Neben den so genannten Standvögeln, die das ganze Jahr über in hiesigen Breiten bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen.

Im Jahr 2018 hatten insgesamt mehr als 135.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus über 92.000 Gärten mehr als drei Millionen Vögel gemeldet. Allein aus dem Südwesten beteiligten sich mehr als 13.000 Menschen. Sie zählten in baden-württembergischen Parks und Gärten insgesamt 347.808 Vögel.

Wieder mehr Wintervögel

Nach den sehr niedrigen Zahlen im Winter 2017 konnten 2018 wieder mehr Wintervögel in Deutschlands Gärten und Parks beobachtet werden. Im Vergleich wurden damit wieder elf Prozent mehr Vögel gesichtet.
In der Rangliste der häufigsten Wintervögel haben sich 2018 Kohl- und Blaumeise den zweiten und dritten Platz hinter dem Haussperling zurückerobert. Hauben- und Tannenmeisen kamen im Vergleich zu 2017 sogar doppelt bis dreimal so häufig in die Gärten. Auch andere typische Waldvögel, wie Kleiber, Gimpel, Buntspecht und Eichelhäher wurden häufiger gemeldet.

Wintervogelbeobachtung

NABU/Anette Wolff

Entgegen dem insgesamt abnehmenden Trend bei den Wintervögeln konnte 2018 bei einigen Vogelarten, die Deutschland im Winter üblicherweise nur teilweise verlassen, ein deutlicher Trend zu vermehrten Überwinterungen in Deutschland festgestellt werden. Bestes Beispiel ist der Star. Dieser erzielte 2018 sein mit Abstand bestes Ergebnis. Statt wie früher in jedem 25. Garten wird er inzwischen bereits in jedem 13. Garten auch bei der Winterzählung angetroffen. Mit fast 4.700 Vögeln wurden noch nie so viele Stare im Winter in baden-württembergischen Siedlungen gesichtet wie 2018.

Der Haussperling konnte seinen Platz als häufigster Gast am Futterhaus verteidigen. Unter den Top Ten der häufigsten Wintervögel hat die Amsel am stärksten verloren. Fast ein Drittel weniger Amseln als 2017 waren beobachtet worden, so der NABU. Damit rutschte sie von Platz zwei auf Platz fünf ab. Ein möglicher Grund dafür könne der für diese Vögel tödliche Usutu-Virus sein.

Forschung zum Mitmachen

Das Meldeformular für die kommende „Stunde der Wintervögel“ wird am 4. Januar 2019 freigeschaltet und ist über die Internet-Seite des NABU Baden-Württemberg erreichbar: www.baden-wuerttemberg.nabu.de