Sanierungstipps für Best Ager? Im besten Alter macht man sich doch keine Gedanken über altersgerechtes Wohnen oder? Gerade dann! Sind die Kinder (fast) aus dem Haus, das Arbeitsleben aber noch nicht vorbei, sortieren sich oft viele Bereiche des Lebens noch einmal neu. Natürlich auch die Wohnsituation, denn auch im Eigenheim ändern sich Wohnwünsche und Anforderungen: Mit steigendem Alter wächst der Wunsch nach Komfort und Sicherheit, gleichzeitig sinkt der Platzbedarf. Eine gute Zeit für Umbau- und Sanierungspläne!

Die Ausgangslage: Nur wenige Haushalte für altersgerechtes Wohnen vorbereitet

Das statistische Bundesamt hat Ende 2019 erstmals Daten zu Barrieren beim Zugang zur Wohnung und Barrieren innerhalb der Wohnung veröffentlicht. Das Ergebnis: Im Durchschnitt erfüllt nur jede zehnte Wohnung in Deutschland die drei wichtigen Kriterien stufenloser Zugang, ausreichend breite Türen und Flure. Noch eindeutiger ist die Lage beim Thema Barrierefreiheit innerhalb der Wohnung: Nur 2 Prozent der Wohnungen erfüllten alle Merkmale barrierearmen Wohnens – also genügend Raum in Küche und Bad, ausreichend breite Wohnungs- und Raumtüren sowie Flure, einen ebenerdigen Einstieg zur Dusche und hatten keine Stufen und Schwellen, die die Bewegungsfreiheit einschränken.

Wer ein neues Bad plant, sollte die Dusche unbedingt ebenerdig gestalten.

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Der Umbau in ein barrierefreies Bad lohnt sich in jedem Alter.

Mehr Komfort, weniger Kosten: Energetische Sanierung und Umbau für Barrierefreiheit verbinden

In Kombination mit einer energetischen Sanierung wird der barrierefreie Umbau zur cleveren Altersvorsorge und der Traum, in den eigenen vier Wänden alt zu werden, rückt in greifbare Nähe. Zumal mit dem wachsenden Alter der Bausubstanz oft ohnehin eine Sanierung fällig wird. Neben Energieeffizienz und Barrierefreiheit stehen auch Komfort und Sicherheit ganz oben auf der Ausbau-Wunschliste. Von einem Zuhause ohne Stolperfallen und dafür mit einer guten Wärmedämmung profitieren Bewohner jeden Alters und aller Fitnessklassen. Weiterer Pluspunkt: Energieeffizienz und Barrierefreiheit werden auch vom Staat gefördert. Auch den sommerlichen Wärmeschutz sollten EigentümerInnen noch einmal neu bedenken und im Zweifel verbessern. Denn im Alter ist Hitze eine besondere Belastung für die Gesundheit.

Barrierefreien Umbau richtig planen - Sinnvolle Maßnahmen herausfiltern

Eine umfassende Barrierefreiheit nach Norm ist im Altbau aus technischer und wirtschaftlicher Sicht kaum zu erreichen. Zusammen mit einem Planer sollten die Hausbesitzer deshalb darüber sprechen, welche Maßnahmen sinnvoll und finanziell möglich sind. Dabei werden auch Problemstellen besprochen:

  • Typisch für viele Altbauten sind zum Beispiel enge und steile Treppen oder kleine Räume, die Bewegungsflächen einschränken.
  • Eine Rolle spielt auch die Tragfähigkeit von Bauteilen, etwa von Wänden im Bad, an denen Haltegriffe oder Klappsitze angebracht werden sollen.
  • Sanitäranschlüsse und Möglichkeiten zu ihrer Umlegung müssen berücksichtigt werden, wenn Raumzuordnungen verändert werden sollen.

Platzreserven im Eigenheim bieten viele Möglichkeiten

Die Kinder sind aus dem Haus, im Keller und unter dem Dach lagern noch verborgene Platzreserven - gerade bei älteren Einfamilienhäusern ist der Spielraum groß. Oft gibt es noch mehr Möglichkeiten zur Erweiterung, durch einen Anbau oder eine Dachaufstockung. Mit einem Ausbau entsteht so besonders günstig zusätzlicher Wohnraum. Der zusätzliche Platz bietet Raum für neue Wohnformen - unter einem Dach mit Kindern und Enkelkindern, Untermietern oder auch Pflegepersonal. Das nutzt den vorhandenen Platz nicht nur bestmöglich aus, sondern sichert auch finanzielle Unabhängigkeit im Alter.