Dahinter verbirgt sich ein Verein, mit Hauptsitz in Basel, der das Ziel verfolgt, Menschen aus verschiedenen Kulturen in Museen der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands zusammenzubringen.

„Ein Ziel des Museums-PASS-Musées ist die Begegnung zwischen den Ländern und zwischen den Menschen“, erklärt Gilles Meyer, Geschäftsführer des Vereins Museums-PASS-Musées. Mit dem Museumspass können Besucher für ein Jahr lang gratis in 345 Museen, Schlösser oder Gärten, egal ob Sonder- oder Dauerausstellung. Neben dem Inhaber erhalten zudem auch bis zu fünf Kinder unter 18 Jahre einen kostenlosen Eintritt. Ein verwandtschaftliches Verhältnis ist dabei nicht notwendig.

Ein weiterer Vorteil ist der direkte Zugang: „Sie müssen nicht in einer Schlange warten. Sie zeigen nur ihren Pass vor, der wird gescannt und sie kommen hinein“, erklärt Meyer. Der Museumspass ist für 112 Euro bei jedem der teilnehmenden Museen am Empfang erhältlich.

Video-Interview mit Gilles Meyer, Geschäftsführer des Vereins Museums-PASS-Musées

Kulturelle Entdeckungstrips

Zum Einzugsgebiet gehören neben ganz Baden-Württemberg auch die Pfalz, auf französischer Seite das Elsass, Lothringen sowie Franche-Comté, und auf schweizerischer Seite die sechs Kantone: Basel-Stadt, Basel-Land, Kanton Bern, Jura, Aargau und Solothurn.

Besitzern des  Museums-PASS-Musées werden immer wieder exklusive Events geboten. Die Pandemie mal außeracht gelassen, lädt der Verein jeden Monat einmal etwa 150 Passinhaber zu einer Veranstaltung ein, inklusive Führung und Empfang – zweisprachig, auf Deutsch und Französisch. „Hier sollten sich die Menschen begegnen und gemeinsam etwas entdecken“, so Meyer.

Immer wieder lädt der Verein auch zu einem kulturellen Entdeckungstrip in fremde Länder ein, in der Vergangenheit so nach New York, London, Russland oder Madrid. Hier werden Spezialorte besucht, Museumsgänge angeboten und auch kulinarische Orte aufgesucht. „Denn auch die Kulinarik der jeweiligen Länder ist Teil der jeweiligen Kultur. Das Ziel ist es, dass diese Leute sich treffen, kennenlernen und Freundschaften schließen können“, so Meyer.

Großer Appetit auf Kultur

So sehr die Pandemie auch die Veranstaltungspläne gerade durcheinanderwirbelt, habe sie aber auch gezeigt, wie sehr die Menschen sich nach einem kulturellen Erlebnis sehnen, meint Meyer. „Viele fragen uns, wann sie endlich wieder ins Museum können und die tollen Werke entdecken dürfen. Die Leute haben einen riesigen Appetit auf Kultur.“

Finanzierung

Die Idee zum Museums-PASS-Musées entstand 1996 durch das Forum Kultur im Rahmen der Oberrheinkonferenz. 1999 wurde daraufhin der Verein Oberrheinischer Museumspass gegründet. 2013 erfolgte die Umbenennung in den Museums-PASS-Musées. Seitdem wird das Gebiet stetig erweitert. Zu Anfangs wurde der Verein durch Fördermittel getragen. Bereits seit 2002 finanziert er sich selbst. „Mit dem Museumspass kommen Sie kostenlos in alle teilnehmenden Museen. Dadurch ergibt sich theoretisch für die Museen erstmal ein Einnahmeverlust, da Sie keinen regulären Eintritt bezahlen“, erklärt Meyer. Dieser theoretische Einnahmeverlust wird aber später aufgefangen.

Der Verein behält etwa 12 bis 14 Prozent des Umsatzes beim Verkauf des Passes ein. Hinzu kommen noch Mitgliederbeiträge der Museen – jedes, egal welcher Größe, zahlt jährlich 200 Euro – sowie Sponsoren. „Das Geld, was letztlich übrig bleibt, wird an alle Museen, die in unserem Verein sind, zurückerstattet“, so Meyer.

Ein langer Weg

Ein leichtes Unterfangen war die Umsetzung des „ersten trinationalen Kulturprojektes“ aber nicht, wie Meyer verrät. Sowohl die verschiedenen Währungen vor Einführung des Euros, als auch die Mehrsprachigkeit waren und sind eine Herausforderung. „Zudem müssen Museen und Politiker bereit sein, zusammenzuarbeiten, und das über die Grenzen hinweg“, so Meyer weiter.

Die anfängliche Angst, dass die Menschen nicht bereit seien, über Grenzen hinweg zu Museen zu reisen, verflog schnell. „Die Museen haben gesehen, dass die Leute kommen und dabei auch Grenzen überwinden, und das sogar öfters. Die Kundenbindung war also da“, so Meyer.

Für Museumsliebhaber hat Meyer noch ein paar Geheimtipps parat:  „Spontan fällt mir da das Dreiländer-Museum in Lörrach oder das Markgräfler Museum in Mühlheim ein.“ Auf französischer Seite sei beispielsweise das Lalique einen Besuch wert und in der Schweiz die Basler Papiermühle. Natürlich seien auch die Klassiker wie das Museum Frieder Burda, das Vitra in Weil am Rhein oder das Porsche Museum in Stuttgart einen Ausflug wert. „Es gibt so viele Schlösser, Museen und Gärten zu besuchen. Für jeden findet sich etwas“, erklärt Meyer.