Manche wiederholen den Fitness-Check fürs Autofahren sogar einmal im Jahr. Niemand muss befürchten, dass der Führerschein in Gefahr ist. Die Rückmeldung soll der eigenen Einschätzung dienen und auf mögliche Risiken hinweisen.

Umfrage

Einer forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zufolge haben bislang nur drei Prozent aller Autofahrenden über 65 Jahre das Angebot genutzt. "Ziel ist die Erhaltung sicherer Automobilität auch mit steigendem Alter", so DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner. "Daher sollten sich möglichst noch mehr Menschen anmelden."

Links abbiegen, richtig einfädeln und alle Verkehrszeichen wahrnehmen

Bevor die Rückmeldefahrt beginnt, klärt der Fahrlehrer in einem Vorgespräch, wie oft man noch mit dem Auto unterwegs ist und welche Unsicherheiten bereits bemerkt wurden. Dann nimmt er auf dem Beifahrersitz Platz. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und führt zunächst über bekannte Strecken im Wohnumfeld. Um die Reaktionen auf neue Verkehrssituationen zu testen, geht es danach jedoch auch in unbekannte Ecken der Stadt. "Beim Linksabbiegen entstehen die meisten Probleme", weiß Fahrlehrer Michael Kreie. Für viele ältere Autofahrende ist auch das Einfädeln auf der Autobahn ein Problem.

Seniorin mit Fahrlehrer im Gespräch

djd/Birgit Betzelt/DVR

Zu einer Rückmeldefahrt gehören auch eine Vor- und eine Nachbesprechung.

Nach der Fahrt gibt Kreie seine Rückmeldung. "Bei der Nachbesprechung gebe ich ganz praktische Verhaltenstipps." Manche Teilnehmende benötigen noch ein paar begleitete Fahrstunden, dann ist die alte Sicherheit wieder da. "Das Ziel der Rückmeldefahrten ist, sichere Automobilität auch mit steigendem Alter zu erhalten", so DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner: "Dafür und für die eigene Sicherheit wünschen wir uns, dass sich noch mehr Menschen für eine Rückmeldefahrt anmelden."

Wer bietet Rückmeldefahrten an?

Neben Automobilclubs gibt es weitere Institutionen, die Seniorinnen und Senioren helfen, ihr Fahrverhalten objektiv einzuschätzen: Dazu zählen Prüforganisationen wie die Dekra oder der TÜV. Auch die Fahrlehrerverbände haben eigene Angebote für freiwillige Mobilitäts-Checks. Wer Interesse an einer Rückmeldefahrt hat, kann auch in den örtlichen Fahrschulen nachfragen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat darüber hinaus ein spezielles Fahrsicherheitstraining für Ältere entwickelt, bei dem unter anderem geübt wird, auch in schwierigen Situationen die Kontrolle über das eigene Fahrzeug zu behalten.