Die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt bei nur noch 2,2 Prozent. Von der Erholung am Arbeitsmarkt profitieren auch wieder Langzeitarbeitslose.

Im April 2022 waren in Baden-Württemberg 209.080 Menschen arbeitslos gemeldet, 3.794 und damit 1,8 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote insgesamt sinkt auf 3,3 Prozent und bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf 2,2 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringert sich um 1.752. Der erstmals kräftige Rückgang auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit sowie der Anstieg der Beschäftigung deuten auf Entspannung am Arbeitsmarkt aus Sicht der Arbeitnehmer hin.

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist erfreulich. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2019“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 3. Mai 2022 anlässlich der Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten für Baden-Württemberg. „Dass unser Arbeitsmarkt in einer weiterhin unsicheren Lage so stabil bleibt, zeigt, dass die staatlichen Hilfsprogramme wirken. Liefer- und Auftragsausfälle können wir mit Kurzarbeit abfedern“, so die Ministerin weiter. „Ich freue mich über die gute Arbeitsmarktentwicklung für junge Menschen im Land. Dennoch hatten wir in Baden-Württemberg 2021 über 10.000 unbesetzte Ausbildungsstellen in vielen attraktiven Berufen. An dieser Situation wird sich in diesem Jahr nicht viel ändern. Da wir dringend Fachkräfte benötigen, ermutige ich die Jugendlichen, sich auf die freien Ausbildungsplätze zu bewerben.“

Wieder mehr offene Stellen 

Die Arbeitskräftenachfrage ist so hoch wie zuletzt im Juli 2019. Den Arbeitsagenturen in Baden-Württemberg wurden im April rund 25.600 neue Stellenangebote von Arbeitgebern gemeldet und somit fast 25 Prozent mehr als im April 2021. Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt nun wieder auf dem Niveau von April 2019. Die meisten Stellenzugänge gab es im April in der Arbeitnehmerüberlassung und in der Herstellung von Kraftwagen(teilen).

Im April 2022 waren insgesamt 111.352 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 35.414 Stellen mehr als vor einem Jahr. „Über 111.000 offene Stellen im Land zeugen von einer hohen Nachfrage und guten Beschäftigungschancen. Leider wird aber auch deutlich, dass es für die Betriebe in manchen Bereichen immer schwieriger wird, die benötigten Fachkräfte zu finden“, so die Ministerin.

Das Ende der meisten Corona-Beschränkungen und die Frühjahrsbelebung haben im April im Vergleich zum März zu einem – wenn auch zum Teil nur kleinen – Plus in der Nachfrage bei fast allen Branchen geführt. Prozentual am kräftigsten hat der gemeldete Stellenbestand im Gastgewerbe, bei den Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen und im Verarbeitenden Gewerbe zugenommen.

Zahl der Langzeitarbeitslosen geht zurück

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen geht gegenüber dem Vormonat stärker zurück als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Aktuell sind in Baden-Württemberg 72.232 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet – 1.752 weniger als im März 2022. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen ist mit 34,5 Prozent allerdings weiterhin sehr hoch.

Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit sieht die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv: „Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April ist durchweg erfreulich! Dennoch dürfen wir die langfristigen Herausforderungen der Transformation sowie eine mögliche Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit nicht aus den Augen verlieren. Da gilt es jetzt bereits zu handeln.“

► Arbeitsmarktreport, Monatszahlen für Baden-Württemberg im April 2022 (PDF)

► Bundesagentur für Arbeit, Pressemitteilung: Positive Arbeitsmarktentwicklung nimmt alle Personengruppen mit (PDF)

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