Modernisieren lohnt sich: Wer bislang mit dem Austausch seiner veralteten Heizungsanlage gewartet hat, sollte jetzt aktiv werden. Denn mit rund 90 Prozent entfällt der größte Anteil des Energieverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt auf Heizung und Warmwasserbereitung. Auf der anderen Seite sind die seit Jahresbeginn deutlich gestiegenen Kosten für Heizöl ein Indiz dafür, dass der Trend zu immer höheren Energiepreisen anhält. Wer seine Kosten für Öl und Gas vor diesem Hintergrund dauerhaft senken will, sollte in moderne, effiziente Heiztechnik investieren.

In der Praxis wird noch zu wenig getan. Nur rund 20 Prozent aller Heizungen in Deutschland entsprechen dem aktuellen Stand der Technik, das durchschnittliche Austauschalter eines Kessels liegt bei 25 Jahren. Diesen Modernisierungsstau gilt es aufzulösen – durch Einsatz effizienter Heiztechnik auf der einen sowie die Substitution fossiler durch erneuerbare Energien auf der anderen Seite.

Brennwerttechnik, die wirtschaftlichste Alternative

Welche Möglichkeiten es zur energetischen Sanierung gibt, hängt vom Einzelfall ab – von der Gebäudebeschaffenheit, vom zur Verfügung stehenden Energieträger und letztlich auch vom Budget des Anlagenbetreibers. Mit ihrem hohen Einsparpotenzial und den niedrigen Gesamtinvestitionen bietet sich die Brennwerttechnik als wirtschaftlichste Lösung an. Durch den Einsatz eines modernen, effizienten Öl- oder Gaskessels kann der Verbrauch gegenüber einer veralteten Heizungsanlage um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. 

In jedem Fall empfiehlt es sich, den neuen Wärmeerzeuger mit einer thermischen Solaranlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung zu kombinieren. So kann im Sommer die Warmwasserbereitung ausschließlich durch Sonnenenergie erfolgen. Mit Heizungsunterstützung lassen sich durch eine Solaranlage über das Jahr gerechnet mehr als 30 Prozent Brennstoffkosten einsparen.

Biomassekessel bieten Komfort und Bedienerfreundlichkeit

Den mit 70 Prozent größten Anteil an den Erneuerbaren Energien hat Biomasse – und das aus gutem Grund: Scheitholz und Pellets zum Beispiel müssen nicht importiert werden, sind ganzjährig verfügbar, lassen sich leicht lagern und verbrennen CO²-neutral. Im Unterschied zu Kachelöfen und Kaminen, bei denen meist die dekorative Wirkung im Vordergrund steht, eignen sich moderne Biomassekessel zur komfortablen zentralen Beheizung von Gebäuden und zur Trinkwassererwärmung. Dabei wird die erzeugte Wärmemenge dem aktuellen Bedarf angepasst, so dass ein solcher Kessel in puncto Komfort und Bedienerfreundlichkeit in etwa einer Öl-/Gasheizung entspricht.

Wärmepumpe auch für die Modernisierung geeignet

Mit ihren herausragenden Leistungsmerkmalen bietet sich auch eine Wärmepumpe für die Modernisierung an. Vergleichsweise niedrige Betriebskosten, Umweltschutzaspekte sowie die Unabhängigkeit von Öl und Gas sprechen für den Einsatz dieser zukunftsorientierten Technologie. Besonders effizient arbeitet eine Wärmepumpe, wenn das Gebäude gut gedämmt ist oder das Heizungssystem mit niedrigen Temperaturen betrieben werden kann – zum Beispiel bei einer Fußbodenheizung. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination einer bereits bestehenden Brennwertanlage mit einer Wärmepumpe.

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Die richtige Innentemperatur sorgt für eine gesunde und angenehme Wohnatmosphäre.

Höhere Zuschüsse für thermische Solaranlagen, Wärmepumpen und Biomassekessel

Hausbesitzer, die sich jetzt für die Modernisierung ihrer veralteten Heizung entscheiden, profitieren von im vergangenen Jahr erhöhten Förderung durch das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesumweltministeriums.

Für thermische Solaranlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung wurde eine neue Sockelförderung eingeführt. Mindestens 1.500 Euro beträgt ab sofort der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgezahlte Zuschuss – das ist vor allem für die Betreiber kleinerer Anlagen von Vorteil. Zum Vergleich: Bisher wurde eine durchschnittliche Solaranlage mit einer Kollektorfläche von 13 Quadratmetern lediglich mit 1.170 Euro bezuschusst. Sofern gleichzeitig der veraltete Heizkessel durch ein modernes, hocheffizientes Brennwertgerät ausgetauscht wird, erhält der Investor zusätzlich zur erhöhten Solarförderung einen „Kesseltauschbonus“ von 500 Euro.

Bei Scheitholz- und Pelletkesseln wurde die Basisförderung um 400 Euro erhöht. Je nach Leistung des Kessels liegt sie zwischen 1.400 und 2.900 Euro. Bei gleichzeitiger Installation einer thermischen Solaranlage wird darüber hinaus ein „Kombinationsbonus“ von 500 Euro ausgezahlt. Bei Anlagen zur Heizungsunterstützung greift außerdem die Solarförderung.

Beides gilt auch für den Einsatz von Wärmepumpen im Gebäudebestand. Hier beträgt der Kombinationsbonus ebenfalls 500 Euro, mit weiteren 500 Euro wird die Investition in einen Pufferspeicher mit einem Volumen von mindestens 30 Litern pro Kilowatt gefördert. Dazu kommt die Sockelförderung, die je nach Typ und Leistung der Wärmepumpe bis zu 4.000 Euro beträgt.

KfW-Förderprogramm „Energieeffizienz Sanieren“

Auch wenn mit Brennwerttechnik geheizt wird, gibt es eine attraktive Fördermöglichkeit, nämlich durch das Programm „Energieeffizient Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Bundesregierung hat auch hier verbesserte Förderbedingungen beschlossen. Danach wird der Austausch von veralteten Heizungsanlagen gegen effiziente Technik mit 10 Prozent (bisher 7,5 Prozent) der Investitionssumme bezuschusst, die maximale Förderung  wurde von 3.750 auf 5.000 Euro erhöht.

Die KfW-Förderung gilt auch für die Modernisierung mit einer thermischen Solaranlage zur Trinkwasserbereitung, einem Biomassekessel (zum Beispiel für Scheitholz oder Holzpellets) oder einer Wärmepumpe, sofern diese Anlage zusammen mit einem Brennwertkessel installiert wird. Voraussetzung ist in jedem Fall der Einbau von Hocheffizienzpumpen und ein hydraulischer Abgleich durch den Heizungsfachmann