Gelassenheit, Mut und Zuversicht - diese Mischung findet sich in der Kölner Redensart: "Et hätt noch immer jot jejange." ("Es ist bisher noch immer gut gegangen."). Doch auch wer nicht aus dem fröhlichen Rheinland stammt, kann Zuversicht leben. Vielen Menschen im Ruhestand gelingt das besonders gut: Denn auch wenn das Leben mit dem Alter nicht unbedingt leichter wird, und körperliche Beschwerden oder Einschränkungen auftauchen, schauen sie frohen Mutes auf das Jetzt und das Kommende. "Gerade ältere Menschen blicken auf ein langes Leben zurück, in dem es sicher auch Krisen gab. Und die hat man gemeistert, andernfalls stände man jetzt nicht hier", erläutert die Psychotherapeutin Julia Leithäuser. Daraus haben viele gelernt, dass nach schlechten Zeiten auch wieder gute kommen.

Eine positive Haltung lässt sich lernen

Positive Gefühle und Gedanken wirken wie ein Medikament, das sich jeder selbst verabreichen kann. Doch woher kommt die positive Haltung? Zuversicht, eine Eigenschaft, die sich zwischen Optimismus und Hoffen ansiedelt, wird einem nicht in die Wiege gelegt. Im Gegenteil: Unser Gedächtnis richtet von Natur aus den Fokus auf negative Erlebnisse und erinnert sich eher an diese als an Positives. Bei manchen Menschen schleifen sich dadurch ungünstige Denkmuster ein. Die gute Nachricht: Jeder kann sich in einer positiven Sichtweise üben - etwa indem er ein Glückstagebuch führt.

Tipp: Nehmen Sie sich zum Beispiel ein Heft und schreiben jeden Abend drei Dinge hinein, über die Sie sich gefreut haben oder wofür Sie dankbar sind, ein Lächeln, ein gelungener Tagesablauf oder eine Blume am Straßenrand.

Zuversichtliche leben gesünder - und länger

Wer mit positivem Schwung durch den Tag geht, isst gesünder, bewegt sich häufiger, meidet schädliche Angewohnheiten wie Rauche, und erleidet seltener einen Schlaganfall oder Herzversagen. Nachweislich leben zuversichtliche Menschen sogar länger, wenn sie schwer erkranken. Also nur noch mit rosaroter Brille durchs Leben gehen? Darum geht es nicht. Eigene Probleme und die anderer werden dann nicht ernst genommen - es braucht daher eine gesunde Balance.
"Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende." Eine optimistische Sichtweise, die wir uns gerade in  schwierigen Zeiten angewöhnen sollten, denn sie gibt uns Kraft.