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Neubau des Schulzentrums West

Weinheims größte Baustelle kommt voran

Das größte Bauprojekt Weinheims - das Schulzentrum West - nimmt sichtlich Form an.

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Das größte Bauprojekt Weinheims nimmt sichtlich Form an.

Auf dem 18.450 Quadratmeter großen Grundstück an der Breslauer Straße schreiten die Bauarbeiten voran. Neben Vertretern des Amts für Immobilienwirtschaft und Bildung waren auch Oberbürgermeister Manuel Just, Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und die beiden Schulleiterinnen des künftigen Schulzentrums dabei.
Gleich zu Beginn drückte Thomas Baier von der Hochbauabteilung der Stadt den Besuchern kleine Einmachgläser in die Hand mit Proben des Tons und der insgesamt vier Meter dicken, abgetragenen Schicht Torf. Der Erdaushub beläuft sich auf 6.000 Kubikmeter und türmt sich derzeit zu einem riesigen Berg im hinteren Bereich der Baustelle. Da die Entsorgung teuer und kompliziert geworden wäre, wird der Aushub später zur Modellierung des Geländes verwendet. „Natürlich barrierefrei und ohne die Sicht zu behindern“, versicherte Thomas Baier. Seit fast einem halben Jahr rollen auf der Baustelle die Bagger auf dem extra dafür befestigten Untergrund, unzählige Bauarbeiter von mehr als 20 Firmen setzen das 25,2 Mio. Euro teure Projekt um.

Ökologisches Heizsystem geplant

Ende November letzten Jahres hatten die Rückbauarbeiten begonnen. Das Rolf-Engelbrecht-Haus wurde zum Teil abgerissen und der Rest des Gebäudes wird sicherheitshalber bis zum Ende der Arbeiten gestützt. Das Treppenhaus zum Zugang ins Untergeschoss soll bereits zum Ende der Sommerpause wiederhergestellt sein. Direkt daneben wurden die Bohrarbeiten für die Pfahlgründung und die Spundwand zur Sicherung der Baugrube für die dort entstehende Sporthalle bereits abgeschlossen. Unterirdisch zur Sporthalle, die man beliebig in drei Abschnitte teilen können soll, entstehen die Umkleiden und Duschen, sowie die Technikzentrale. Auch die Heizung wird hier ihren Platz finden. Die Pelletheizung ist so konzipiert, dass man auch das Rolf-Engelbrecht-Haus daran anschließen könnte. Sollte ein besonders kalter Winter das Heizsystem überstrapazieren, hilft zusätzlich eine Gasheizung aus, deren Kessel nur bei Bedarf einspringen wird. Der Pelletbunker wird von der Breslauer Straße beliefert werden, genau wie auch die Schulküche und die Mensa, die sich in diesem Bereich befinden werden.

Das Bauvorhaben Schulzentrum West erklärt.

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Thomas Baier (l.) und Peter Zschippig (M.) erklärten ausführlich das Bauvorhaben.

Helle, moderne Räume

Die Bodenplatten für das Erdgeschoss des Schulgebäudes sind bereits betoniert und einzelne Erdgeschosswände errichtet. So konnten Karen Backmeyer, Schulleiterin der Johann-Sebastian-Bach-Schule, und Jutta Wirth, Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Grundschule, bereits zwei der künftigen Klassenzimmer betrachten. Die Vorfreude war beiden deutlich anzumerken. Etwa 350 Schülerinnen und Schüler werden ab dem Schuljahr 2020/21 hier unterrichtet. In dem Ganztagskonzept sollen Schülerinnen und Schüler so viel wie möglich zusammenfinden. Auf den hellen, großzügigen Fluren sind Lern- und Spielbereiche geplant. Jedes Klassenzimmer wird eine Tür mit Ober- und Seitenverglasung haben. „Man kann von innen rausgucken und sich gegenseitig sehen. Das ist zum Beispiel toll für Gruppenarbeiten“, erklärt Judit Wirth. Nur, dass es weder Klimaanlage noch eine Photovoltaikanlage geben wird, bedauert Karen Backmeyer. Für das gute Klima sollen stattdessen die großen Fenster sorgen, die man komplett öffnen kann, sowie die Dachbegrünung auf etwa 5.000 Quadratmetern. Bei Starkregen wird das Wasser zur Vermeidung von Überflutungen in einer unterirdischen Rigole gesammelt.

Ausblick

Peter Zschippig, Leiter der Hochbauabteilung, zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. Man sei dem Zeitplan im Moment sogar einige Wochen voraus. Er gewährte einen Ausblick auf den weiteren Verlauf: Der zweite Vergabeblock wurde vergangene Woche ausgeschrieben, darin enthalten sind Dachdecker, Estrich, Fenster, Metallfassade und Aufzug. Im September soll die Vergabe durch den Gemeinderat erfolgen. Für das Frühjahr 2021 sind die Fertigstellung des Gebäudes sowie die Herstellung der Außenanlagen und der neuen Zufahrt im Bereich Sepp-Herberger-Stadion geplant. Ab dem Schuljahr 2021 kann dann der Schulbetrieb aufgenommen werden. Während der Bauphase können interessierte Bürgerinnen und Bürger die Pläne im Foyer des Rolf-Engelbrecht-Hauses ansehen.