Website und Impressum prüfen

Wer sich für den Einkauf im Internet entscheidet, hat es zwar bequem, trifft aber eventuell auf Betrüger. Digitalexpertin Nicole Nebelung rät daher, vor dem Kauf den Onlineshop kritisch zu prüfen. Seriöse Shops nutzen eine sogenannte SSL-Verschlüsselung, zu erkennen an einem grünen Vorhängeschloss vor der Website-Adresse. In der Adresszeile des Browsers steht dann „https“ statt „http“. Weitere Hinweise auf einen Fake-Shop: Die Website wirkt zusammengeschustert, wimmelt von Rechtschreibfehlern, wichtige Infos wie die Versand- und Lieferbedingungen fehlen, die Preise sind deutlich unter der Norm und als Zahlungsmethode ist nur Vorkasse möglich. Ein wichtiges Kriterium ist auch das Impressum: Steht hier keine Person, sondern beispielsweise nur ein Firmenname mit Postfachadresse, sollten Käufer misstrauisch werden. Bei der Einschätzung des Onlineshops helfen zudem Gütesiegel wie die von Trusted Shops oder TÜV Süd. Eine Übersicht bietet die Initiative D21.

Sicherheit beim Bezahlen

Eine besonders sichere Methode ist der Kauf auf Rechnung. „Den bieten allerdings nicht alle Händler an“, so die Expertin. Bei den Zahlungsvarianten Lastschrift und Kreditkarte sollten Verbraucher besonders auf die SSL-Verschlüsselung achten. Sonst besteht die Gefahr, dass Hacker sensible Daten wie die Bankverbindung abfangen. Eine Direktüberweisung eines Bezahldienstes wie PayPal gilt als sicher. Geraten Kunden bei einem Kauf mit PayPal an Betrüger, erhalten sie das Geld durch den Käuferschutz wieder zurück.

Frau bekommt beschädigtes Paket geliefert

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Wird eine Ware beschädigt geliefert, hat der Kunde Anspruch auf Entschädigung

Der Käuferschutz greift auch dann, wenn der Kunde die Ware nicht erhält, sie kaputt ist oder fehlerhaft geliefert wird. Ist ein Passwort erforderlich, sollten Nutzer eine Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen wählen. Bei allen Zahlungsmethoden – außer Rechnung und Nachnahme – bezahlen Kunden im Voraus. „Das bedeutet, dass der Kunde grundsätzlich keine Sicherheit hat, dass die Ware auch ankommt. Daneben gibt es auch das Risiko, dass der Händler bei einer Rücksendung das Geld nicht wieder überweist, außer es besteht im Rahmen des Bezahlverfahrens ein Käuferschutz“, erläutert Nebelung.

Onlineshopping im Ausland

Wer bei einem Händler im Ausland bestellt, sollte beachten, dass Versandkosten höher und Rücksendungen schwieriger und kostenpflichtig sein können. „Außerdem müssen Kunden unter Umständen mit zusätzlichen Steuern und Zollgebühren rechnen“, ergänzt die ERGO Expertin. Daher gilt: Vor der Bestellung die AGB genau lesen.

Pünktliche Lieferung

Wer Waren online bestellt, verlässt sich meist auf den angegebenen Liefertermin. Kommt die Bestellung dann nicht rechtzeitig, ist der Ärger groß. „Onlinehändler sind verpflichtet, den Käufer über die Lieferzeit transparent zu informieren“, so Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH. Allerdings reicht es, eine Frist wie beispielsweise „drei bis vier Tage“ anzugeben. Verzögert sich die Lieferung, hat der Kunde die Möglichkeit, den Vertrag zu widerrufen. Die 14-tägige Widerrufsfrist beginnt bei einem Onlinekauf mit dem Erhalt der Ware, und das auch nur, wenn der Käufer eine Widerrufsbelehrung erhalten hat. Kommt die Ware gar nicht erst an, erlischt das Widerrufsrecht erst 12 Monate und 14 Tage nach dem Kauf.

Erhält der Käufer die Ware nach dem Widerruf dann allerdings doch noch, zum Beispiel weil sie auf dem Versandweg festhing, muss er sie auf seine Kosten zurückschicken. Wer etwa ein bestelltes Geschenk trotz Verspätung haben möchte, sollte dem Händler schriftlich eine Frist setzen, innerhalb der die Ware ankommen soll. Klappt das ebenfalls nicht, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten. Ansonsten gilt: Wenn die Ware nicht gefällt oder beispielsweise beschädigt ist, kann sie innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Ausnahmen gibt es beispielsweise bei Maßanfertigungen, Hygieneartikeln oder versiegelten Datenträgern.