Ein eigener Garten als grüne Erweiterung des Wohnraums ist der Traum vieler Hausbesitzer. Wie diese kleine Oase bepflanzt und gestaltet wird, ist natürlich Geschmackssache und daher sehr individuell. Doch in einem Punkt sind wohl die meisten Idealvorstellungen gleich: Das Grundstück sollte ebenmäßig sein - bitte kein Hang! Es ähnelt dem Problem mit den unbeliebten Räumen unter der Dachschräge: Sie bieten weniger Platz und weniger gestalterische Möglichkeiten ... zumindest ist so die langläufige Meinung. Tatsächlich muss das aber nicht sein!

Gestalterische Möglichkeiten

Ein Garten in Hanglage bedeutet zweifelsohne eine fachliche Herausforderung. Daher ist es ratsam, sich von Anfang an professionelle Hilfe zu holen. Ideale Ansprechpartner sind Landschaftsgärtner. Sie wissen, welche Schwierigkeiten, aber auch welche Möglichkeiten ein Hanggarten bietet, auf was zu achten ist und wie sich die Wünsche der Hausbesitzer mit der Topographie des Geländes vereinbaren lassen. „Theoretisch ist es möglich, nahezu jeden Traum zu realisieren, dennoch raten wir dazu, eher die Vorteile eines Hangs für sich zu nutzen, anstatt gegen das natürliche Gelände anzuarbeiten", erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.

Hanggarten mit Wasser-Kaskaden

BGL

Ein Hanggarten bietet sich auch für verschiedene Wasserspiele an, beispielsweise in die Stützmauern integrierte Wasserschütten.

„Das bedeutet im Umkehrschluss, dass einige Ideen nicht umgesetzt werden sollten, andere dagegen wunderbar passen. So wirkt beispielsweise ein alpiner Garten mit imposanten Natursteinen und robusten Pflanzen auf abschüssigem Gelände sehr authentisch. Auch ein sanft plätschernder Bachlauf mit Wasserfall oder Kaskaden bietet sich aufgrund des natürlichen Gefälles bestens an."

Terrassen schaffen

Auch wenn ein Hanggarten wirkungsvolle Möglichkeiten eröffnet, braucht es für manche Gartenträume waagerechte Ebenen - beispielsweise für einen gemütlichen Sitzbereich, einen kleinen Pavillon, ein Gemüse- oder ein Zierbeet. Daher modellieren Landschaftsgärtner den Boden in einigen Gartenbereichen so, dass Terrassen auf verschiedenen Niveaus entstehen. Das geschieht in der Regel mit Mauern, die sich natürlich in das Gesamtbild einfügen. Besonders gut eignen sich Trockenmauern, deren Fugen nicht versiegelt sind. Je nach Wunsch können diese eindrucksvoll bepflanzt werden. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schafft auch Rückzugsorte und Nahrung für verschiedene Insekten und Tiere.

Stützmauern setzen

Abhängig vom Gefälle und dem Stil des Gartens integrieren die Profis zugleich Treppen, Wasserschütten oder Bänke harmonisch in das Bauwerk. „Stützmauern sind auch aus Gründen der Hangsicherung enorm wichtig, ansonsten kann es bei Starkregenfällen passieren, dass Erdreich fortgespült wird und unschöne, kahle Stellen hinterlässt", erklärt Jungjohann vom BGL. „Aus demselben Grund raten wir auch, Hänge dicht zu bepflanzen. Denn die Wurzeln festigen das Erdreich, während die Pflanzen den Aufprall des Regens mildern. Ideal sind beispielsweise Bodendecker, robuste Stauden und Halbsträucher."