Mit häufigen Starkregen und Unwettern steigt auch das Hochwasser-Risiko in vielen Gebieten. Werden Wohngebäude überflutet, kann das insbesondere bei beschädigten Elektroanlagen zur tödlichen Gefahr werden.

4 Schutzmaßnahmen für elektrische Anlagen bei Überflutungen

1. Lebensgefahr: Elektroanlage von außen abschalten lassen

Steht das Haus bzw. der Keller unter Wasser, gilt höchste Vorsicht! Denn in der Regel sind dann auch der Zählerschrank und die elektrische Anlage überflutet und hier besteht Lebensgefahr. Zum einen können die Sicherungen und Schutzschalter, die normalerweise gegen elektrischen Schlag schützen, nicht mehr richtig funktionieren, und zum anderen kann das Wasser durch den Kontakt mit der elektrischen Anlage leitend sein und bei Berührung einen Stromschlag verursachen.
Bevor die überfluteten Räume betreten werden, muss die Elektroanlage von außen abgeschaltet werden, um Stromunfälle zu vermeiden. Dafür wenden sich die Bewohner direkt an den örtlichen Energieversorger. Das Gleiche gilt auch bei lokalen Überschwemmungen etwa durch starke Regenfälle. Kommt es hierbei zu einem Wassereinbruch im Keller, herrscht ebenfalls die Gefahr eines elektrischen Schlags.

Steckerleiste von Wasserschaden bedroht

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Vorsicht ist geboten, wenn bei einem Wasserschaden die Elektroinstallation in Mitleidenschaft gezogen wird.

2. Wie kann nach dem Hochwasser die Elektroinstallation möglichst schnell wieder in Betrieb genommen werden?

Auf keinen Fall darf die elektrische Anlage ohne vorherige Prüfung durch einen Fachmann wieder in Betrieb genommen werden! Ein Laie kann nicht erkennen, welche Installationen durch das Wasser beschädigt sind, es kann schnell zu einem lebensgefährlichen elektrischen Schlag kommen oder die angeschlossenen Geräte zerstört werden. Auch durchnässte Elektrogeräte wie Pumpen aber auch Waschmaschine, Lampen oder elektrische Werkzeuge müssen zunächst von einer qualifizierten Fachkraft auf Defekte überprüft werden.

3. Wer kann die Elektroinstallation nach einer Überflutung überprüfen?

Die Überprüfung des Hausanschlusskastens und des Stromzählers ist Aufgabe des Energieversorgers. Die elektrische Installation, Geräte und die Sicherungen im Zählerschrank kontrolliert der Fachbetrieb. Dabei werden die einzelnen Komponenten trockengelegt, von Schlamm und Schmutz befreit und auf ordnungsgemäßen Zustand überprüft.

Video: Hochwasser - Wie man Gebäude davor schützt

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4. Wie lässt sich die Elektroinstallation präventiv vor Unwettern schützen?

Um Schäden zu vermeiden, müssen nach der VDE-Vorschrift in hochwassergefährdeten Gebieten bei Neubau oder Sanierung Hausanschluss sowie Zählerplätze und Stromkreisverteiler oberhalb der zu erwartenden hundertjährigen Überschwemmungshöhe positioniert werden.

Grundsätzlich müssen alle neuen Stromkreise durch Fehlerstrom-Schutzschalter gesichert werden. Sind in Altbauten Stromkreise unterhalb der Überschwemmungshöhe im Einsatz, sollten Fehlerstrom-Schutzschalter aufgrund der besonderen Gefährdung nachgerüstet werden, falls noch keine vorhanden sind.