So gern manche Eltern bei ihrem Kind das Laufenlernen auch beschleunigen würden - forcieren können sie es nicht. "Laufanfänger immer wieder hinzustellen oder in sogenannte Lauflernhilfen zu stecken, bringt nichts", betont Kinder- und Jugendarzt Dr. Burkhard Lawrenz. Viel wichtiger ist, den Kleinen eine Umgebung zu bieten, in der sie sich sicher und frei bewegen und ausprobieren können.

Ein Kind, das gerade das Hinstellen übt, braucht zum Beispiel Gegenstände, an denen es sich hochziehen kann, ohne dass diese umkippen. "Eltern unterstützen ihre Kinder am besten, wenn sie deren Mobilität vorausschauend sowie vertrauensvoll und nicht ängstlich begleiten", so Lawrenz. Nur so lernen die Kleinen, auch mit Gefahren umzugehen und Risiken einzuschätzen.

Viel laufen bringt viel

Sind die ersten Schritte geschafft, trainieren Kinder unermüdlich ihre neue Fähigkeit. "So banal es auch klingt: Viel laufen bringt viel", sagt Dr. Heinz Krombholz vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Am meisten Spaß macht es, wenn Mama und Papa dabei sind. Deshalb sollte man, sooft es geht, gemeinsam rausgehen und sich zusammen bewegen.

Bis der Schuh passt

Damit Kinderfüße aber gesund und leistungsfähig bleiben, ist eine gute Passform der Schuhe besonders wichtig. Wer darauf achtet, dass Kinder die richtigen Schuhe tragen, tut bereits einiges zur Gesunderhaltung der Füße. Übrigens: Die Sprösslinge benötigen erst dann Schuhe, wenn sie laufen können. Beim Schuhkauf für Kinder gilt: Wehret den Anfängen. Denn etwa 15 Millionen Deutsche leiden unter schmerzhaften Fehlstellungen, obwohl angeborene Fußschäden eher die Ausnahme sind. Vor allem falsches Schuhwerk ist aus Expertensicht für Fußdeformationen verantwortlich. Kinderfüße richtig zu messen und stets für gut sitzendes Schuhwerk der Jüngsten zu sorgen, ist daher unerlässlich.

Tipps rund um den Schuhkauf

Aus medizinischer Sicht sollten Schuhe den Kindern in erster Linie den Halt geben, den sie zum Toben, Klettern und Rennen benötigen. Gleichzeitig dürfen Kinderschuhe aber auch nicht zu klein sein, um den Fuß nicht einzuengen und das Wachstum zu beeinträchtigen. Das größte Problem beim Kauf ergibt sich aus der Tatsache, dass auf die angegebenen Schuhgrößen meist kein Verlass ist, denn sie sind in Europa nicht genormt. Es reicht daher nicht aus, den Fuß zu vermessen, und die berechnete Schuhgröße zu kaufen. Vielmehr müssen sowohl die Füße als auch der infrage kommende Schuh vermessen und beides miteinander in Einklang gebracht werden. „Ein gutes Fachgeschäft misst nicht nur den Fuß des Kindes aus, sondern achtet auch auf die Passform in der Fußbreite und der Höhe des Spanns“, meint Petzold.