Friedhof – Raum für Leben und Tod

Besonders im Herbst und speziell an den Gedenktagen im November sind Friedhöfe Orte des Erinnerns, der Besinnung und des Rückzugs. Kerzen werden angezündet, die mit ihrem Licht ein wenig Trost spenden.

Es fällt auf, dass viele Gräber nun neu bepflanzt und weite Flächen liebevoll gestaltet werden.

Grabpflege im Herbst

Friedhofsgärtner, die das ganze Jahr auf den Friedhöfen aktiv sind, haben gerade jetzt im Herbst vor den Totengedenktagen wieder alle Hände voll zu tun. Mit Blick auf Totensonntag und Allerheiligen werden verblühte Sommerblumen aus der Wechselbepflanzung entfernt.

Die Rahmenbepflanzung des Grabes, meist mit Gehölzen und Bodendeckern gestaltet, erhält einen frischen Formschnitt. Dann wird neu gepflanzt. Robuste Pflanzen stehen für die kommende kalte Jahreszeit zur Auswahl.

Stiefmütterchen in Violett

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Violette Stiefmütterchen machen sich sehr gut als Grabbepflanzung.

Vielfältige Blumenauswahl

Ob Hornveilchen, Stiefmütterchen, Eriken, Callunen oder Alpenveilchen - die Blüten sind ein wahrer Hingucker, denn ihr Farbspektrum reicht von weiß, über rosa, bis hin zu gelb, rot oder violett. Oftmals ist auch ihr Laub mit viel Struktur sehr dekorativ.

Kleinblütige Sorten eigenen sich speziell für Urnengräber. Kombinieren lassen sich die Blütenpflanzen beispielsweise mit Gräsern oder winterharten Blattschmuck-Pflanzen wie Silberblatt, Purpurglöckchen oder Dickblatt und Fetthenne.

Friedhofsgärtner unterstützen

Wer am Grab seiner Angehörigen nicht selbst Hand anlegen möchte, kann auf die Unterstützung vom örtlichen Friedhofsgärtner zählen. "Wir gehen mit viel Fingerspitzengefühl in die Beratung von Trauernden", erklärt Friedhofsgärtnerin Karoline Heiser stellvertretend für viele ihrer Kollegen.

"Neben viel Einfühlsamkeit ist vor allem das Heraushören der individuellen Wünsche wichtig. In Erinnerung an den Verstorbenen arbeiten wir dann eine persönliche Grab- und Beetgestaltung aus. Wir pflanzen zum Beispiel seine Lieblingsblumen oder fertigen passende herbstliche Gestecke an". Denn auf vielen Gräbern wird zu den Gedenktagen auch ein Gesteck oder Blumenstrauß abgelegt.

Grabgesteck mit Laub und Zapfen

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Grabgestecke aus Naturmaterialien setzen Akzente.

Dauferhafte Grabgestaltung

Mit einem Gesteck bestehend aus Tannen- und Kiefernzapfen, Moos und natürlichen Trockenmaterialien lässt sich das Grab dazu auch über den Winter dauerhaft dekorieren. Mancherorts sind auch kunstvolle Winterabdeckungen mit verschiedenen Nadelgehölzen zu sehen.

Wenn dann an den Gedenktagen auf den Gräbern hunderte Lichter brennen, entsteht ein beeindruckender Anblick, dem man sich kaum entziehen kann: Der Friedhof als Raum für Leben und Tod. Die Winterabdeckung ist übrigens Bestandteil einer ganzjährigen Grabpflege durch den Friedhofsgärtner, der seine Kunden beispielsweise im Rahmen einer Dauergrabpflege betreut.