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Schloss Mannheim

Zeitgenössische Kunst visualisiert große barocke Themen

Schloss Mannheim

Frank Schubert / ssg

Rittersaal

Zeitgenössische Kunst in Schloss Mannheim greift zentrale Themen der barocken Lebenswelt auf: Die Künstlerin Lila Karbowska und der Künstler Joachim Fleischer haben zwei Werke geschaffen, die den Rittersaal, den monumentalen Festsaal des kurfürstlichen Schlosses, in einen lebendigen Ereignisraum verwandeln. Die Ausstellung vom 21. Juli bis zum 16. August gehört zum Programm der Staatlichen Schlösser und Gärten im Rahmen des aktuellen Themenjahres „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“. Schloss Mannheim mit seiner besonderen Geschichte von Glanz, Zerstörung und Wiederaufbau ist eines der zentralen Monumente im Themenjahr 2020. 

„Der Kurfürst tanzt“

Zwei außergewöhnliche Installationen werden vom 21. Juli bis zum 16. August im Rittersaal präsentiert. „Die beiden Kunstwerke setzen auf eindrucksvolle Weise das Thema dieses Saals um: Hier feierte der kurfürstliche Hof prunkvolle Feste, begleitet von den Klängen der berühmten Mannheimer Hofkapelle“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, bei der Eröffnung der Ausstellung. Beide Installationen sind aufeinander bezogen: Joachim Fleischers „Lüsterlichtball“ setzt Musik der sogenannten „Mannheimer Schule“ um in eine lichtchoreografische Interpretation. Lila Karbowskas Installation „Mirage“ arbeitet mit Spiegeleffekten und greift damit ein zentrales barockes Motiv auf.

Aktuelle Kunst am historischen Ort

Die Staatlichen Schlösser und Gärten laden immer wieder zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zur Auseinandersetzung mit der historischen Umgebung eines Monuments ein. Mit der Konzeption der Ausstellung im Barockschloss Mannheim wurde die Kuratorin Ricarda Geib beauftragt: „Bereits beim Betreten des ehemaligen Ballsaales im Mannheimer Schloss spürte ich die ästhetische Dynamik dieses außergewöhnlichen Ortes. So entwickelte sich die Idee, die barocke Welt hier exemplarisch in die Gegenwart zu holen. Lila Karbowska und Joachim Fleischer ist dies in herausragender Weise gelungen.“

„Mirage“ von Lila Karbowska

Die Installation „Mirage“ der Künstlerin Lila Karbowska besteht aus einer 2,50 Meter großen Schale aus Plexiglas, ausgelegt mit Spiegelscherben. Die Konturen der Schale nehmen das historische Verlegemuster des Parkettbodens auf. Im zerbrochenen Bild spiegeln sich das Deckengemälde, die Kronleuchter – und auch alle, die das Werk betrachten. Der Spiegel verkörpert wie kein anderes Objekt das barocke Lebensgefühl zwischen der Sinnenlust und der Klage über Vergänglichkeit. „Vanitas“, lateinisch für die Vergänglichkeit alles Irdischen, ist ein Schlüsselbegriff für die damalige Zeit. Der zerbrochene Spiegel und die kaleidoskopartigen Bilder in den Scherben sollen diese Sicht der Welt reflektieren.

„Lüsterlichtball“ von Joachim Fleischer

Der ehemalige Festsaal der kurfürstlichen Residenz wird durch eine Lichtchoreographie verwandelt – und die Lüster an Decke und Wand werden zu den Protagonisten. In seiner Installation „Lüsterlichtball“ steuert der Künstler Joachim Fleischer sie über ein Computerprogramm an. Das Licht bewegt sich in den Kronleuchtern und folgt der Melodie der eingespielten historischen Kompositionen. Im Zusammenspiel mit den barocken Klängen der „Mannheimer Schule“ entsteht so eine optische Ahnung der Festkultur am kurfürstlichen Hof des 18. Jahrhunderts mit Anklängen an Tanz und Zeremoniell.

„Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“

Der Schönheit und der Vergänglichkeit gewidmet: Das ist das Themenjahr 2020 bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Vom Glanz der Schlösser, geschaffen zum ewigen Ruhm der Herrscher, bis zur feierlichen Fürstengruft, und vom ehrgeizigen Bauprojekt, gedacht für die Ewigkeit, bis zur detailgetreuen Erhaltungsarbeit der Restauratoren: Das Thema hat viele faszinierende Aspekte. Bei besonderen Veranstaltungen dreht sich alles um Schönheit, Vergänglichkeit und Ewigkeit – im ganzen Land. Mit dabei sind 14 Monumente von Nord bis Süd in Baden-Württemberg: neben dem Barockschloss Mannheim die fürstlichen Grabkapellen in Stuttgart und Karlsruhe, Kloster Salem und das Residenzschloss Mergentheim, außerdem die Schlösser Favorite Rastatt, Bruchsal, Weikersheim, Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, die Klöster Lorch und Heiligkreuztal, die Keltenerlebniswelt Heuneburg an der Donau, das Residenzschloss Ludwigsburg und Schloss Heidelberg.

Alle Informationen zum Themenjahr sind online erhältlich: www.schloesser-und-gaerten.de/themenjahr