Bärbel Adelhelm aus Erligheim bei Ludwigsburg ist Köchin mit Leib und Seele. Auf ihrer Facebook-Seite präsentiert die „schwäbische Allrounderin“ Alltags- und Küchentipps, Koch- und Backrezepte ganz nach ihrem persönlichen Gusto und zur Freude ihrer über 6000 Follower. Auch in TV-Formaten wie „Die Küchenschlacht“ oder „3 Teller für Lafer“ bewies die quirlige Küchenfee schon ihre Kompetenz. Zum Nachkochen für zu Hause, ohne viel Schnickschnack und „einfach, gut“ – wie ihr Leitgedanke lautet, gibt es hier ein vegetarisches Herbstgericht aus ihrem Rezeptbuch.
Herbstzeit ist Pilzzeit. Die schmackhaften Waldboten sind reich an Kalzium, Magnesium und vielen anderen Mineralstoffen. Auch Spurenelemente wie Mangan, Zink und Selen und Vitamin B sind enthalten, manchmal auch Vitamin D, das wir sonst nur durch die Sonne bekommen. Gerade jetzt, wo die Tage dunkler werden, natürlich ein prima Gute-Laune-Booster. Da passt dieses Gericht prima.
Zutaten
Für die Böhmischen Knödel
500 g Dunst (doppelgriffiges Mehl oder Spätzlesmehl)
150-200 ml lauwarmes Wasser (kommt aufs Mehl an, das eine braucht mehr, das andere weniger)
20 g Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
10 g Zucker
6 g Prise Salz
1 ganzes Ei
Für die Sauce
verschiedene frische Pilze, hier sind es Kräutersaitlinge, Champignons, Shiitakepilze und Austernpilze
1 kleine Zwiebel, gewürfelt
Pilzpulver - selbstgemacht aus getrockneten Pilzen (kann man auch im Handel finden)
Soßenpulver – evtl. auch selbstgemacht
Etwas Tomatenmark
Zubereitung
Die Knödel:
- die Hefe (egal ob Pulver oder frisch) mit 150 ml Wasser und dem Zucker verquirlen, bis es ordentlich schäumt, ruhen lassen
- In der Zwischenzeit Mehl, das Ei und das Salz in eine Schüssel geben
- Das Hefegemisch dazugeben, unterrühren und wenn es zu fest wird, das restliche Wasser dazugeben
- Jetzt so lange kneten, bis sich der Teig gut von der Schüssel löst und elastisch ist. Der Teigling ist dann gut geknetet, wenn er den Schüsselrand „putzt"
- gut verpackt im Warmen zu doppelter Größe gehen lassen
- Anschließend vorsichtig auf eine bemehlte Platte kippen und in vier Teile teilen. Geht am besten mit einer Teigkarte. Bitte immer darauf achten, dass möglichst keine Luft entweicht
- Die Teigteile vorsichtig zu Strängen formen
- Wieder zugedeckt ca. 15 Minuten ruhen lassen
- Einen sehr großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen, salzen und 2 Stränge behutsam ins Wasser geben. Dabei möglichst die Unterseite nach oben geben und schauen, dass diese kein Wasser abbekommt
- Jetzt Deckel schließen (dieser darf ruhig ein Luftloch haben!) und auf Stufe 1 (bei 1-3 Stufen) oder 4 (bei 1-9 Stufen) köcheln lassen. Deckel dabei NIE öffnen!
- Nach 25 Minuten Deckel schnell abnehmen, mit einer Fleischgabel 2-4 mal in die Knödel stechen und nun mit einem Schöpfer herausnehmen.
- Auf einem Holzbrett mit einem Zwirn in Stücke schneiden - bitte nicht mit einem Messer, denn das drückt die Luft aus dem Knödel.
Diese Knödel sind großartige Soßenaufnehmer!
Für die Sauce
- Die Pilze putzen
- Die gehackte Zwiebel in einer geräumigen Pfanne in Butterschmalz andünsten
- Das Tomatenmark hinzugeben und kurz anschwitzen lassen, dann die Pilze dazu geben, gleich auf hoher Temperatur leicht anbraten, so, dass sie nicht zu viel auswässern
- Nun mit reichlich Pilzpulver, Salz und Pfeffer würzen, umrühren und mit Sahne und Wasser ablöschen. Aufkochen und dann den Soßenbinder dazu geben, so viel, dass es eine sämige Masse wird
- Mit Chili und Quittengelee (süß, hebt den salzigen Eigengeschmack), alternativ auch Apfelgelee oder etwas Honig, etwas Thymian und ein wenig gerebeltem Bohnenkraut sowie getrockneter Petersilie abschmecken. Wer den Geschmack von Sumach* liebt, darf es gerne verwenden, es gibt dem Ganzen den letzten Schliff
* Sumach ist ein beliebtes Gewürz aus der orientalischen Küche und wird vor allem in der Türkei als Tischgewürz verwendet.