Inneneinrichtungen ausgebaut und gereinigt, etwa die gläsernen Tablare, auf denen die Schätze präsentiert werden. Je nach Vitrine gibt es weitere kleinere bewegliche Einbauten. Danach müssen mit speziellen Glassaugern die großen und zum Teil schweren Innenbauten herausgetragen werden. Erst, wenn alle Einbauten entfernt sind, kann mit der Innenreinigung begonnen werden.

Der Winter spielt eine wichtige Rolle

„Die Beläge, die sich im Laufe der Jahre auf den Glasscheiben abgesetzt haben, sind schwer zu entfernen. Und die eiskalten Scheiben wieder zu trocknen und sauber zu polieren, gestaltet sich bei den derzeitigen Temperaturen ebenfalls schwierig.“ Magda Ritter ist auch für ihr Team verantwortlich: Sie muss die aktuelle winterliche Wetterlage mit bedenken. Schloss Favorite ist nicht geheizt. Wie kalt ist es in den Räumen? „Derzeit um die 2 Grad“, sagt Magda Ritter. „Aber mit mobilen Heizgeräten erreichen wir ganz vorsichtig 8 Grad plus.“ Das Team ist mit der Arbeit in den winterlich kalten Räumen durchaus vertraut – und alle haben ihre Techniken, sich warmzuhalten, mit Ski-Unterwäsche und mehreren Schichten warmer Kleidung. „Aber man kann natürlich nur eine begrenzte Zahl von Stunden bei diesen Temperaturen arbeiten“, erläutert Magda Ritter.

 

Arbeiten unter Coronaauflagen

Die Vitrinen-Reinigung stand schon eine Weile auf dem Arbeitsplan der Schlossverwaltung, wurde aber wegen der vollen Terminkalender der Fachleute immer wieder verschoben. Die letzte Gesamtreinigung fand vor zehn Jahren statt. Aktuell müssen wegen der Corona-Pandemie die Hygienevorschriften eingehalten werden. Das macht die Abläufe ein bisschen komplizierter und die Reinigung aller 80 Vitrinen dauert ein bisschen länger. „Aber wir kommen gut voran!“, bekräftigt Magda Ritter.