Lebensbedrohliche Verläufe sind zwar selten, doch ist die Krankheit sehr schmerzhaft und kann zu teils schweren Komplikationen führen. Bei der Gürtelrose entsteht ein typisch bläschenförmiger Ausschlag, meist in Form eines halbseitigen Gürtels am Rumpf. Jeder Zweite, der das 85. Lebensjahr erreicht, erkrankt statistisch gesehen einmal an einer Gürtelrose.

Gürtelrose

"Eine Gürtelrose wird vom Zostervirus ausgelöst, das auch Windpocken verursachen kann. Und da es früher keine Impfung gegen das Zostervirus gab, tragen fast alle Menschen, die über 50 Jahre alt sind, es bereits in ihrem Körper. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, können sich die Viren vom Rückenmark ausgehend über die Nervenknoten ausbreiten. Sie gelangen in die Haut und erzeugen dann diesen bläschenförmigen Ausschlag." Chefredakteurin Claudia Röttger, vom Apothekenmagazin Senioren Ratgeber.

Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, rät daher allen über 60-Jährigen zur Impfung. Für Menschen mit einer Vorerkrankung wie Diabetes, Asthma oder Nierenschwäche gilt die Empfehlung sogar schon ab 50. Zum Zeitpunkt gibt es keine Vorgaben - die Gürtelrose ist nicht saisonabhängig wie die Grippe "Wichtig ist, dass man zum Zeitpunkt der Impfung nicht akut krank ist", sagt Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am Uniklinikum Jena.

Video: Wem hilft die Gürtelrose-Impfung?

"Der Verlauf einer Gürtelrose ist oft sehr schmerzhaft und die Behandlung kann sich über Monate hinziehen. Deshalb kann die Impfung vor teils schweren Komplikationen schützen. Man muss sich aber unbedingt zweimal impfen lassen, nur dann wirkt die Impfung. Das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken, das steigt leider mit dem Alter, sodass allen Menschen ab 60 Jahren eine Impfung unbedingt empfohlen wird", erläutert Claudia Röttger.

Grippeimpfung Symbolbild

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Manche Impfstoffe wirken sogar besser, wenn sie gleichzeitig gegeben werden.

Impfungen gegen Grippe am besten für Herbst planen

Zudem kommt die Impfung mit den inaktiven Bestandteilen der Varizella-Zoster-Viren, die auch Windpocken auslösen, nicht mit der Grippeimpfung in die Quere. Laut Kwetkat lassen sich beide Impfstoffe unproblematisch zeitnah verabreichen. "Manche Impfstoffe wirken sogar besser, wenn sie gleichzeitig gegeben werden. Bei Grippe und Pneumokokken zum Beispiel fällt die Immunantwort besser aus, wenn die Impfstoffe zusammen verabreicht werden", sagt Dr. Anja Kwetkat. Pneumokokken lösen eine Lungenentzündung aus. Jeder ab 60 sollte sich dagegen schützen. Den Impftermin dafür vereinbart man idealerweise für Oktober oder November - rechtzeitig vor der nächsten Grippewelle.

Informationen zur Grippeimpfung finden Sie auch hier

Corona: Sinnvolle Abfolge für Imptermine festlegen

In Verbindung mit einer Corona-Impfung sind die Impfexperten aufgrund fehlender Langzeiterfahrungen vorsichtiger. Empfohlen wird, vor und nach jeder Covid-19-Impfstoffdosis einen Mindestabstand von zwei Wochen zu anderen Impfungen einzuhalten. Allen, für die eine Erst-, Zweit- oder Auffrischimpfung gegen Corona ansteht, rät Geriaterin Kwetkat gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin eine sinnvolle Abfolge für alle anstehenden Impftermine festzulegen.