Ostern ist das bedeutendste Fest im christlichen Kirchenjahr. Ursprünglich gab es für jeden Tag der Karwoche, für den eigentlichen Ostertag und auch für die Tage nach Ostern spezielle Gebäckarten.   

So war etwa das Apostelbrot, Mandelbrot oder Mändelbrot ein typisches Kultgebäck für Gründonnerstag. Der Name hat nichts mit Mandeln zu tun, sondern leitet sich ab vom lat. „mandatum“, der Bezeichnung für die rituelle Fußwaschung beim letzten Abendmahl. Im Gedenken an die Einsetzung des Abendmahls, zur »Mandat«-Feier, wurden von Klöstern, Pfarreien, Stadtobrigkeiten Brotspenden, das »Mandatbrot« an Arme verteilt.  Die heutigen Nachfolger dieses frühen Ostergebäcks sind die schwäbischen „Apostelbrocken“, gebackene Mehlnudeln mit Äpfeln und Rosinen. Als Karfreitagsgebäcke gelten die sogenannten Kreuzbrote (Brotlaibe mit kreuzförmiger Einkerbung) und für den Ostersonntag wird heute noch das klassische Opfertier, das Osterlamm aus Biskuitteig in einer Gebildform gebacken.

Traditionelles Osterlamm

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Gehaltvoller Osterfladen

Eine Abwandlung des Apostelbrotes ist der Osterfladen, der in vielen Haushalten – besonders in Baden und der Schweiz – bis heute zu Ostern serviert wird. Der Osterfladen ist eine Reminiszenz an die Matzen (das ungesäuerte Brot) des jüdischen Pessachfestes, wurde aber zum christlichen Osterfest in ein gehaltvolles Gebäck umgewandelt. Denn alljährlich hatte sich gegen Ende der 40-tägigen Fastenzeit eine Vielzahl  „verbotener“ Eier angesammelt, die in Kloster- und Spitalküchen für die Osterfladen reichlich Verwendung fanden. Wurde der Eierüberschuss aus der Fastenzeit nicht zum Backen verbraucht, brachte man die hartgekochten und gefärbten Eier am Ostersonntag mit in die Kirche. Zusammen mit dem Osterfladen und der Osterbutter wurden sie geweiht und endlich zum Fastenbrechen gegessen.

Süße Rezepte aus Hefeteig

Seitdem haben Ostergebäcke zahlreiche Varianten erfahren. Am weitesten verbreitet sind süße Rezepte aus Hefeteig mit Rosinen und Mandeln, in Hasenform oder als Osterkranz. In jedem Fall haben sie ihren angestammten Platz auf dem liebevoll gedeckten Tisch zum Osterfrühstück oder als „moderne“ Spende für den gemeinsamen Osterbrunch. Übrigens: Dem Volksglauben nach sollte der Verzehr von Ostergebäck gegen allerlei Anfechtungen und Heimsuchungen schützen.