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Schloss Heidelberg

William Turner machte das Schloss weltberühmt

Heidelberg Castle in olden times

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William Turner, Heidelberg Castle in the Olden Time (1845)

In fünf Gemälden und über 95 Skizzen setzte der geniale Maler dem Schloss und der Stadt ein bleibendes Denkmal. Eines seiner bekanntesten Gemälde, „Heidelberg Castle in the Olden Time“, entstand 1845, vor 175 Jahren, und zeigt die unzerstörte kurfürstliche Residenz in strahlendem Licht in ihrer Glanzzeit – mit dem Herrscherpaar Friedrich V. und Elisabeth Stuart.

William Turner entdeckt die Schlossruine

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten Reisende, Dichter und Maler die malerisch über dem Neckar gelegenen Überreste der ehemaligen Residenz als Inbegriff einer romantischen Ruine. In Gedichten, Liedern und Bildern verewigten sie das stimmungsvolle Denkmal. Einer von ihnen war der britische Maler William Turner, der sich zwischen 1833 und 1844 mehrfach in Heidelberg aufhielt. Seine über 100 Skizzen, Aquarelle und Gemälde von der Stadt mit ihrem Schloss bilden den Höhepunkt der romantischen Heidelberg-Darstellung in der Malerei.

Meister des Lichts

Landschaften und Seeansichten waren seine bevorzugten Themen, dem Licht und der Atmosphäre galt dabei sein besonderes Interesse: In der Heidelberger Schlossruine fand William Turner sein Motiv, das er kunstvoll in Szene setzte. Ihm ging es nicht um eine detailgenaue Abbildung des Ortes, sondern um den Ausdruck der Stimmung. Turners Bilder des Schlosses zeigen eine Wehmut, die dem Geist der Romantik entspricht. Die besondere Wirkung seiner Gemälde beruht auf dem Zusammenspiel von Licht und Farbe und einer zu einem irdischen Paradies stilisierten Landschaft – etwa des sonnendurchfluteten Neckartals.

Leuchtend: das Schloss in seiner Glanzzeit

Eines seiner bekanntesten Bilder des Schlosses ist das Ölgemälde „Heidelberg Castle in the Olden Time“, das 1844/45 entstand. Es hängt heute in der Tate Gallery in London. Thematisiert wird die Glanzzeit der Residenz zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter dem Kurfürstenpaar Friedrich V. und Elisabeth Stuart, die im Vordergrund des Bildes mit ihrem Hofstaat zu sehen sind. Für die Bildwirkung komponierte Turner die architektonischen Details des – unzerstörten – Schlosses in eine Fantasielandschaft hinein. Der Standort des Malers ist oberhalb des Schlosses im Osten; der Blick richtet sich nach Westen in eine hell erleuchtete Ebene – das Rheintal. Auch auf anderen Gemälden erscheint das Schloss immer von Licht durchflutet oder in eine schier endlose Weite eingebettet, in der die Ruine mit der Natur verwoben wird.

William Turner

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William Turner im Selbstportrait

Joseph Mallord William Turner (* 23. April 1775 in London; † 19. Dezember 1851 in Chelsea, London) war ein englischer Maler, Aquarellist und Zeichner. Er gilt als der bedeutendste Künstler Englands in der Epoche der Romantik. Weil seine Darstellungsweise bis zur Entmaterialisierung des Gegenständlichen ging und er das Licht und die Farben von Sonne, Feuer und Wasser in ganz neuartiger Weise zum eigentlichen Thema seiner Bilder machte, beeinflusste er stark die Impressionisten. Turner war ein schnell arbeitender und enorm produktiver Künstler. Der größte Teil seiner Gemälde ist in Londoner Museen und anderen britischen Sammlungen zu sehen.