Standort wählen

Ihr Standort

Wir haben folgende Stadt für Sie erkannt:

Bestätigen

Wir konnten Ihren Standort leider nicht bestimmen. Für die Ausspielung regionalisierter Inhalte ist die Angabe eines Standorts notwendig.
Bitte geben Sie Ihren Standort in das Suchfeld ein. Mit dem Klicken des Bestätigen-Buttons wird der Standort übernommen.

Webcode verwenden

Was ist ein Webcode?

Die Webcode-Funktion ermöglicht eine direkte Weiterleitung zu Inhalten auf lokalmatador.
Über die Eingabe des jeweiligen Webcodes (z.B. ausflug-42) in das Suchfeld und Klicken des Pfeil-Buttons werden Sie auf den entsprechenden Inhalt weitergeleitet.

Fußballer Lukas Rupp an der DBS

Von Licht und Schatten im Fußball-Zirkus

TSG-Fußballspieler Lukus Rupp beim Besuch in „seiner“ Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

ric

TSG-Fußballspieler Lukus Rupp beim Besuch in „seiner“ Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

Dort stellte er sich den Fragen einiger Schüler. Dabei gab der Vollblut-Kicker erstaunlich offen seine Einsichten zur glitzernden Traumfabrik Fußball preis.
Lukas Rupp gilt als intelligenter Spieler, der trotz eines Lebens im goldenen Käfig eines Fußballprofis die Bodenhaftung nicht verloren hat. Nun hat er interessante Einblicke in eine zunehmend irreale Branche gegeben, die sich zwischen Euphorie und Nachdenklichkeit bewegt. Die Tage eines Fußballprofis sind streng getaktet. Aufstehen, Frühstücken, Training, Mittagsruhe dann nochmal Training und ab ins Bett. „Am Ende eines Tages bin ich so platt, da geht dann nicht mehr viel“, beschreibt Rupp den Alltag als Spitzensportler. Dazu auf die Ernährung achten: kein Zucker, kein Alkohol, kaum Kohlenhydrate. Der Körper als Kapitalanlage, dazu ein funktionierender Kopf der mit den vielfältigen Einflüssen, mit denen man sich als Profi konfrontiert sieht, umgehen muss, all das sind die Erfahrungen, die auch Lukas Rupp macht. Und dazu gibt es die schönen und weniger schönen Seiten.

Gnadenloses Geschäft

Auf der einen Seite ist das die immense Konkurrenz unter den Teamkameraden. Auf der Hatz nach Einsätzen und Auflaufprämien schenken sich die Mitspieler nichts. „In Gladbach war das Gerangel um die Kaderplätze dermaßen hoch, da hat mich niemand an die Hand genommen und mir erklärt wie das Business funktioniert“, erinnert sich Rupp an seine Zeit beim Traditionsverein. Es wird klar: Das Fußballgeschäft ist ein Kampf, das ewige Mantra „Elf Freunde müsst ihr sein“, wirkt mittlerweile unglaubwürdiger denn je. Doch auch die Sonnenseiten des Geschäfts verdeutlicht Lukas Rupp sehr anschaulich. Das waren und sind etwa die Fans in Gladbach oder Stuttgart, die einen Spieler mit Adrenalin vollpumpen, oder das Gefühl vor 70.000 Menschen ein Tor zu schießen. Als emotionalstes Match seines Lebens bezeichnet der Fußballprofi die Europapokal-Partie mit Gladbach in Marseille. Durch einen von ihm aufgelegten Treffer in der Nachspielzeit zog sein Team eine Runde weiter, während die Südfranzosen raus waren. „Unsere 15.000 Fans im Gästeblock sind schier ausgerastet“, erinnert sich Lukas Rupp mit leuchtenden Augen. Insgesamt erinnert er sich gerne an die Zeit, die für ihn auch Trainer und Mitspieler auzeichneten.

Lieblingstrainer Schmidt

„Mit Marco Reus zusammenzuspielen war schon beeindruckend, der beste Spieler der an meiner Seite war“, erzählt der Mittelfeld-Techniker über den deutschen WM-Teilnehmer und ehemaligen Vereinskollegen in Gladbach. „Dazu Juan Arango, der zwar alt und faul war, aber Sachen mit seinem linken Fuß drauf hatte, die man so heute nicht mehr sieht“, fügt er lachend hinzu. Sein Lieblingstrainer in seiner bisherigen Karriere war Roger Schmidt, unter dem er in Paderborn trainierte. „Roger ist nicht nur fachlich ein Ass, sondern vor allem eine der wenigen Personen im Fußball, die Menschlichkeit gelebt haben“, schwärmt Lukas. „Ich glaube es gibt keinen Spieler der über Roger ein schlechtes Wort sagen würde“, ist sich der Hoffenheimer Profi sicher.

Der Weg zum Profi

Dann erzählt er den Schülern von seinem beschwerlichen Weg ins Profigeschäft. Von der TSG Weinheim über den KSC landete er schließlich in Gladbach in der ersten Liga. Es folgten Stationen in Paderborn, Stuttgart und nun Hoffenheim, wo Spiele in der Champions-League locken. „Ich bin als Kind fußballerisch nicht groß aufgefallen“, erklärt er. „Der Star in unserer Mannschaft war Rene Knapp, der ist zum Waldhof gewechselt.“ Rupp weiß: Zum Fußballprofi schaffen es trotz großem Talent nur die allerwenigsten. In seiner Karlsruher Jugendzeit hat Lukas Rupp mit vielen Gleichaltrigen unter Profibedingungen trainiert. In der Beletage des deutschen Fußballs ist aber außer ihm nur noch Matthias Zimmermann angekommen, der beim Erstliga-Rückkehrer Fortuna Düsseldorf kickt.

Fan-Enttäuschung

Gegen Ende seines Besuchs kommt Rupp auf den VfB Stuttgart zu sprechen. Die Stadt und der Verein haben es ihm eigentlich angetan, er könnte es sich vorstellen nochmals dort zu spielen, sagt er. Auf der anderen Seite wird es damit wohl schwierig werden, da die Stuttgarter Fans ihm seinen Abgang zum Rivalen Hoffenheim übelgenommen haben. Als Rupp sich ausgerechnet beim Spiel in Stuttgart das Kreuzband riss, wurde er von den VfB-Fans verhöhnt. Eine Erfahrung, die immer noch an ihm nagt. „Sollte ich gegen den VfB ein Tor schießen würde ich auf jeden Fall jubeln“, sagt Rupp entschlossen. Zum Abschluss wird er von einer Gruppe von Schülern gefragt, für wen er beim Badischen Pokalknaller zwischen der TSG aus Lützelsachsen und Weinheim hält. „Für Lützelsachsen, da spielen meine alten Freunde“, antwortet der Star, woraufhin heftiger Jubel aufbrandet. Kein Wunder, spielen die jugendlichen Fragesteller doch bei Lützelsachsen.