Katzen sind keine Einzelgänger. Das gilt im besonderen Maße für kleine Katzen. Sollte keine vom Alter her passende Katze bereits bei Ihnen leben, ist es sinnvoller, gleich zwei kleinen Fellknäulen ein gemeinsames Zuhause zu bieten. Mit einem Katzenkumpel spielt es sich einfach viel besser! Besonders für Kitten gilt: Sollte also keine altersgemäß passende Katze bei Ihnen wohnen, sollten auf jeden Fall zwei Samtpfoten einziehen!

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist das Alter der kleinen Katze, sie sollte mindestens 12 Wochen alt sein. Wenn diese beiden Punkte im Sinne der Katze geklärt sind, ist der nächste Schritt der Einkauf für Ihr(e) zukünftigen Kitten.

Katzenbaby in Karton

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Kleine Katzen lieben es, zu spielen. Wenn sie allein sind, muss man sich besonders mit ihnen Beschäftigen und ihnen Spielmöglichkeiten bieten.

Welche Dinge benötigt eine kleine Katze?

Am Anfang steht natürlich die Grundausstattung. Falls Sie schon eine oder mehrere Katzen halten, dürfte schon einiges vorhanden sein. Katzenanfänger sollten einen größeren Fachhandel besuchen, um sich ein Bild von den möglichen Produkten zu machen. Im Vorfeld sollten Sie sich informiert haben, welches Zubehör sinnvoll ist und welches nur als sinnvoll angepriesen wird. Hilfreich ist entsprechende Literatur, auch diverse Katzengruppen bei Facebook oder ein Blick in größere Katzenforen lohnt sich. Wenn Sie wissen, was Sie für Ihre Katze(n) anschaffen wollen, ist ein Preisvergleich zwischen Geschäften vor Ort und diversen Internetshops ratsam. Bedenken Sie bei der Kaufentscheidung auch, wo sie die bessere Beratung und eventuellen Service in Anspruch nehmen können.

Katzentoilette: Eine Grundregel für die Anzahl der Katzentoiletten ist mindestens so viele Klos aufstellen, wie Katzen im Haushalt leben. Im besten Fall mindestens noch eines mehr. Die Klos sollten an ruhigen Orten stehen. Falls Sie sich für eine Katzentoilette mit hohen Rändern - oder alternativ für die Ikea-Aufbewahrungsbox - entscheiden, kann es sein, dass Ihr Kitten in den ersten Wochen ein kleines Kistchen als Einstiegshilfe benötigt.

Tipp: Bei kleinen Katzen kann das gleiche passieren, wie bei kleinen Kindern: sie finden den Weg zum Klo nicht schnell genug. Hilfreich sind kleine Schüsseln mit Streu in jedem Zimmer, zumindest für die ersten paar Wochen.

Streu: Es gibt drei Sorten von Streu. Diese bestehen entweder aus Bentonit, aus Pflanzenfasern oder aus Silikat. Einige sind klumpend, einige nicht. Da Kitten manchmal auf die blödsinnigsten Ideen kommen, manche fressen die Toilettenstreu beispielsweise, sind Sie mit einer Pflanzenstreu für den Anfang auf der sicheren Seite.

Futternäpfe: Pro Katze sollten am besten mehrere Näpfe zum Wechseln vorhanden sein. Informationen und Gedanken zur Wahl des passenden Materials und einer katzengerechten Form finden Sie in diesem Artikel zum Thema Futterplatz.

Wassernäpfe: Auch wenn unsere Katzen eigentlich Wüstentiere sind und einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfes über die feuchte Nahrung aufnehmen, brauchen sie einen oder mehrere zentrale Trinkplätze.

Spielzeug: Alle Katzen sind bei entsprechender Haltung bis ins hohe Alter verspielt. Das Spiel lässt sie ihren Jagdtrieb ausleben, baut aufgestaute Energien ab und hält sie fit und schlank. Bei kleinen Katzen ist dieser Spieltrieb noch um einiges ausgeprägter. Deswegen ist ein reichhaltiges Angebot verschiedener Spielsachen absolut notwendig. Im gut sortierten Fachhandel oder in Onlineshops finden sie dem entsprechend auch eine Fülle von Spielzeug. Es gibt die unterschiedlichsten Wedel und Angel, kleine Spielstationen, Bälle und Mäuse, Spielsachen mit Katzenminze und Spielsachen die Geräusche von sich geben. Wenn Sie Ihre Katzen näher kennen lernen, werden Sie schnell ihre Vorlieben entdecken.

WICHTIG: Die meisten Spielsachen dürfen nicht unbeaufsichtigt für die Katzen frei nutzbar sein, es gibt leider genug Unfälle mit ernsten gesundheitlichen Konsequenzen. Beispielsweise könnte die Katze Kleinteile oder Schnüre verschlucken, Folge kann Darmverschluss sein. Auch alle Spielangeln sollten außer der Reichweite der Katzen aufbewahrt werden, damit sich die Tiere nicht an der Schnur strangulieren können. Dies geschieht oft schneller als man denkt! Wie Sie geeignetes Katzenspielzeug selbst basteln können, lesen Sie hier.

Rückzugsplätzchen: Eine Katze hat in ihrem Revier immer mehrere bevorzugte Schlafplätze, diese können aus mit Handtüchern gepolsterten Kartons, gekauften Bettchen oder Höhlen oder Ihrem Bett bestehen. Gern belegt werden Fensterbretter oder Heizungen, fast jeder erhöhte Punkt ist geeignet. Jede Katze braucht mehrere dieser Orte. Manche werden gemeinsam genutzt, manche gehören einer Katze alleine.

Tipp: Sollte ein in Ihren Augen wunderbares Bettchen von den Katzen gemieden werden, liegt es in den Augen der Katze meistens am falschen Platz. Suchen Sie einen neuen Ort dafür, einen Ort den ihre Katzen gerne aufsuchen. Sie werden sehen, dass das Bettchen von den Katzen dort für gut befunden wird.

Kratzmöbel: Katzen klettern für ihr Leben gerne, sie nutzen auch bevorzugt die so genannte „dritte Dimension“ im Raum. Um ihnen das zu bieten, benötigen sie Kratzbäume und andere Kratzmöbel, die sich auch sehr gut als Spielplätze eignen. Sie werden sehen, aus der Sicht Ihrer Katze gehört alles ihr, sind Sie und die ganze Welt zu ihrem persönlichen Vergnügen da. Ihre Kitten werden jede erkletterbare Fläche erforschen, kein Regal ist zu hoch, keine Schrankfläche zu uninteressant.

Das Kratzen gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Mehr über das sogenannte Kratzmarkieren erfahren Sie hier.

Sicherheit für Ihre Katze in der Wohnung

Ähnlich wie eine Wohnung kindersicher gemacht werden muss, wenn ein kleines Kind heranwächst, muss auch Ihre Wohnung aus Kittenperspektive betrachtet werden. Es lauern so einige Gefahren in Ihrem Haushalt. Am besten begeben Sie sich für einen ersten Rundgang auf die Knie und gucken sich jedes Loch, dass durch Abstände zwischen Möbeln und Wänden entsteht genau an. Kitten die hinter die Einbauküche klettern, sind keine Seltenheit!

Tipp: Verstopfen Sie alle möglichen und unmöglichen Löcher katzensicher.

Kleine Katze mit offenem Maul

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Der kleine Stubentiger stellt ein paar Ansprüche, denen man aber problemlos gerecht werden kann.

Das gilt auch für Abstandslöcher in für Sie unerreichbaren Höhen. Nicht wenige Kitten sind schon hinter Schrankwände gefallen. Also rauf auf die Leiter und alles genau absuchen und katzensicher gestalten! Es lohnt sich, den Haushalt lieber etwas mehr abzusichern. Der nächste Rundgang in Ihrer Wohnung befasst sich mit dem Umfalltest. Ihr Kitten wird versuchen alles Mögliche und Unmögliche zu erklettern oder zu bespringen. Schwerere Gegenstände, die nicht kippelsicher sind müssen entsprechend gesichert werden Das können zum Beispiel freistehende Lautsprecherboxen, kleine hochbeinige Tischchen oder Regale sein. Es gibt noch zwei weitere bekannte gefährliche Gegenstände, das eine ist der Wäscheständer, das andere das Bügelbrett. Beide können beim daraufspringen umkippen und im unglücklichen Fall zu Verletzungen führen. Sollte das heiße Bügeleisen noch auf dem Brett stehen, wird es noch gefährlicher. Ein anderer sehr wichtiger Punkt beim Thema Sicherheit sind alle Fenster und Balkone.

Fenster und Balkone katzensicher machen

Gekippte Fenster: Auf Kipp geöffnete Fenster stellen eine sehr gefährliche Falle für kleine und große Katzen dar. Die Samtpfoten können sehr schmerzhaft darin stecken bleiben und sich schwere Verletzungen zuziehen, in der Medizin gibt es inzwischen auch einen Fachausdruck dafür. Man spricht vom Kippfenster - Syndrom. Um dieses zu vermeiden, sollten Sie Fenster nur kippen, wenn Sie auch zuhause sind oder sie mit einem Kippfensterschutz gesichert haben.

Offene Fenster und Balkone: Unsere Katzen sind von Natur aus neugierig und schwindelfrei. Ein offen stehendes Fenster oder die Balkonbrüstung sind die Einladungen schlechthin! Aber auch Katzen haben immer wieder unkonzentrierte Momente, wenn zum Beispiel eine Fliege oder ein Vogel vorbeifliegt. Eine Vielzahl aller Unfälle von Katzen sind Abstürze aus ungesicherten Fenstern oder Balkonen. Je nach Höhe und Boden kommt es zu heftigen Verletzungen oder gar zum Tod. Also lassen Sie bitte niemals einen Balkon oder ein Fenster ungesichert - selbst wenn Sie immer dabei sein sollten, im Falle des Falles sind Sie nicht schnell genug. Der Fachhandel und viele Baumärkte bieten verschiedene Netzkonstellationen an, außerdem gibt es inzwischen richtig professionelle Katzennetzsysteme.

Mülleimer: Kitten wollen ihre Welt entdecken, dabei machen sie vor nichts spannendem Halt. Ein offener Mülleimer, in den Sie leckere oder verführerische Dinge werfen, wird gerne mal ausgeräumt. Dabei kann es je nach Inhalt des Mülleimers zum Verschlucken von Kleinstteilen, Verpackungsteilen oder auch zu Vergiftungen kommen.

Haushaltsreiniger: Sie gehören genau wie in Haushalten mit Kindern sicher weggeschlossen.

Zimmer- und Balkonpflanzen: Leider sind viele Pflanzen für Katzen giftig, Ihre Katze weiß das aber nicht und kaut gerne auf jeglichem Grün herum. Eine Liste aller Giftpflanzen finden Sie in der Giftdatenbank. Wenn Sie Zimmerpflanzen haben, sollten Sie auf jeden Fall vorher überprüfen ob sie für Ihre Katzen giftig sind!

Ernährung von Kitten

Kleine Katzen brauchen sehr viel Energie um zu wachsen und ausgelassen toben zu können. Deswegen bietet die Futtermittelindustrie auch viele verschiedene Produkte ausschließlich für Kitten an. Bei der Ernährung mit hochwertigem Naßfutter ist kein besonderes Kittenfutter notwendig. Solange die Katzen noch im Wachstum sind sollten sie auf jeden Fall Futter zur freien Verfügung haben. Dies gilt besonders, wenn sie tagsüber längere Zeit alleine sind.

Der große Tag des Einzuges

Endlich ist er da! Sie haben alles geschafft, die Wohnung ist kittensicher und katzengerecht. Sie haben jede Menge Futter und Spielzeug eingekauft und sind nun ganz aufgeregt und neugierig auf Ihre neuen Familienmitglieder. Freuen Sie sich auf eine wunderbare und spannende Zeit! Zunächst noch ein paar Worte zur Situation Ihrer kleinen Katzen. Sie haben bisher im besten Falle im sicheren Verbund mit ihrer Mama und ihren Geschwistern gelebt. Aus dieser Situation werden sie durch den Einzug bei Ihnen herausgerissen, nichts riecht mehr vertraut für die Katzen-Kinder. Das ist Stress pur für die Kleinen. In den ersten Tagen brauchen die Kitten deswegen einen besonders großten Teil Ihrer Aufmerksamkeit. Wenn es geht, nehmen Sie sich doch ein paar Tage dafür frei.

Zwei kleine Katzen fressen aus Napf

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Katzen sind entgegen der landläufigen Meinung keine Einzelgänger, deshalb sollte man wenn möglich gleich zwei Kitten adoptieren.

Ein Kitten im Alter von 12 Wochen ist vergleichbar mit einem Kleinkind. Wenn es den ersten Schreck überwunden hat, wird es anfangen vorsichtig die neue Welt zu erkunden. Begleiten Sie die Samtpfote dabei, seien Sie mit Spielzeug und Leckerli bewaffnet in ihrer Nähe, erzählen Sie wie sehr Sie sich auf ein Leben mit dem kleinen Stubentiger freuen! Ihre Stimme, Ihre Zärtlichkeit wird dem Kitten ganz langsam ein Gefühl der Sicherheit geben. Das Kätzchen ist nicht alleine und im besten Falle hat es ein Geschwistertier oder eine schon vorhandene Katze zur Gesellschaft.

Kleine Katzen haben einen schier unerschöpflichen Vorrat an Energie, sie wollen toben, springen, klettern und spielen, am besten alles gleichzeitig. Diese Energie bahnt sich mehrmals täglich ihren Weg nach draußen, deswegen sollten Sie auch wenigsten dreimal am Tag längere Spiel- und Toberunden mit den Kleinen einlegen. Neben dem Essen und dem Toben sind auch intensive Schmuseeinheiten sehr wichtig. Sie geben den Kleinen ein Gefühl der Bestätigung, des Geliebtwerdens und legen außerdem auch das Fundament für die zukünftigen innigen Bindung an Sie.

Das Leben mit Kitten

Kleine Katzen wollen und müssen alles ausprobieren was sie sehen und entdecken dabei,

  • dass man in Gardinen toll schaukeln kann,
  • dass menschliche Füße wunderbare Spielkameraden sind,
  • dass man in Pflanzentöpfen buddeln kann,
  • dass sich Oberschenkel hervorragend für Klimmzüge eignen,
  • dass herumliegende Kabel ein super Schlangenersatz sind,
  • dass man aus den Wänden kleine Papierstückchen zum Spielen kratzen kann

und noch sehr vieles mehr!

Natürlich gibt es je nach Charakter des Kittens eine kleinere oder größere Neigung für Aktionen dieser Art. Allerdings kann man beobachten, dass vor allem Kitten, die nicht ausreichend mit Herrchen oder Frauchen Spielen und Toben können, vermehrt auf diese „blödsinnigen“ Ideen kommen. Eine kleine Katze, die von Ihnen mehrmals täglich mit Spielzeug ausgepowert wird, erliegt seltener der Langweile, aus der solche Ideen geboren werden.

Wenn ein oder mehrere Kitten einziehen, ist es etwas Wunderschönes und leider ist diese Zeit rückblickend viel zu schnell vorbei. Schnappen Sie sich einfach Ihre Kamera und genießen Sie diese Zeit in vollen Zügen. Ihre Welt wird um einiges reicher werden!