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Schlossgarten Schwetzingen

Zucchero und Band begeistern 4.500 Fans

Das Publikumgenoss die Abendstimmung im Schlosspark.

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Das Publikumgenoss die Abendstimmung im Schlosspark.

Zucchero und Band begeistern bei Musik im Park

Es ist diese Stimme, die einen sofort packt, die ins Herz und ins Mark geht und der man Stunden über Stunden hinweg zuhören möchte. Und zwar jene eines italienischen Musikers und Sängers, der den Künstlernamen Zucchero trägt und nun mit seiner Band zum Auftakt der „Musik im Park“-Open-Air-Reihe im Schlossgarten seine Visitenkarte abgab.

Zucchero? Ist das nicht der, der seine Songs ganz überwiegend auf Italienisch singt? Ja, sowie der, der auf zig Kooperation welcher Art auch immer mit englischsprachigen Musikstars wie u.a. Sting, Bono, Eric Clapton, Brian May, Paul Young, Miles Davis und Mark Knopfler verweisen kann? Und ja, ist dieser Zucchero, der1955 in Roncocesi nahe der norditalienischen Provinzhauptstadt Reggio nell’Emilia als Adelmo Fornaciari das Licht der Welt erblickt hatte und von seiner Grundschullehrerin den Spitzname Zucchero, deutsch: Zucker, verpasst bekam, nicht auch jener Künstler, der gemeinsam mit der Opernlegende Luciano Pavarotti die Arie „Miserere“ schmetterte? Klar doch, das alles ist in der Tat eben dieser Zucchero. 

Blues-Bestseller

Der so ganz nebenbei gesagt auch noch als „Vater des italienischen Blues“ verehrt wird, dem aber dennoch das gelang, was Bluesmusikern in der Regel eher selten gelingt. Als da wäre, seit dem Erscheinen seines Debutalbums im Jahr 1983 Millionen von Tonträgern unters Volk zu bringen. So sollen alleine von seinem vierten Album „Oro incenso & birra“ weltweit mehr als acht Millionen Exemplare verkauft worden sein.

Gefeiert: Zucchero

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Gefeiert: Zucchero
Oma Jali komplettierte die Band mit ihrem intensiven Gesang perfekt.

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Oma Jali komplettierte die Band mit ihrem intensiven Gesang perfekt.
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Acht Millionen Exemplare eines einzigen Albums! Da können andere Musiker und Sänger nur von träumen oder müssen aber enorm lange, lange Zeit im Geschäft sein, um auch nur in die Nähe einer solchen Riesenzahl zu kommen. Mit Blues pur hat Zucchero dies natürlich nicht geschafft. Sondern auch mit dem, was Übelmeinende als Popschnulzen, -schmonzetten oder -kitsch schmähen und Wohlmeinende als Popevergreens, -ohrwürmer oder -edelkitsch rühmen.

Rocker

Mit Blues und Pop ist es bei Zucchero allerdings nicht getan. Denn er ist ebenso Erschaffer und Interpret schlicht superber Rock- und Gospelmusik. Und noch dazu dürfte er - zumindest den Eindrücken seines Gastspiels im Schlossgarten folgend - ein sehr humorvoller, durchaus bescheidener, seiner Umwelt zugetaner und recht realistisch denkender Zeitgenosse sein. Belegt werden kann dies an mehreren Beispielen.

So lobte er unter anderem seine „fantastische Band“ - die nicht nur nach seiner Meinung wahrlich fantastisch aufspielte! - auch dafür, dass diese immer genau wisse, was er, wohlgemerkt der Bandleader, zu tun habe. An einem anderen Punkt des Konzerts freute er sich darüber, nach Terminen mit Clapton und den Stones - mit Letztgenannten brachte er am 27. Juli vergangenen Jahres die Gelsenkirchener Veltins-Arena zum Brodeln - jetzt in Schwetzingen zu Gast zu sein.

Superbe Begleiter

Und wenn schon davon die Rede ist, dass etwas zum Brodeln gebracht worden sei, darf unter keinen Umständen außen vor gelassen werden, dass zur Band auch die Sängerin Oma Jali zählt. Eben diese nahm sich eines Hits an, der so grandios ist wie die Musikikone, die ihn weltberühmt machte: „Nutbush city limits“ von Tina Turner, die bekanntlich am 24. Mai dieses Jahres zur „Allstar Band“ im Himmel aufgestiegen war.

„Bravissimo, Oma Jali!“, könnte man diese Performance ohne jeglichen Zweifel kommentieren. Womit man wieder beim Stichwort Stimme angelangt wäre. Und somit auch bei Zucchero, von dem man sich noch mehr als jene 23 Lieder gewünscht hätte (welche das genau waren, ist der Setlist im Info-Kasten zu entnehmen), die er im mit gut 4500 Fans ausverkauften Schlossgarten zum Besten gab. Keine Frage, zwei Stunden mit seiner Musik waren formidabel, doch hätte sicher niemand etwas gegen zweieinhalb oder gar drei Stunden einzuwenden gehabt.

Die Setlist

Oh, Doctor Jesus (Ella Fitzgerald & Louis Armstrong cover), Spirito nel buio, Soul Mama, La canzone che se ne va, Quale senso abbiamo noi, Partigiano reggiano, Vedo nero, Ci si arrende, Iruben me, Facile, Baila (Sexy Thing), Chocabeck, Blu, Dune mosse, Un soffio caldo, Miserere, Nutbush City Limits (Ike & Tina Turner), Honky Tonk Train Blues (Keith Emerson), Il volo, Diamante, X colpa di chi?, Diavolo in me, Zugabe: Senza una donna.