Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nager sind wegen ihres niedlichen Aussehens und ihrer Spielfreude sehr beliebt.

Video: 7 Tipps zur artgerechten Haltung von Chinchillas | Stupsnasenbande

Sensible Nachtschwärmer

Wer sich für die Anschaffung von Chinchillas interessiert, sollte sich vorab genau über die Besonderheiten der Tiere informieren. So können die Nager bis zu 20 Jahre alt werden. Halter gehen also eine jahrzehntelange Verpflichtung ein, wenn sie sich für die Kleintiere entscheiden. Zudem brauchen die Tiere tags ihre Ruhe und werden pünktlich zum Feierabend aktiv.

Frau hält junges Chinchilla

Tomynets/iStock/Getty Images Plus

Die empfindlichen Fellknäuele lassen sich zwar bei entsprechender Gewöhnung auch hochnehmen und streicheln, aber man sollte sie nicht stark knuddeln, das mögen sie nicht.

„Chinchillas dürfen tagsüber weder aufgeweckt, noch aus ihrem Unterschlupf herausgeholt und gestreichelt werden“, sagt Esther Schmidt, Kleintierexpertin und Autorin zahlreicher Ratgeber. Doch sie sind gesellige und spielfreudige Tiere, die sehr interessant zu beobachten sind und manchmal auch recht zahm werden. Auch wenn die nachtaktiven Nager sehr kuschelig aussehen, werden sie nicht so gerne geknuddelt.

„Die sensiblen Tiere sind sonst schnell gestresst und können langfristig krank werden.“ Daher sind sie eher weniger für Familien mit Kindern, sondern vielmehr für Berufstätige gut geeignet.

Werbung

Futter und Snacks für Chinchillas ab 50 EUR versandkostenfrei.

Zusammen ist man weniger allein

Als sehr soziale Tiere leben Chinchillas in freier Wildbahn in Gemeinschaften mit bis zu 100 Artgenossen. Deshalb sollten sie, wenn möglich, stets in größeren Gruppen gehalten werden. „Am natürlichsten ist eine Haremshaltung mit einem kastrierten Männchen und mehreren Weibchen“, erklärt die Expertin.

Beim nachträglichen Zukauf weiterer Tiere sollte man beachten, dass es zu Rangstreitigkeiten kommen kann. Aber auch paarweise funktioniert das Zusammenleben unter den kleinen Nagern: Geschwistertiere oder zwei Weibchen verstehen sich in der Regel besonders gut. Auch zwei Männchen harmonieren miteinander – allerdings nur, wenn weit und breit kein Weibchen in Sicht ist.

Chinchilla mit Zweig

olgagorovenko/iStock/Getty Images Plus

Der Käfig sollte geräumig und mit Spielmöglichkeiten wie Zweigen ausgestattet sein, auf denen die Tiere nicht nur herumklettern, sondern die sie auch anknabbern können - das tun Chinchillas nämlich für ihr Leben gern.

Chinchillas brauchen Platz

Bei der Auswahl des Geheges sollten Halter vor allem auf ausreichende Bewegungsfreiheit achten. „Damit sich die Chinchillas wohlfühlen, sollten Halter für zwei Tiere eine Grundfläche von rund fünf Quadratmetern einplanen und ein Modell mit mehreren Etagen wählen“, rät die Expertin. „Neben Heuraufe sowie Futter- und Wassernapf braucht jedes Tier ein eigenes Schlafhäuschen und kleine Verstecke. Außerdem sind Natursteine wichtig für den Krallenabrieb“, so Schmidt.

Kleintierauslauf in der Wohnung

Chinchilla-Ernährung

Damit die kleinen Nager gesund bleiben, brauchen sie zudem eine ausgewogene Ernährung. Dabei eignen sich Pellets aus Grünfutter und Kräutern als Alleinfutter. Alternativ ist auch eine Ernährung mit Frischfutter möglich. „Auf der Speisekarte der Tiere stehen dabei neben Heu und Wasser auch frische Gräser, Kräuter und Blüten, Gemüse und Obst sowie hochwertige Samenmischungen.

Damit die Schneidezähne in Form gehalten werden, sollte man den Tieren zudem geeignetes Nagematerial zur Verfügung stellen, wie die Zweige von Birnbaum oder Haselnuss“, rät die Expertin.