Zu hohe Blutzuckerwerte verursachen zunächst einmal keinerlei Beschwerden – man spürt nicht, was da nach und nach im Körper geschieht. Diese schleichenden Veränderungen können aber irgendwann schwerwiegende Auswirkungen haben, auch an den Augen. Im schlimmsten Falle droht ein Verlust des Sehvermögens bis hin zur Erblindung. Werden die Veränderungen rechtzeitig erkannt, können die Betroffenen aber gut gegensteuern – durch eine Änderung ihres Lebensstils und durch eine konsequente Kontrolle der Blutzucker- und Blutdruckwerte.

Regemäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen

Augenärzte können, wenn sie bestimmte Augenschäden frühzeitig durch eine Augenuntersuchung entdecken, meist den Krankheitsverlauf stoppen und vielen Patienten ein gutes Sehen erhalten. Sie raten daher allen Patienten mit Diabetes zu augenärztlichen Kontrolluntersuchungen, die mindestens alle zwei Jahre erfolgen sollten, beim Vorliegen von Risikofaktoren oder schon bestehenden Augenschäden in kürzeren Intervallen. „Gerade bei diabetischen Netzhauterkrankungen ist die Aufklärung der Patienten besonders wichtig, da durch regelmäßige Kontrollen und rechtzeitige Entdeckung Schäden verhindert oder zumindest begrenzt werden können“, betont Dr. Behme.

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Kleine Blutgefäße werden geschädigt

Kleine Blutgefäße werden bei einem zu hohen Blutzuckerspiegel besonders geschädigt, unter anderem in der Netzhaut des Auges. Zunächst sind diese kleinen Gefäße nicht mehr so gut durchblutet, später verschließen sie sich ganz. Wird die Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, kann es zur Ausschüttung von Wachstumsfaktoren kommen, erläutert Dr. Behme. In der Folge können neue Blutgefäße entstehen, die aber mehr Schaden anrichten als Nutzen. Auch können Netzhautgefäße undicht werden und durch Wasseransammlungen die Sehzellen schädigen. Diese so genannte diabetische Retinopathie betrifft mehr als ein Fünftel der Menschen mit Diabetes in Deutschland. Bei 2,3 Prozent ist die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte, von der Krankheit betroffen.

Gute Chancen für Prävention und Therapie

Erst wenn auch die Netzhautmitte in Mitleidenschaft gezogen wird, bemerken die meisten Betroffenen selbst, dass etwas nicht stimmt, betont Behme. Bei einer augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrunds fallen jedoch auch Schäden am Rand der Netzhaut und frühe Krankheitsstadien auf. „Die Chancen, diabetische Netzhautveränderungen zu behandeln beziehungsweise ihr Fortschreiten aufzuhalten sind in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden“, macht Behme den Betroffenen Mut. Beispielsweise sorgen Medikamente, die den Wachstumsfaktor VEGF hemmen, dafür, dass leckende Blutgefäße abgedichtet werden. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt und rechtzeitige Behandlungen tragen also dazu bei, das Augenlicht – und damit auch die Lebensqualität – trotz Diabetes zu erhalten.

Informationen hierzu finden Sie im Netz unter www.diabetes-auge.de Die möglichen Folgen der Zuckerkrankheit für das Auge sind ausführlich auf der Internetseite der Initiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA) geschildert. Hier können sich Patienten zudem darüber informieren, welche Verfahren zur Behandlung diabetischer Augenerkrankungen zur Verfügung stehen.