Den Alltag zu stemmen und gleichzeitig im Beruf durchzustarten ist eine große Herausforderung. Das neue Aufstiegs-BAföG von Bund und Ländern ist jetzt noch familienfreundlicher geworden. Seit dem 1. August 2019 bietet es eine Vielzahl von Neuerungen – gerade für Menschen im ständigen Spagat zwischen Familie und Beruf. Die Förderung variiert je nach individueller Lebenssituation des Antragstellers, egal in welcher Branche die Fortbildung erfolgt – ob im Handwerk oder in einer schulischen Qualifizierung, auch unabhängig davon, ob in Voll- oder Teilzeit.

Studentin mit Handy und Brille lächelt

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Weiterbildungen werden nocht besser gefördert.

Ob Meisterin, Fachwirt, Technikerin oder Erzieher – das Aufstiegs-BAföG fördert unabhängig vom Alter die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (kurz: AFBG) in vielen Bereichen gestärkt. Die größte Verbesserung beim Aufstiegs-BAföG gibt es bei den Unterhaltskosten. Fachkräfte, die sich in Vollzeit fortbilden, erhalten bis zu 892 Euro Unterstützung zum Lebensunterhalt als Vollzuschuss. Sie müssen dieses Geld nicht zurückzahlen.

Bei den Fortbildungskosten liegt der Zuschussanteil für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, inklusive Meisterstück, bei 50 %. Für den verbleibenden Teil der Kosten kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden. Gefördert werden Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen sowie Fernlehrgänge oder mediengestützte Maßnahmen. Bei einer erfolgreichen Abschlussprüfung werden 50 % des Darlehens erlassen. Kommt es zu einer anschließenden Unternehmensgründung, muss das Darlehen nicht mehr zurückgezahlt werden – eine enorme Erleichterung beim Aufbruch in die Selbstständigkeit.

Mutter im Home Office am Küchentisch, Tochter malt

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Weiterbildung mit Familie: das geht jetzt wesentlich günstiger und reißt kein so großes Loch mehr in die Haushaltskasse.

Familienförderung steht im Vordergrund

Der Beitrag zum Lebensunterhalt muss nicht mehr zurückgezahlt werden und wird deutlich erhöht. Die Höhe der Förderung ist dabei abhängig vom Einkommen und Vermögen. So bekommen zum Beispiel Verheiratete mit zwei Kindern bis zu 1.597 Euro pro Monat. Alleinerziehende mit einem Kind erhalten bis zu 1.127 Euro pro Monat. Dazu erhöht sich noch der Betreuungszuschuss für Alleinerziehende pro Monat von 130 auf 150 Euro pro Kind, und die Höchstaltersgrenze für die Berücksichtigung betreuungspflichtiger Kinder steigt von zehn auf 14 Jahre.

Außerdem können zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren einkommens- und vermögensunabhängig bis zu 15.000 Euro in Anspruch genommen werden. Und wenn es dennoch einmal finanziell eng wird: Die Stundungs- und Erlassmöglichkeiten aus sozialen Gründen haben sich für Geringverdienende verbessert.

Der allgemeine Vermögensfreibetrag wurde ebenfalls erhöht. Das Vermögen des Antragstellers wird erst ab einem Betrag von 45.000 Euro angerechnet. Dieser Freibetrag erhöht sich bei Verheirateten und Verpartnerten, die nicht dauerhaft getrennt leben, um 2.300 Euro. Für jedes Kind erhöht er sich um weitere 2.300 Euro. Das Vermögen des Ehe- oder Lebenspartners ist anrechnungsfrei. Dies gilt auch für eine angemessene, selbst genutzte Immobilie und ein entsprechendes Auto.
Die Antragstellung für das Aufstiegs-BAföG ist so leicht wie noch nie: Alle Formulare können online ausgefüllt werden. Wer persönlich beraten werden möchte, kontaktiert das Förderamt in Wohnortnähe.