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Wieslocher Autorin Samantha J. Green im Porträt

Samantha J. Green veröffentlicht neben ihren Liebesromanen auch Fantasyromane als Salome Joell oder Jugendbücher als S. Jada Green.

pr

Samantha J. Green veröffentlicht neben ihren Liebesromanen auch Fantasyromane als Salome Joell oder Jugendbücher als S. Jada Green.

„Legasthenie: Entwicklungsstörung beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens von Wörtern“. Diese Diagnose würde man wohl jedem zuschreiben, aber am wenigstens einer erfolgreichen Autorin. Doch genau dies ist der Fall: Samantha J. Green, erfolgreiche und langjährige Wieslocher Autorin, hatte mit genau dieser Diagnose als Kind zu kämpfen.

An Schwächen wachsen

„Als Kind war ich sehr verträumt, litt außerdem an Legasthenie. Meine Lehrer sagten oft ‚Die wird das nicht schaffen im Leben‘. Aber ich habe es geschafft und habe mein größtes Manko in etwas Positives umgewandelt. Ich habe mir selbst und anderen bewiesen, dass man an seinen Schwächen wachsen kann und nicht an das gebunden ist, was andere über einen denken oder sagen“.

Happy End

Diese Zuversicht und der Glaube an sich selbst ist es auch, die Sam, wie die Autorin sich selber nennt, ihren Figuren und Protagonisten einhaucht. Einem festen Genre kann man ihre Bücher nur schwer zuordnen. Da gibt es Liebe, Thrill, Erotik und auf jeden Fall viel Spannung. Mal mehr, mal weniger. Doch eines bleibt immer gleich: Das Happy-End. Wieso das so ist? „Weil wir in der Realität mit so vielen schlimmen Dingen zu tun haben: Krieg, Hunger, Leid – da will ich wenigstens in meinen Büchern ein Happy-End.“, so die Autorin. Langweilig oder gar durchschaubar sind ihre Bücher dadurch trotzdem nicht: „Ich baue gerne Klischees ein, um sie dann ins Gegenteil zu verwandeln.“ Dadurch wird der Leser überrascht und muss sich immer wieder auf etwas Neues einstellen.

Erfolgreich über Nacht

Mit dem Schreiben begonnen hat die gelernte Jugend- und Heimerzieherin, als ihre Zwillinge ein halbes Jahr alt waren. Zu dieser Zeit hat sie die Highland-Saga von Diana Gabaldon geradezu verschlungen und als ihr der Lesestoff ausging, schnappte sie sich kurzerhand den Laptop ihres Mannes und begann selbst ihre erste eigene Fantasy-Saga zu schreiben. Von ihrer Freundin unterstützt und getrieben, veröffentlichte sie schließlich ihr erstes Buch – und steckte harte Kritik ein: das selbstgestaltete Cover erinnere an ein Kinderbuch, Lektoriert und korrigiert schien es auch nicht – ein Flop. Kurzerhand wurde ihr Buch, welches sie über Self-Publishing veröffentlicht hatte, wieder offline genommen, professionell aufgearbeitet: Und wurde zu ihrem ersten großen Erfolg.

Ab dann gab es kein Halten mehr. Ihre „Secrets of Eyes“-Reihe könnte, wenn es nach ihren Lesern geht, unendlich weitergeführt werden, Besuche auf Messen in Frankfurt, Leipzig oder Berlin stehen seitdem auf der Tagesordnung. Auf die Frage, wann sie sich dazu entschloss, professionell und hauptberuflich als Autorin zu arbeiten, kann die Wieslocherin keine konkrete Antwort geben: „Das hat sich so ergeben. Der Erfolg, den ich plötzlich hatte, hat mir eigentlich keine Wahl gelassen. Ich habe mich außerdem lange Zeit gar nicht als ‚Autorin‘ gesehen, das war für mich eher ein Hobby. Zudem wollte ich auch nicht, dass jemand weiß, dass ich schreibe.“

Liebe, Thrill und ein Hauch Erotik

Die vierfache Mutter lebt mit ihrem Mann im beschaulichen Baiertal. Neben ihren Fantasy-Romanen, die sie unter dem Pseudonym Salome Joell veröffentlicht, schreibt sie außerdem Jugendbücher als S. Jada Green sowie Liebesromane mit einem Hauch von Erotik und Thrill als Samantha J. Green. Die Erotik und manchmal auch die Brutalität, die immer wieder in ihren Romanen auftauchen, hinderten sie zunächst daran, öffentlich bekannt zu geben, dass sie hinter diesen Büchern steht. „Ich lebe in einem Dorf. Es war für mich undenkbar, dass die anderen aus dem Kindergarten oder der Schule wissen, was ich für Bücher schreibe. Aber mittlerweile weiß es jeder und ich denke, dass Sexualität ein Teil von uns ist – also taucht es auch in meinen Büchern auf“.

Und was ist mit den Grausamkeiten? „Das machte mir anfangs selbst Angst. Ich fragte mich, wie ich so etwas schreiben konnte und woher das kommt.“ Mittlerweile weiß sie, dass es nicht um das Schreckliche an sich geht, sondern um die Frage, wie die Menschen drumherum mit diesen Grausamkeiten umgehen, wie die Frauen aus ihren Büchern es schaffen, für sich einzustehen, daran zu wachsen und stark zu sein – ähnlich wie die Autorin selbst.

Berührendes Feedback

Mitunter am deutlichsten thematisiert wurde das in ihrem Roman „Save my Love“. Es geht um häusliche Gewalt, ein Thema, das sicherlich mehr Menschen hinter verschlossenen Türen betrifft als man denkt. So war auch die Resonanz auf das in vier Tagen entstandene Werk berührend: „Die Menschen haben mich angeschrieben und sich einfach dafür bedankt, dass ich das Thema anspreche. Ich habe noch nie so schnell ein Buch fertig gestellt, zwischendurch habe ich Rotz und Wasser geheult, es kam einfach alles aus mir raus“. Dieses sensible Thema kam einfach zu ihr, so wie es immer der Fall ist. Die als Kind schon als verträumt geltende Sam – wie könnte es anders sein – träumt in der Nacht von etwas, was sie dann am nächsten Morgen aufs Papier bringt. Dann entwickelt sich daraus die Geschichte. „Manchmal habe ich nur eine Szene im Kopf oder ein Gefühl. Der Rest kommt dann ganz von allein.“ Sam, die sich selbst als ihren größten Kritiker bezeichnet, beschreibt ihr Autorenleben als „unheimlich kompliziert und sehr vielseitig“. Denn genauso vielseitig, wie ihr Leben, welches sie als Autorin, vierfache Mutter und Ehefrau äußerst erfolgreich meistert, so sind es auch ihre Bücher. Und ganz aktuell hat sie im August zwei neue Bücher veröffentlicht: „My love to you: Greetings from Hormons“ sowie eine Phoenix-Saga als Fantasy-Autorin Salome Joell. Diese sind ab sofort als E-books erhältlich oder auf Bestellung natürlich auch seit Mitte September in gedruckter Form im Buchhandel. Reinlesen lohnt sich!