Schon früh erkannte der neuseeländische Trainer Arthur Lydiard die gesundheitlichen Vorteile des Laufens. 1961 gründete er den ersten Läuferverein und es dauerte nicht lange, bis das Laufvirus auch die USA infizierte. Nur ein Jahr später, 1962, ging in den Staaten das Buch „Jogging“ von Bill Bowerman etwa eine Million Mal über die Ladentheke. In Europa gilt der deutsche Sportmediziner Ernst van Aaken als „Laufdoktor“, der mit seiner Methode der Ausdauer den bis dahin vorherrschenden Intervalllauf ablöste.

Viel Luft um nichts?

Wer regelmäßig joggt, kann sein Lungenvolumen auf bis zu sechs Liter auswei-ten. Ein fitter Läufer ist daher in der Lage, mit nur einem Atemzug bis zu sechs Liter Sauerstoff aufzunehmen, während Untrainierte gerade einmal ein Zwölftel davon schaffen. Mit der richtigen Pulsfrequenz und in entsprechender Umgebung, wie z. B. im Wald, kann die Sauerstoffversorgung sogar noch einmal um bis zu 100 % erhöht werden. Die dadurch verbesserte Durchblutung senkt den Stresslevel deutlich und hebt gleichzeitig die Laune.

Joggen verbessert die eigenen Leistungsfähigkeit.

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Joggen verbessert die eigenen Leistungsfähigkeit.

Der Körper läuft auf Hochtouren

Auf dem Laufenden bleiben lohnt sich also, denn Joggen ist nicht nur ein ausgezeichneter Fatburner, sondern verbessert insgesamt die eigene Leistungsfähig  keit: Regelmäßiges Lauftraining fördert die Durchblutung von Muskeln und Organen, auch das Herz wird mit mehr Blut versorgt: Je häufiger man läuft, desto  mehr stärkt man den „eigenen Motor“. Zudem werden alle Körperzellen mit Sauerstoff versorgt, der durch die erhöhte Anzahl an Mitochondrien sofort zu Energie verarbeitet werden kann. Die Folge: Die Muskeln arbeiten effektiver, das Gehirn schneller und auch die Leber kann Schadstoffe schneller aus dem Körper scheiden. 

Depressionen den Laufpass geben

Vor allem Ausdauersportarten können bei Depressionen eine unterstützende Rolle einnehmen. Joggen erhöht beispielsweise die Produktion von sogenannten Glückshormonen wie Endorphinen und ACTH (Adrenocorticotropen Hormonen): Bewegung macht also nicht nur fit, sondern auch glücklich. Tests bestätigten darüber hinaus, dass regelmäßiges Laufen bei depressiven Patienten die gleiche Wirkung hatte wie eine Psychotherapie. Die Betroffenen wurden durch den Lauf-sport widerstandsfähiger gegen Stress und berichteten allgemein über ein wach-sendes seelisches Wohlbefinden nach den Trainingseinheiten. Verantwortlich dafür sind Dopamine aus der Gruppe der Katecholamine, die nahezu alle psychischen Funktionen beeinflussen und bei depressiven Patienten in einer zu geringen Konzentration vorkommen. Schon ein paar wenige Jogging-Einheiten die Woche beheben diesen Mangel, wirken stimmungsaufhellend und führen so Schritt für Schritt zu seelischem Gleichgewicht.