Seit diesem Jahr ist es möglich, mit Aufwendungen an der selbstgenutzten Immobilie, die der energetischen Verbesserung der Gebäudesubstanz dienen, besser als bisher Steuern zu sparen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden energetische Maßnahmen mit deren Durchführung nach dem 31. Dezember 2019 begonnen wurde und die vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind. Das Gebäude muss zu eigenen Wohnzwecken genutzten werden und in der EU oder im EWR liegen. Voraussetzung ist, dass das begünstigte Objekt bei der Durchführung der energetischen Maßnahme älter als zehn Jahre ist. Energetische Maßnahmen im Sinne der Förderung sind:

  • Wärmedämmung von Wänden,
  • Wärmedämmung von Dachflächen,
  • Wärmedämmung von Geschossdecken,
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren,
  • Erneuerung/Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Erneuerung der Heizungsanlage,
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung,
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern sie älter als zwei Jahre sind.

Welche weiteren Voraussetzungen gibt es?

Die energetische Maßnahme muss von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, zudem gelten technische Mindestanforderungen, die für eine Förderung erfüllt sein müssen. Diese Anforderungen sind in der Energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung  festgeschrieben, die unter www.gesetze-im-internet.de/esanmv/index.html abgerufen oder beim Bund der Steuerzahler unter der Service-Nummer 0800/0767778  angefordert werden kann. Der ausführende Handwerksbetrieb muss die Erfüllung der Mindestanforderungen nach einem amtlich vorgeschriebenen Muster bescheinigen. Die Kosten für die Bescheinigung können ebenfalls als energetische Maßnahmen gefördert werden.

Damit der Steuerzahler von der Förderung profitieren kann, muss der Steuerzahler für die Aufwendungen eine Rechnung in deutscher Sprache erhalten haben, die die förderfähigen energetischen Maßnahmen, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse des begünstigten Objekts ausweisen und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt sein.

Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen. So kann der Steuerzahler die Steuerermäßigung u. a. nicht in Anspruch nehmen, wenn  es sich um eine öffentlich geförderte Maßnahme handelt für die zinsverbilligte Darlehen

Energieausweis einer Immobilie

Alberto Masnovo

Die Förderung kann für jedes Objekt einmal in Anspruch genommen werden.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Einkommensteuer ermäßigt sich auf Antrag im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr um je 7 Prozent der Aufwendungen, höchstens um je 14.000 Euro und im übernächsten Kalenderjahr um 6 Prozent der Aufwendungen des Steuerzahlers, höchstens um 12.000 Euro. Somit können für ein begünstigtes Objekt insgesamt über drei Jahre 20 Prozent der Sanierungskosten von maximal 200.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden, also höchstens 40.000 Euro. Die Förderung kann auch bei zeitlich gestreckten Einzelmaßnahmen an einem begünstigten Objekt nur bis zu höchstens 200.000 Euro - Kosten je Objekt - in Anspruch genommen werden. Bei einer energetischen Baubegleitung und Fachplanung durch einen zertifizierten Energieberater sind zusätzlich 50 Prozent der Kosten für den Energieberater abzugsfähig.

Welche Kosten werden gefördert?

Es können für alle baulichen Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sowohl die Kosten für den fachgerechten Einbau bzw. die fachgerechte Installation, für die Inbetriebnahme von Anlagen, für notwendige Umfeldmaßnahmen sowie die direkt mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten berücksichtigt werden. Eigenleistungen werden nicht gefördert.

Fachunternehmensbescheinigung

Die Bescheinigung des Fachunternehmens dürfen Energieberater, Handwerksmeisterbetriebe oder Handwerksbetriebe mit einem Inhaber vergleichbarer Qualifikation ausstellen, die im Bereich der Gebäudesanierung tätig sind. Wobei die durchgeführte Sanierungsmaßnahme zum Gewerk des ausführenden Unternehmens zählen muss.

Objektbezogene Förderung

Die Förderung ist objektbezogen, das heißt, gehört das Objekt mehreren Personen, können die Steuerermäßigungen für das begünstigte Objekt nur einmal in Anspruch genommen werden. Hat der Steuerzahler mehrere Objekte, die er zu eigenen Wohnzwecken nutzt, kann er die Förderung für jedes dieser Objekte – bis zum Förderhöchstbetrag von 40.000 Euro je Objekt – geltend machen. Eine Eigentumswohnung gilt ebenfalls als ein Objekt.

Wie beantrage ich die Förderung?

Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung wird als Teil der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt gelten gemacht. Eine vorherige Antragstellung ist deshalb nicht erforderlich. Die Bescheinigung des Fachunternehmens oder des Energieberaters muss der Einkommensteuererklärung beigefügt werden.