Bei einem Zahnverlust entscheiden sich immer mehr Patienten für festsitzende Lösungen und greifen bevorzugt auf hochwertige Implantate zurück. Dabei bedarf es genauso wie bei echten Zähnen einer sorgfältigen Pflege, denn auch künstliche Wurzeln leiden unter schlechter Hygiene. So kann Plaque, also ein hartnäckiger Bakterienteppich, Entzündungsreaktionen hervorrufen, in Fachkreisen auch Periimplantitis genannt. Unbehandelt bilden sich mit der Zeit Schleimhaut und Knochensubstanz zurück.

Zunge mit Zungenschaber reinigen

AndreyPopov/iStock/Getty Images Plus

Ein Zungenschaber ist eine sinnvolle Ergänzung beim täglichen Zahnhygieneprogramm.

Verlust des Implantates. Aus diesem Grund gilt sowohl der gründlichen Pflege als auch der richtigen Ernährung nach erfolgreicher Implantation besondere Aufmerksamkeit“, weiß Dr. Dr. Manfred Nilius, Facharzt für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Leiter der Praxisklinik Nilius in Dortmund und Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie, kurz DGZI.

Schonende Pflege

Oftmals fürchten die Betroffenen, die gereizte Stelle nach einem frisch gesetzten Implantat zu reinigen. „In den ersten Tagen nach dem Eingriff raten wir zu einem vorsichtigen Spülen mit einer desinfizierenden Mundspüllösung. Um die empfindliche Stelle nicht zusätzlich zu reizen, empfehlen sich Zahnbürsten mit weichen Borsten für eine schonende Reinigung. Außerdem eignen sich Interdentalbürstchen zur Beseitigung von Bakterien und Vorbeugung von Plaque“, erklärt Dr. Nilius.

Bei sehr schmalen Abständen bietet sich der Einsatz von Zahnseide an, allerdings besteht bei unsachgemäßer Anwendung die Gefahr, das Zahnfleisch zu verletzen. Auch die Verwendung des Zungenschabers stellt eine wertvolle Ergänzung dar, da Patienten diesen Bereich oftmals vergessen. Bei unregelmäßiger Pflege besteht allerdings erhöhte Infektionsgefahr und im Ernstfall Periimplantitis. Dabei gelangen schädliche Mikroorganismen über das Zahnfleisch zur künstlichen Wurzel und können sogar bis tief in den Kieferknochen wandern.

Frau isst Salat

YanLev/iStockphoto/Thinkstock

Bei der Ernährung auch an die Zahngesundheit denken.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Generell gilt, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sowie professionelle Zahnreinigungen wahrnehmen, damit der Arzt schnell auf Veränderungen reagieren kann. Gesunde Ernährung Für eine rasche Wundheilung in der Zeit nach einer Implantation spielt auch die richtige Ernährung eine große Rolle. „Gesunde und frische Lebensmittel sind für die Zeit nach einer Implantation unerlässlich. Fisch, Geflügel sowie frisches Obst und Gemüse in Form von Suppen oder zahngesunden Smoothies helfen bei diesem Prozess. Auf Milchprodukte sollten Patienten vorerst verzichten, da sie die Wirkung von Antibiotika unter Umständen einschränken. Zitrusfrüchte und Genussmittel wie Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Nikotin sollten Betroffene ebenfalls vermeiden, um den Heilungsprozess nicht zu stören“, so Dr. Manfred Nilius.

Eine Anpassung der Essgewohnheiten sorgt sowohl für eine Linderung der Beschwerden wie Schmerzen, Blutungen oder Schwellungen als auch für eine Unterstützung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Selbst wenn keine Probleme mit den aktuellen „Dritten“ bestehen, empfiehlt sich eine gesunde und ausgewogene Kost, um eine lange Lebensdauer des Implantates zu unterstützen.