Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Der Gestaltung unseres Schlafzimmers und besonders des Bettes sollten wir also die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie unserer Ernährung, unserem Sportprogramm und den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt. Nur wer nachts gut und ausreichend schläft, ist tagsüber leistungsfähig. Im Schlaf laufen zentrale Regenerationsprozesse ab, der Körper tankt neue Energie und das Gehirn kann die Eindrücke des Tages verarbeiten. Chronischer Schlafmangel kann nicht nur zu Leistungseinbußen führen, sondern auf Dauer auch krank machen.

Das falsche Bett kann Schlafstörungen verursachen

Neben Stress und Schichtarbeit zählt auch ein unkomfortables Bett zu den Hauptursachen für Schlafstörungen. Das Problem: Meist machen sich die Folgen einer schlechten Nachtruhe erst nach und nach bemerkbar. Die meisten Menschen warten viel zu lange, bis sie durchgelegene Lattenroste und Matratzen austauschen – zu Lasten des Rückens. Wer morgens mit Verspannungen und Rücken- oder Nackenschmerzen aufwacht, sollte sein Bett dringend genauer betrachten. Denn die Wirbelsäule leidet, wenn sie nachts nicht die nötige Unterstützung erhält. Nur wenn sich das Bett an die individuellen Bedürfnisse des Schläfers anpasst und sich Bandscheiben und Muskeln über Nacht entspannen können, bedeutet die Nachtruhe auch Erholung für Mensch und Rücken.

Tipps für ein besseres Schlafklima

Nicht nur ein passendes Bettsystem ist entscheidend für einen gesunden Schlaf. Auch ein gutes Raumklima, ausreichend frische Luft und die richtige Ernährung beeinflussen unsere Schlafqualität. Diese Tipps helfen beim Ein- und Durchschlafen:

  1. Sorgen Sie für ein gesundes Schlafklima. Als optimal gelten 16 bis 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei nicht unter 40 und nicht über 60 Prozent liegen. Für die Luftzirkulation ist Stoßlüften vor dem Zubettgehen die beste Maßnahme.
  2. Schalten Sie Tablets und Smartphones aus, bevor Sie schlafen gehen. Der Grund: Wer vor dem Schlafengehen noch im Internet surft, ist abgelenkt und schläft dadurch schwerer ein. Auch die Displaybeleuchtung hat auf viele Menschen einen beunruhigenden Effekt.
  3. Wer direkt vor dem Schlafen reichhaltig zu Abend isst, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für Einschlafschwierigkeiten. Deswegen ist es besser, abends nur etwas Leichtes zu essen oder zumindest ausreichend Zeit zwischen Essen und Schlafen verstreichen zu lassen.
  4. Auch Alkohol kann die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen. Zwar sorgen alkoholische Getränke oft dafür, dass wir schneller einschlafen, doch meist schlafen wir dann unruhiger und wachen nachts öfter auf.
  5. Abendliche Bewegung hilft beim Ein- und Durchschlafen. Damit ist aber keine intensive Trainingseinheit gemeint. Stattdessen können ein Spaziergang oder eine kleine Runde mit dem Fahrrad förderlich sein. Die frische Luft entspannt uns zusätzlich.

Das rückenfreundliche Bett - darauf kommt es an

Worauf es bei der Wahl des Bettes ankommt, erklärt die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., die sich seit mehr als 20 Jahren für eine gesunde Lebensweise einsetzt und rückenfreundliche Alltagsprodukte mit dem AGR-Gütesiegel zertifiziert. Entscheidend bei der Wahl der Schlafstätte ist es, das Bettsystem als Ganzes zu betrachten, Unterfederung und Matratze müssen eine Einheit bilden und individuell auf den Schläfer abgestimmt sein.

Außerdem sollte das Bettsystem die Wirbelsäule optimal unterstützen und nächtliche Bewegungen fördern und nicht unterbinden. Für das richtige Bettmaß gilt: Einzelbetten sollten mindestens 100 cm breit sein, für die Länge gilt die Körpergröße + 20 cm. Wer im Doppelbett nächtigt, sollte beachten, dass jeder Schläfer sein eigenes Bettsystem benötigt. Nur so kann das Bett beiden Rücken gerecht werden.

Bettenkauf ist Beratungssache – von der Einheitsmatratze ist bei Rückenproblemen abzuraten

Das Bett ist ein ganz besonderer Artikel, welches wir jeden Tag nutzen. Es muss ganz individuell zu uns passen, wie kaum anderes Produkt. Das Angebot ist schier unüberschaubar und überfordert zumeist einen Verbraucher, der sich durchschnittlich alle 13,5 Jahre mit dem Bettenkauf beschäftigt. Auch die derzeit in der Werbung stark propagierten „One-fits-All Einheitsmatratzen“ sind – besonders für Menschen mit Rückenschmerzen – keine gute Alternative. Ein Mann, der 100 Kilogramm wiegt sinkt ganz anders ein als eine Frau mit 56 Kilogramm. Dennoch würden beide das gleiche Modell bekommen. Bei Kleidung oder Schuhen funktioniert das ja auch nicht. Da suchen wir nicht ein Produkt, das allen passt, sondern nach einem Modell, das optimal und möglichst individuell zu uns selbst passt.