Solarspeicher sind auf dem Vormarsch. Experten gehen davon aus, dass die Batteriespeicher bald gängiger Bestandteil jeder Photovoltaik-Anlage sein werden. Kein Wunder, denn die nützlichen Solarspeicher sind ein weiterer Schritt auf dem Weg in die Unabhängigkeit vom Stromversorger: Bis zu 60 Prozent selbst erzeugten Strom können Hausbesitzer über das Jahr gerechnet nutzen, wenn ein Solarspeicher zum Einsatz kommt.

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So lässt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom mit dem Batteriespeicher deutlich erhöhen, und zwar unabhängig von der Tageszeit. Der Solarspeicher lagert den Strom aus der Photovoltaik-Anlage zwischen. So kann der in den Mittagsstunden erzeugte Solarstrom auch in den Abend- und Nachtstunden genutzt werden, wenn die Bewohner zu Hause sind. Das macht Hausbesitzer unabhängiger - sowohl vom Stromversorger als auch vom Zeitpunkt der Solarstromerzeugung.

Wie Sie mit einem Solarspeicher in fünf Schritten zu mehr Unabhängigkeit kommen, lesen Sie hier.

Welcher Solarspeicher ist der richtige?

Die Größe des Solarspeichers hängt in erster Linie vom Stromverbrauch des Haushalts ab und nicht von der Größe der Photovoltaik-Anlage. Zusätzlich sind verschiedene Technologien bei den Batteriespeichern auf dem Markt. Unterschieden werden Blei-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien. Während die Lebensdauer der Blei-Batterien bei circa zehn Jahren liegt, geht man bei Lithium-Ionen-Batterien von einer Lebensdauer von 20 Jahren aus. Außerdem können die Blei-Batterien weniger oft geladen und entladen werden und bei gleicher Speicherkapazität steht weniger nutzbare Kapazität zur Verfügung, als bei Lithium-Ionen-Batterien. Auch der Wirkungsgrad der Blei-Batterien ist geringer, dafür sind diese Solarspeicher deutlich günstiger.

Konzept eines Heim-Solarspeicher-Systems

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Konzept eines Heim-Energiespeichers auf Basis eines Lithium-Ionen-Akkupacks in einer Garage.

AC-Kopplung oder DC-Kopplung: Hausbesitzer sollten sich beraten lassen

Neben der Speichertechnologie unterscheidet sich auch die Art der Einbindung in das Photovoltaik-System. Bei der so genannten AC-Kopplung wird der Batteriespeicher über das Wechselstromnetz des Hauses mit dem Photovoltaik-System verbunden. Diese Lösung ist besonders für die Nachrüstung einer bestehenden Photovoltaik-Anlage geeignet, da meistens der vorhandene Photovoltaik-Wechselrichter genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Aufstellort des Solarspeichers und des Photovoltaik-Wechselrichters unabhängig voneinander gewählt werden kann. Eine DC-Kopplung kann eine sehr effiziente und kostengünstige Speicherlösung sein, sie ist aber weniger flexibel als die AC-Kopplung. Hausbesitzer sollten sich von einer Fachfirma zur individuell passenden Variante beraten lassen.

In unserem Expertentipp lesen Sie, wann sich ein Batteriespeicher für Hausbesitzer lohnt.

Netzanbindung der Solarspeicher

Man unterscheidet grundsätzlich netzgekoppelte und netzentkoppelte Systeme. Bei der netzgekoppelten Variante sind Batteriespeicher und Photovoltaik-Anlage direkt mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Grundsätzlich ist ein Austausch mit dem Stromnetz möglich, so dass es zur kurzzeitigen Batterieladung aus dem Netz oder Batterieentladung in das Netz kommen kann. Im Gegensatz dazu sind entkoppelte Batteriesysteme bei der Be- und Entladung vom öffentlichen Stromnetz getrennt. Während der Batterieentladung werden die elektrischen Verbraucher eines Haushalts im so genannten Inselbetrieb versorgt.

Der Solarstromspeicher muss dafür also ausreichend Leistung bereitstellen können. Wird von den elektrischen Verbrauchern mehr Strom benötigt als verfügbar ist, wird die komplette Versorgung auf das öffentliche Netz umgeschaltet. Beide Systeme können üblicherweise bei einem Netzausfall das Haus im Notstrombetrieb über den Solarspeicher versorgen.

Kosten und Förderung für Solarspeicher

Solarspeicher sind in den letzten Monaten deutlich günstiger geworden. Je nach Batteriesystem müssen Hausbesitzer dennoch mit Kosten zwischen 6.000 und 15.000 Euro rechnen. Aussagekräftiger ist allerdings die Angabe der Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde. Derzeit liegen die Kosten für das Gesamtsystem inklusive Montage bei rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Eine bundesweite Förderung gibt es für Solarspeicher derzeit leider nicht. Einige Bundesländer, darunter auch Baden-Württemberg, stellen aber eine Förderung zur Verfügung.

Eine Neuauflage der Zuschuss-Förderung in Baden-Württemberg ab 1. März 2021

Das sehr erfolgreiche Förderprogramm "Netzdienliche Photovoltaik - Batteriespeicher" in Baden-Württemberg soll ab März 2021 in die nächste Runde gehen. Insgesamt zehn Millionen Euro stellt die Landesregierung - nach Zustimmung des Finanzausschuss im Landtag - für die Förderung von Solarspeichern zur Verfügung. Das Förderprogramm soll spätestens am 31. Dezember 2022 enden.

Ladevorgang E-Auto Hausbewohnerin an der Haustür

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Zusätzlich eingebaute Ladestationen für Elektrofahrzeuge werden mit einem Bonus belohnt.

Zusätzlicher Bonus für Ladestation soll auch Impuls für Mobilitätswende geben

Wenn der Finanzausschuss im Landtag zustimmt, stehen in Baden-Württemberg für die Jahre 2021 und 2022 weitere zehn Millionen Euro zur Förderung von Solarspeichern zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Maßnahmenpaket "Zukunftsland BW – Stärker aus der Krise" des zweiten Nachtragshaushalts 2020/2021. Mit dem Maßnahmenpaket werden unter anderem innovative und klimafreundliche Technologien gefördert, um die wirtschaftlichen Einbrüche durch die Corona-Pandemie abzufedern und die heimische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Das Förderprogramm "Netzdienliche Photovoltaik - Batteriespeicher" fördert Solarspeicher ausschließlich in Verbindung mit einer neu errichteten Photovoltaik-Anlage. Außerdem ist ein Bonus vorgesehen, wenn zusätzlich Ladepunkte für Elektrofahrzeuge eingebaut werden.

Förderung bisher: Bis zu 400 Euro Förderung pro Kilowattstunde Batteriespeicher

Gefördert wurden die Solarspeicher mit einem Fixbetrag pro Kilowattstunde (kWh) nutzbarer Kapazität, maximal jedoch mit 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Für Speicher in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage mit einer Nennleistung bis zu 30 Kilowattpeak (kWp) gab es einen Zuschuss von 200 Euro pro kWh (mindestens 400 Euro, maximal 5.000 Euro), für größere Speicher 300 Euro pro kWh (mindestens 5.000 Euro, maximal 45.000 Euro). Für ein prognosebasiertes Batteriemanagementsystem wurde zusätzlich ein einmaliger Bonus in Höhe von 250 Euro gewährt.