Möchten Sie gerne ein Haustier aufnehmen und ist Ihre Entscheidung, nach reiflicher Überlegung und gründlicher Information (im Internet gibt es dazu viele sehr gute und informative Seiten) für die Aufnahme von Kaninchen ausgefallen, gibt es doch noch einige sehr wichtige Dinge, die Sie vor der Anschaffung bedenken sollten:

Allgemeines zur Anschaffung von Kaninchen

  • Allergien (auf Heu, Kaninchenhaare, Staub, Stroh) innerhalb der Familie sind auszuschließen; Kinder sollten erst ab 8-10 Jahren, je nach ihrem Charakter, selbständig Kaninchen versorgen. Vorher nur mit einem Elternteil zusammen.
  • Kaninchen sind keine Kuscheltiere, möchten nicht hochgenommen werden. Sie sind kein Spielzeug für Kinder und gehören auch nicht (auch nicht in einem größeren Gehege) in ein Kinderzimmer. Kaninchen sind nachts munter und machen Krach.
  • Wohin im Urlaub, wer kümmert sich dann um die Tiere; findet sich niemand gibt es vielleicht in Ihrer Nähe eine Pension? Aber auch die kostet Geld pro Tag.
  • Kaninchen sind nicht billig in der Unterhaltung:  Sie brauchen mehrmals täglich Futter (auch im Winter bei hohen Gemüsepreisen), Tierarztkosten und Medikamente bei Krankheiten summieren sich schnell.

Kaninchen sind wundervolle Wesen, die unser Herz in kurzer Zeit stehlen. Aber sie haben für so ein kleines Tier sehr große Bedürfnisse und es ist wichtig, dass Sie diese erfüllen können.

Welches Gehege für Kaninchen?

Kaninchen können bei guter Haltung und Pflege 10 Jahre alt werden, sie dürfen nicht alleine gehalten werden (mindestens mit einem Partnertier zusammen, gerne mehr) und auf keinem Fall in einem handelsüblichen Käfig. Seit September 2019 ist dazu das Tierschutzgesetz angepasst worden. Einem Kaninchen bis max. 3 kg müssen rund um die Uhr mindestens 6 qm Fläche zur Verfügung gestellt werden.  Sie haben die Möglichkeit, die Kaninchen in freier Wohnungshaltung, in einem Gehege innerhalb der Wohnung oder in Außenhaltung unterzubringen.

Bei freier Wohnungshaltung oder einem Gehege in der Wohnung mit Auslauf sollten Sie darauf achten, dass es keine giftigen Zimmerpflanzen gibt, sämtliche erreichbaren Kabel und Steckdosen sollten gesichert werden. Liegen Ihnen Ihre Holzmöbel am Herzen, sichern Sie auch diese, eben alles, was Ihnen lieb und wert ist. Kaninchen nagen nun mal gerne alles an.

Oder Sie dürfen sie nicht ohne Aufsicht laufen lassen. Das kann für das Kaninchen unter Umständen zum Tode führen.

Kleines Kaninchen auf dem Rasen

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Kaninchen brauchen genügend Platz, um sich wohlzufühlen.

Kaninchen richtig ernähren

Auch bei der Ernährung für Kaninchen gibt es einiges zu beachten. Die Futtermischungen, die man in jedem Supermarkt sehr günstig kaufen kann, sind sehr ungesund für Kaninchen und verursachen oft Blähungen und Durchfall.

Hauptbestandteil der Ernährung für Kaninchen sollte immer frisches Grünfutter sein. Am besten eignet sich Blattgemüse wie Salat, Kohl, Spinat, Möhrengrün, Kohlrabiblätter, Stangensellerie und verschiedene Küchenkräuter. Heu ist eins der wichtigsten Nahrungsmittel für Kaninchen und sollte 24 Stunden zur Verfügung stehen. Dies ist wichtig für den Zahnabrieb. Neben den Salaten kann man auch Karotten, Wurzelpetersilie usw. anbieten. Auch Obst wie Äpfel, Birnen und im Sommer Wassermelone dürfen ab und zu gefüttert werden, Bananen und Erdbeeren dürfen sie auch fressen.

Ebenso muss das Wasser einmal täglich gewechselt werden.

Kind hält ein Kaninchen

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Die süßen Tiere hoppeln sich in kürzester Zeit in unser Herz.

Woher bekommt man Kaninchen?

Haben Sie zu allen diesen Hinweisen eine Lösung gefunden, können Sie überlegen, wo Sie sich umschauen:

  • Evtl. in Tierheimen. Dort sind die Böckchen meistens schon kastriert und geimpft und die Mitarbeiter kennen auch den Charakter eines Tieres ganz gut. Können Sie also beraten, welche beiden zusammenpassen.
  • Oder es wartet da schon ein Pärchen auf ein neues, liebevolles Zuhause. Dann entfällt auch eine Vergesellschaftung, die ja bei zwei fremden Tieren nötig ist, aber gerade bei Anfängern vielleicht nicht unproblematisch abläuft.
  • Sie können sich auch bei Notaufnahmestationen, Pflegestellen und Gnadenhöfen (dort leben auch oft junge und gesunde Tiere, die dort abgegeben wurden) umschauen. Solche Stellen finden Sie auch oft in den sozialen Netzwerken/Internet.

Von Zoofachgeschäften oder Abteilungen in Baumärkten raten wir dringend ab. Die Jungtiere werden viel zu früh von der Mutter getrennt und zum Kauf angeboten.

Muss es unbedingt ein Züchter sein, achten Sie auf einen sehr guten Züchter, also auch dort leben die Kaninchen in großen Gehegen, haben Auslauf. Es sollte dort alles sauber und gepflegt aussehen, genügend Futter muss vorhanden sein.  Holen Sie sich kein Tier, das jünger als 10 Monate ist (besser 12 Monate). Die Kleinen brauchen dringend ihre Mutter noch, damit sie auch gut sozialisiert werden.

Gerade für Anfänger in der Kaninchenhaltung raten wir erstmal nur zu zwei Kaninchen. Evtl. zu einem kastrierten Rammler und einem Weibchen. Da klappt es mit der Harmonie erfahrungsgemäß am besten.