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22. Woinemer Highlandgames

Wo Baumstämme, Raubvögel und Füße flogen

Die „Woinemer Highlandgames“ fanden zum 22. Mal statt.

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„Der Gawan“ bot vor seinem Stand seine ganz eigene Interpretation des „Irish Dance“ - und fand einen Mittänzer.

Die Veranstaltung, bei der es vorwiegend um außergewöhnliche, sportliche Wettkämpfe geht, die ursprünglich nur in Clans der schottischen Highlands zu finden waren, lockte wieder unzählige Besucher aus der ganzen Region an.
Dumpfe Trommelschläge schallten weit über das Gelände der Dietrich-Bonhoeffer-Schule hinaus und gingen durch Mark und Bein. Gleich schon stimmten die Dudelsäcke mit ein. Die Truppe der „Odenwald Pipes and Drums“ zog ihre Bahnen über das Veranstaltungsgelände. Am Rande hausten die Gelage des Mittelaltermarktes in aufgebauten historischen Zelten, während den Besuchern viel Unterhaltung geboten wurde. Wer wollte, probierte sich im Bogenschießen, legte beim Schmied selbst Hand an oder besuchte die Show von Falkner Achim Häfner. Dieser „Falkner der Herzen“, wie er genannt wird, bot jedoch keine klassische Flugshow. Die meisten seiner von Hand aufgezogenen Raubvögel verteilte er zum Kuscheln im Publikum. Das kam genauso gut an, wie Häfner selbst: Trotz oder wegen seines derben Humors und einiger politischer Botschaften, die vor allem dem Umgang mit der Natur galten, klatschten die Besucher begeistert. Ohne Vögel hätte der Falkner auch als Kabarettist unterhalten können. Nebenbei jedoch eine Eule kraulen zu können, gefiel.
Gute Unterhaltung bekam man auch beim Versuch, seinen Hunger zu stillen. Fish & Chips oder Haggis-Burger als schottische Kost, eine Wildschweinbratwurst oder „Kräutertaler“ konnten gegen Eurotaler ge-tauscht werden. Bei „Pizza“ bekam man gleich noch Verkäufer Markus Mohr alias „der Gawan“ mitserviert, der wild mit jedem und jeder scherzte. Als die Vorführung der „Irish Dancer O‘Brannlaig“ begann, um die sich eine undurchdringliche Menschentraube gebildet hatte, verließ „der Gawan“ kurzerhand seinen Stand und tanzte selbst auf eigentümliche Weise zur Musik, schmiss seine Füße hoch in die Luft - und hatte schnell einen spontanen Mittänzer gefunden, der es ihm gleich tat.

Titelverteidiger vom Thron gestoßen

Derweil spielten sich weiter hinten große Szenen ab. Die Teilnehmer der Highlandgames warfen nicht ihre Füße, sondern unbändige Gegenstände durch die Luft. Frauen und Männer mit grünen, blauen und schwarzen Kilts traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Für die Qualifikation zum Baumstammwerfen musste sich der sechs Meter lange und etwa 35 Kilogramm schwere Baumstamm nach dem Abwurf um die eigene Achse drehen, um gewertet zu werden. Außerdem gab es noch das Steinrennen mit zehn bis 15 Kilogramm schweren Steinen, das Steinstoßen, den Hammerwurf (8 kg), ein Holzstammrennen und natürlich ein klassisches Tauziehen. Gewinnerin bei den Damen war Chantal Ende, die Titelverteidigerin Simone Bischoff von den „Chick Hen Warriors“ (2. Platz) verdrängte. Bei den Herren siegte Stephan Cordes (Mac Maniacs) über den Titelverteidiger Oliver Leonetti (Warriors of Mac Malt). Holger Karch von den „Woinemer Highlandern“ belegte den dritten Platz. Im Tauziehen (Tug of War) siegte die Gruppe „Opel Jöst/Rückwärtsgang“, die Zuschauermannschaft belegte den zweiten und „Krieger der Steppe“ den dritten Platz. Die Siegerehrung übernahm Jochen Hardt von der Woinemer Hausbrauerei. Während die Großen große Dinge warfen, trugen und zogen, konnten sich bei den „Kids Highlandgames“ auch die Kinder davon überzeugen, wie viel Geschick das Baumstammwerfen und der Steinwurf benötigt. Allerdings nur für den Spaß, Sieger gab es hier keine.

 

Die „Woinemer Highlandgames“ mit Falkner Achim Häfner

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Falkner Achim Häfner brachte die Besucher auf Tuchfühlung mit Eulen und Greifvögeln.