Aber nicht nur die Jugend ist von dieser Problematik betroffen. Nicht selten werden auch Erwachsene Opfer von Cybermobbing und sind von gezielter Schädigung ihrer Persönlichkeit und Rufmord betroffen. Vor allem bekannte, in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten werden häufig Opfer von Cybermobbing. Soziale Netzwerke spielen bei dieser Problematik eine bedeutende Rolle. Mit der steigenden Reichweite durch Plattformen wie Instagram, Facebook und Twitter steigt auch die Gefahr für Cybermobbing immer weiter.

Die Täter bleiben oft anonym. Nicht zu wissen, wer hinter den Kommentaren/Nachrichten o.Ä. steckt, kann die Betroffenen zusätzlich verunsichern und verängstigen.

Rechtslage bei Cybermobbing

Nicht selten hört oder liest man das Argument, man dürfe ja wohl sagen und schreiben, was man will – schließlich gelte die Meinungsfreiheit. Es gibt allerdings zahlreiche Fälle, die zeigen, dass diese Auffassung falsch ist. Die eigenen Rechte enden dort, wo sie anderen schaden. Cybermobbing hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.

Häufig erfüllen Aussagen in sozialen Netzwerken Straftatbestände wie die der üblen Nachrede gem. § 186 StGB, der Verleumdung gem. § 187 StGB, der Beleidigung gemäß § 185 StGB oder der Volksverhetzung.

Die Rechtslage bei Cybermobbing gestaltet sich schwierig, weil viele Taten anonym begangen werden. Die Person zu identifizieren, die tatsächlich hinter dem Nutzernamen der Tat steckt, ist eine Herausforderung. Für Fälle von Rechtsverletzungen über Onlineportale hat der BGH eines unserer Verfahren indes zum Anlass genommen, grundsätzlich seine strengen Voraussetzungen zur Haftung von Hostprovidern aufzugeben.

Vorsicht mit übereilten Kommentaren

Selbst wenn man mit einer Aussage, die jemand in den sozialen Netzwerken tätigt, oder sonstigen Handlungen der Person nicht einverstanden ist, sollte man also immer einen kühlen Kopf bewahren. In Rage verfasste Kommentare bergen die Gefahr einer Straftat. Folgen eines strafbaren Kommentars können eine Strafanzeige oder Verurteilung, die Löschung / Abänderung des strittigen Kommentars, eine Abmahnung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung, die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, die Übernahme der entstanden Anwaltskosten / Gerichtskosten oder – bei besonders schwerwiegenden Persönlichkeitsrechtsverletzungen – eine Geldentschädigung sein.

Junge Frau sitzt vor Laptop

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Hasskommentare im Netz stellen für die Betroffenen eine enorme psychische Belastung dar.

Wie erkennt man Cybermobbing?

Häufig tritt Cybermobbing in Form von sogenannten Hasskommentaren auf Social Media auf. Auf Facebook, Instagram, Twitter & Co kommt es vor allem unter Beiträgen der Betroffenen oder anderer Personen, die wiederum über die betroffenen Personen berichteten, zu Hasskommentaren. Die Täter verfassen Kommentare mit beleidigenden Ausdrücken, Schimpfwörtern oder falschen Unterstellungen.

Auch Fake-Profile gelten als Cybermobbing

Das Erstellen von Fake-Profilen ist eine weitere Form von Cybermobbing. Fake-Profile sind Profile auf Social Media, die unter falschen Namen oder von einer anderen Person als der, die nach außen hin angeblich hinter dem Profil stehen soll, erstellt werden. Über diese Profile werden Fotos der Betroffenen ohne deren Einwilligung verbreitet. Nicht selten handelt es sich hierbei auch um intime Fotos. Die Fotos werden dabei sehr schnell auch im engen Bekannten- und Freundeskreis verbreitet, was eine enorme psychische Belastung für die Geschädigten darstellt.

online-Bewertung mit Smartphone

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Auch das Bewerten auf Onlineportalen zur gezielten Diffamierung zählt zum Cybermobbing.

Diffamierung durch schlechte Bewertungen

Auch das Verfassen (zahlreicher) schlechter Bewertungen auf Google oder Bewertungsportalen zur gezielten Diffamierung der Betroffenen ist keine Seltenheit. Die Bewertungen beruhen dabei allerdings nicht auf tatsächlichen Erfahrungen und leisten daher keinen nützlichen Beitrag für nachfolgende potenzielle Kunden. Die Äußerungen können das Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit und dem direkten Kundenkreis beeinträchtigen. Weitere mögliche Folgen einer falschen, schlechten Bewertung sind die Schwächung des Unternehmens gegenüber anderen Marktteilnehmern und die Rufschädigung.

Was können Betroffene tun?

Sie sehen: Sie können sich gegen Cybermobbing wehren! Cybermobbing kann strafrechtlich verfolgt werden. Dokumentieren Sie die Rechtsverletzung daher sehr genau, beispielsweise durch Screenshots der betroffenen Profile oder Kommentare.
Betroffene können einen Unterlassungsanspruch, Beseitigungsanspruch, Folgenbeseitigungsanspruch und einen Anspruch auf Schadensersatz oder Geldentschädigung haben. Um diese Ansprüche durchzusetzen, kann es hilfreich sein, einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin zu Rate zu ziehen.