Platten, Matten, Dämmstoff-Flocken? Gar nicht so leicht für Hausbesitzer, da durchzublicken. Energie-Fachberater Rolf-Peter Weule gibt einen Überblick über die Dämmstoff-Vielfalt von A bis Z.

Calciumsilikat: Dieser relativ neue Dämmstoff besteht aus Kalk, Quarzsand, Wasser und Zellulosefasern, angeboten wird Calciumsilikat in Plattenform. Der Dämmstoff reguliert die Feuchtigkeit in Räumen und schützt vor Schimmel. Deshalb wird Kalziumsilikat oft bei der Innendämmung der Fassade, an feuchten Stellen und zur Schimmelsanierung eingesetzt.

Glaswolle: Glaswolle gehört zu den Mineralwolle-Dämmstoffen und besteht aus Quarzsand, Soda, Kalkstein und Altglas. Sie ist erhältlich als Filz, Matte oder lose Glaswolle. Dämmstoffe aus Glaswolle sind nicht brennbar und universell einsetzbar.

Dachdämmung mit Polyurethan-Spritzschaum

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Dachdämmung mit Polyurethan-Spritzschaum

Hanf: Hanf und auch Flachs gehören zu den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Angeboten werden sie als Filz oder Matten und vor allem bei der Dachdämmung eingesetzt.

Holzfaser-Dämmstoffe: Dämmstoffe aus Holzfaser sind unter den Naturdämmstoffen am weitesten verbreitet, hergestellt werden sie aus Nadelholzabfall. Holzfaser-Dämmstoffe gibt es als Platten oder lose Holzwolle. Lesen Sie hier mehr zum Dämmen mit Holz.

Kork: Der Naturdämmstoff wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen. Es gibt ihn als Schüttung für Hohlräume und als Korkplatten.

Perlite: Das Steingranulat besteht aus vulkanischem Gestein und wird als Dämmstoff-Schüttung angeboten. Zum Einsatz kommt es zum Beispiel bei der Bodendämmung und als Kerndämmung.

Innovative Dämmstoffe

Auch im Bereich der Dämmstoffe wird viel geforscht und hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan. So gibt es jetzt zum Beispiel eine Dämmung aus Aerogelen oder Schaumkunststoffe aus polymerisierter Milchsäure. Es werden vor allem deutlich dünnere und effektivere Dämmstoffe zur Steigerung der Energieffizienz entwickelt. Besonders ökologisch und "made in Germany" ist auch der Dämmstoff ecosphere aus Glaskugeln, der rein mineralisch und komplett recyclebar ist.

Polyurethan-Hartschaum (PUR): PUR-Dämmstoffe bestehen aus Erdöl. Sie erreichen auch bei geringer Dicke eine gute Wärmedämmung und kommen oft bei der Aufsparrendämmung und Flachdachdämmung zum Einsatz.

Polystyrol-Extruderschaum (XPS): Dämmplatten aus XPS nehmen kaum Wasser auf. Deshalb kommt dieser Dämmstoff oft an Kellerwänden und unter der Bodenplatte zum Einsatz.

Polystyrol-Partikelschaum (EPS): Dämmstoffe aus EPS sind weit verbreitet. In Deutschland sind die weißen und silbergrauen Hartschäume eher unter ihren Markennamen bekannt, wie zum Beispiel als Styropor. Die Platten kommen bei der Dämmung von Außenwänden, Dach und Decken zum Einsatz.

Schafwolle: Matten, Filze oder lose Dämmstoff-Wolle aus Schafwolle verlieren auch im feuchten Zustand ihre Dämmwirkung nicht.

Schaumglas: Dämmstoff-Platten aus Schaumglas sind wasserdicht, druckfest und sehr beständig. Sie bestehen aus Silikat-Glas und kommen vor allem an feuchteempfindlichen Stellen wie zum Beispiel bei der Kellerdämmung zum Einsatz.

Zuschneiden von Steinwolle zur Dämmung

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Mineralwolle ist ein oft verwendeter Dämmstoff.

Steinwolle: Steinwolle gehört zu den Mineralwolle-Dämmstoffen. Sie enthält die Schmelze von Feldspat, Dolomit, Sand und Kalkstein sowie Altglas und Kunstharzbinder. Verwendung findet Steinwolle als Filz, Matte oder Dämmstoff-Flocken. Der Dämmstoff ist nicht brennbar und kommt vielfältig zum Einsatz.

Vakuuminsolationspaneele (VIP): Diese Dämmstoffe sind neu auf dem Markt und erreichen zur Zeit die beste Dämmwirkung, so dass die Dämmung besonders platzsparend ausfällt. Vakuumdämmplatten bestehen aus einem offenporigen Stützkern und einer hochdichten Hülle. Weil das Vakuum nicht beschädigt werden darf, ist eine genaue Planung und sorgfältige Verarbeitung der Dämmung erforderlich.

Zellulose: Dieser günstige Dämmstoff aus zerfasertem Altpapier ist als Schüttung oder gepresst in Plattenform erhältlich. Teilweise sind Borsalze für einen besseren Brandschutz und zur Vorbeugung gegen Schimmel zugesetzt. Die Schüttung eignet sich beispielsweise zur Dachbodendämmung.