Aber was sind eigentlich die Unterschiede zwischen Nachhilfe und einer pädagogischen Förderung? Auf den ersten Blick verfolgen Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung und Förderung das gleiche Ziel: Die Leistungen des Kindes in einem oder mehreren Fächern sollen sich verbessern.

Nachhilfe

Nachhilfe kann individuell oder in der Gruppe erfolgen. Der Nachhilfelehrer oder das Nachhilfe-Institut nimmt in der Regel vor allem die Zeit bis zur nächsten Klassenarbeit in den Blick, wiederholt den aktuellen Schulstoff, unterstützt den Schüler beim Lernen und beim Erledigen der Hausaufgaben. Ziel ist das schnelle Schließen von Lücken im Lernstoff, die durch Fehlzeiten aufgrund von Krankheit, einem Leistungstief oder Desinteresse entstanden sind. Nachhilfe ist aber keine reine Hausaufgabenbetreuung.

Hausaufgabenbetreuung

Dort fertigt das Kind seine Hausaufgaben in sämtlichen Fächern (meist in der Gruppe) eigenständig an und wird dabei von einer Aufsichtsperson betreut, die ihm bei Bedarf Fragen beantwortet. Bei auftretenden Problemen kann sie es unterstützen. Eine Aufarbeitung des aktuellen Schulstoffes oder Hilfe bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche kann und will die Hausaufgabenbetreuung nicht leisten.

Gezielte Förderung

Pädagogische Förderung geht grundlegender vor. Ihr vorrangiges Ziel ist es nicht, dass das Kind in der nächsten Klassenarbeit eine bessere Note schreibt, sondern dass es nicht vollzogene Lernschritte systematisch nachholt und seine Leistungen so langfristig und nachhaltig verbessert. Für ein Kind mit LRS bedeutet das, dass seine Defizite im Lesen und Schreiben ermittelt und dann von Grund auf, nach und nach, beseitigt werden.

Was eignet sich für wen?

Nachhilfe eignet sich für Schüler, die den aktuellen Schulstoff wegen Fehlzeiten nicht beherrschen oder in einem bestimmten Fach Schwierigkeiten haben, sonst aber gute Leistungen zeigen. Die pädagogische Förderung orientiert sich nicht am aktuellen Schulstoff. Sie hilft Schülern, deren Probleme in einem oder mehreren Fächern auf Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten beruhen und setzt an den individuellen Stärken und Schwächen der Kinder an.