Heizung und Warmwasserbereitung sind die größten Kostentreiber in vielen deutschen Haushalten. Vor allem in Altbauten sind noch immer vielfach überalterte und überdimensionierte Anlagen im Einsatz, die Haushaltskasse und Umwelt unnötig belasten. Als Faustformel nennt die Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) eine Einsparung von einem Prozent pro Lebensjahr des alten Kessels gegenüber einer neuen Heizungsanlage auf dem aktuellen Stand der Technik. Bei einem 15 Jahre alten Kessel beträgt das Energiesparpotenzial also rund 15 Prozent.

Energiesparen wird auch deshalb so wichtig, weil es seit 2021 eine CO2-Steuer gibt: Verbraucher zahlen jetzt für ihre eigenen Emissionen mit. Daher lohnt es sich steuerlich, die eigenen Emissionen mit einer neuen Heizung zu verringern.

Hier erfahren Sie mehr zur CO2-Steuer, die 2021 eingeführt wurde

Video: 10 Gründe für eine neue Heizung

Heizung und Wärmedämmung gemeinsam planen

Dieser Wert gibt nur eine grobe Annäherung an, da bei einem Heizungstausch eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen ist. Eine neue Heizanlage kann nur begrenzt sparen, wenn der energetische Zustand des Gebäudes unzureichend ist - wenn also die Wärmedämmung zu wünschen übrig lässt.

Vor einer Heizungsmodernisierung lohnt es sich daher, den Zustand des Hauses mit fachmännischer Hilfe genauer unter die Lupe zu nehmen, beispielsweise mit einem Modernisierungscheck durch einen unabhängigen Bauherrenberater des BSB. Selbst wenn etwa die Gebäudehülle erst später modernisiert werden soll, sollte dies bei der Planung der neuen Heizung berücksichtigt werden, damit diese nach einer Dämmung von Decke und Außenwänden oder dem Einbau neuer Energiesparfenster nicht wiederum zu groß dimensioniert ist.

Hier finden Sie eine Übersicht über Dämmstoffe
Dämmen mit Holz
Dämmen mit Glaskugeln
Heizung vom Fachmann checken lassen

Video: Heizungswechsel: Wieviel kostet eine neue Heizung?

Entscheidungshilfe für den Heizungstausch

Bei der Modernisierung ist Brennwerttechnik die erste Wahl für den neuen Heizkessel. Denn die Brennwerttechnik holt aus Öl oder Gas das Maximum an Wärme heraus. In der Regel ist es sinnvoll, bei Einbau eines neuen Heizkessels eine Solaranlage für die Trinkwassererwärmung vorzusehen, da so die Heizkosten noch weiter gesenkt werden können und gleichzeitig die Umwelt entlastet wird.

Wichtig: Wenn alle Komponenten der neuen Heizungsanlage aus einer Hand stammen und vom Hersteller bereits aufeinander abgestimmt sind, ist die Installation besonders zeitsparend und damit kostengünstig, die Bedienung ist einfach und die Energieeinsparung fällt besonders hoch aus.

Kriterien für den Austausch eines alten Heizkessels

Folgende Kriterien zeigen an, dass der Austausch des alten Heizkessels sinnvoll ist:

  • Es handelt sich um einen Wechsel- oder Umstellbrandkessel mit konstant hoher Kesselwassertemperatur.
  • Der Heizkessel ist deutlich zu groß dimensioniert.
  • Die Anlage verfügt über keine ausreichenden Regelungsmöglichkeiten (z.B. keine Nachtabsenkung).
  • Die Abgasverluste nach der 1. BImSchV werden nicht eingehalten (Messprotokoll des Schornsteinfegers).
  • Der Jahresbrennstoffverbrauch liegt über 15 bis 20 Liter Öl bzw. Kubikmeter Gas pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Der Heizkessel ist schlecht isoliert, dadurch wird der Aufstellungsort erheblich aufgeheizt (hohe Oberflächenverluste).

Erneuerbare Energien nicht außen vor lassen

Stand der Technik bei Brennern sind heute Brennwertkessel, die den Brennstoff mit einem sehr hohen Prozentsatz nutzbar machen. Es lohnt sich aber, auch im Altbau Möglichkeiten zum Einsatz erneuerbarer Energien zu prüfen. Mit Wärmepumpen etwa lässt sich mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen erzielen, auch Brenner mit nachwachsenden Rohstoffen können in Frage kommen.

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Immer öfter findet man heute auch Kombinationen verschiedener Techniken. Ein Beispiel ist die Kombination einer Wärmepumpenheizung mit einer Photovoltaikanlage, da man die Wärmepumpe zu einem erheblichen Teil mit selbst erzeugtem Solarstrom betreiben kann. Sehr häufig anzutreffen sind auch thermische Solaranlagen, die mit der Kraft der Sonne Warmwasser bereiten und die Heizung unterstützen.

Man sollte sich umfassend zu Finanzierungshilfen durch staatliche Förderungen von einem Energieberater beraten lassen. Infos gibt es auch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle:

Hier gibt's mehr Infos zum Bundesförderprogramm für energieeffiziente Gebäude