Bis 2021 mussten nur die Industrie und Energiewirtschaft, die bereits dem EU-Emissionshandelsystem unterliegen, für ihren CO2-Ausstoß bezahlen. Die Verbraucher sollen durch die Abgabe für Emissionen, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, zu klimafreundlicheren Kaufentscheidungen angeregt werden, d. h. für emissionsärmere Fortbewegungsmittel oder den Austausch der alten Heizung, z. B. durch eine Wärmepumpe.

Wie hoch wird der CO2-Preis sein?

Das Bundesfinanzministerium schreibt auf seiner Website, dass es in den ersten fünf Jahren einen Festpreis auf CO 2 geben wird. Damit sollen Sicherheit und Zuverlässigkeit sowohl für Bürgerinnen und Bürger, als auch Unternehmen in Bezug auf kurz- mittelfristige Kauf- und Investitionsentscheidungen geschaffen werden. Der Einstieg in den Emissionshandel erfolgt dann 2026.

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Weiter heißt es, dass Zertifikate zwischen einem Mindestpreis von 55 € pro Tonne CO 2 und einem Höchstpreis von 65 € pro Tonne CO 2 auktioniert werden. Der Preis soll sich dann innerhalb dieser vorgegeben Spanne je nach Nachfrage am Markt bilden. Im Jahr 2025 wird dann von der Bundesregierung über die genaue Ausgestaltung des nationalen Emissionshandels ab 2027 entschieden, weil bis dahin bessere Erfahrungswerte mit dem Instrument vorliegen werden. Ziel sei es, die vorher bestehenden Preisgrenzen möglichst aufzuheben und die mit den Klimazielen konsistenten CO 2 Mengen festzulegen.

Stau auf der A5

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Auf der A5 und anderswo ein alltägliches Bild: Pendler im Stau. Nicht alle können den ÖPNV nutzen, selbst wenn er billiger wird. Sie erhalten eine erhöhte Pendlerpauschale, die bei der Steuererklärung geltend gemacht wird.

Was bedeutet die CO2-Steuer für Autofahrer?

Damit Pendler mit weitem Weg zu Arbeit nicht benachteiligt werden, wurde die Pendlerpauschale ab dem 21. Entfernungskilometer angehoben, und zwar von momentan 30 auf 35 Cent pro Kilometer. Ab 2024 steigt sie dann noch einmal für drei Jahre um 3 Cent auf 38 Cent pro Kilometer. Damit soll ausgeglichen werden, dass Diesel und Benzin über den CO 2-Preis teurer werden.

Die Einführung einer Mobilitätsprämie soll Geringverdiener entlasten. So sollen auch diejenigen profitieren, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine Einkommenssteuer zahlen und nicht durch die Entfernungspauschale entlastet werden. Diese können dann Fahrten ab 21 km als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen und haben Anspruch auf eine Mobilitätsprämie.

FAQ vom Bundesfinanzministerium

Hier finden Verbraucher alle wichtigen Fragen und Antworten zum Klimaschutzprogramm inkl. der CO2 Steuer.

Die stärkere Kopplung der Kfz-Steuer an den CO 2-Ausstoß soll den Erwerb von E-Autos attraktiver machen: Eine Kaufprämie für E-Autos, insbesondere Modelle für unter 40.000 €, sowie ein gesenkter Steuersatz für elektrische Dienstwagen auf 0,25%. Voraussichtlich wird der Preis von 25 € pro Tonne CO2 zu einem Aufschlag von 7,5 Cent pro Liter Benzin und Diesel führen.

Passt ein E-Auto zu mir?

Erneuerung der Heizungsanlage

AndreyPopov/iStock/Getty Images Plus

Heizen wird ebenfalls teurer - wenn man mit Öl heizt. Verbraucher sollten sich über Fördermöglichkeiten für den Heizungstausch informieren.

Was bedeutet die CO2-Steuer für die Heizung?

Öl- und Gasbrenner kosten mit der neuen Abgabe Jahr für Jahr mehr Geld – klimafreundliche Wärmepumpen immer weniger. „Öl- und Gasbrenner raus – umweltfreundliche Heizung rein: Der Staat meint es mit der Energiewende ernst“, sagt Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer eines bekannten Unternehmens für die Produktion und Entwicklung von Energie- und Heiztechnik. „Im Gegenzug hilft die öffentliche Hand schon jetzt mit sehr großzügigen Fördergeldern und erstattet den Bundesbürgern bis zu 45% der Kosten beim Abwracken alter Ölheizungen.“

Eine Heizungsmodernisierung will richtig geplant sein

Bei Heizöl steigen die Kosten mit der neuen CO 2-Abgabe ab 2021 ungefähr um 0,8 Cent pro Kilowattstunde. Für eine Durchschnittsfamilie in einem Einfamilienhaus summiert sich das bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (ca. 2.000 Liter Öl) auf ein Abgabenplus von ca. 160 € im ersten Jahr. Bei einer Gasheizung steigt der Preis in dieser Modellrechnung um 0,6 Cent pro Kilowattstunde und kostet den Haushalt im ersten Jahr 120 € mehr. Ganz anders der Trend z.B. bei Wärmepumpensystemen, die wie ein „umgekehrter Kühlschrank“ arbeiten. Sie werden mit Strom betrieben und nutzen zum Heizen kostenlose Umweltenergie.

Wärmepumpe im Altbau: Voraussetzungen
Checkliste: Wann macht eine Wärmepumpe im Altbau Sinn?

Und der Strom ist von der neuen CO 2-Abgabe nicht betroffen, weil im Strompreis seit Jahrzehnten eine CO 2-Abgabe enthalten ist. Im Gegenteil: Die Einnahmen aus der CO 2-Abgabe werden für die Absenkung der EEG-Umlage und damit des Strompreises eingesetzt. Kommt der Strom für das Wärmepumpensystem sogar vom eigenen Dach, lassen sich die Ausgaben für Heizen, Duschen und Baden noch einmal deutlich senken.

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