Modellvorhaben Öl-PV-Heizung mit erster Zwischenbilanz

Selbst erzeugter Strom aus Photovoltaik (PV) kann auch die Wärmeversorgung eines ölbeheizten Gebäudes unterstützen. Das zeigen erste Ergebnisse eines aktuellen Modellvorhabens des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) und shine (easyOptimize GmbH). Mit vergleichsweise geringem Aufwand konnte in Ein- und Zweifamilienhäusern der Solarstrom-Eigenverbrauchsanteil von durchschnittlich 32 auf 52 Prozent gesteigert werden. Das ermöglicht auch eine Senkung des Brennstoffbedarfs.

Praxistest

Die Grundidee von Power-to-Heat in Hybridheizungen besteht darin, Strom immer dann zur Warmwasserbereitung oder zum Heizen einzusetzen, wenn er anderweitig nicht beziehungsweise nicht sinnvoll genutzt werden kann. Öl-basierte Anlagen eignen sich dafür besonders gut, da dank der Energiereserve im eigenen Tank auch längere Phasen mit geringem Stromangebot problemlos überbrückt werden können. Die Einsatzgründe für Power-to-Heat in Hybridheizungen variieren. Um herauszufinden, wie die vorhandenen Innovationspotenziale optimal ausgeschöpft werden können, untersucht das IWO die Thematik in unterschiedlichen Modellvorhaben. Ziel ist es, das Konzept der Hybridheizung weiterzuentwickeln und dabei neue Wege zur Reduktion von Treibhausgasemissionen aufzuzeigen. Der erfolgreiche Praxistest beschäftigt sich dabei speziell mit den Ergebnissen aus dem IWO-Modellvorhaben zur Einbindung von selbsterzeugtem Solarstrom in die Wärmeversorgung.

Beachtliche Ergebnisse in den ersten Monaten

In dem Modellvorhaben zur Nutzung von Solarstrom in Öl-Hybridheizungen wird gemeinsam mit shine in derzeit neun Ein- und Zweifamilienhäusern untersucht, in welchem Umfang selbst produzierter Strom zur Wärmeerzeugung im eigenen Haus genutzt werden kann und wieviel Brennstoff sich so einsparen lässt. Verwendet wird dabei PV-Strom, der nicht für die Stromversorgung des Gebäudes benötigt wird und ansonsten ins öffentliche Netz eingespeist werden würde.

Vier Häuser liefern seit Anfang März 2017 Daten aus dem Betrieb. Diese vier Objekte verfügen über Wärmespeicher, die sowohl die Heizung als auch die Trinkwassererwärmung mit Energie versorgen. „Durch einen einfachen, im Speicher eingebauten und intelligent angesteuerten Heizstab konnte der im Haus genutzte Anteil des selbstproduzierten Solarstroms von Anfang März bis Ende August durchschnittlich um 20 Prozentpunkte auf 52 Prozent gesteigert werden. Zugleich wurde die Netzeinspeisung durchschnittlich um 20 Prozent reduziert“, berichtet IWO-Projektleiter Christian Halper. Abhängig von der Größe der PV-Anlage sowie der Höhe und dem Profil des Strombedarfs, sind in diesen ersten vier Monaten bis zu 1.502 Kilowattstunden selbsterzeugter Solarstrom in den Heizstab geflossen. Dies entspricht einer Heizölmenge von rund 150 Litern.

Kostenaufwand vergleichsweise gering

PV-Anlage und Wärmespeicher mit Heizstabeinbaumöglichkeit waren bereits bei den Teilnehmern vorhanden. Daher mussten lediglich Heizstab und intelligente Ansteuerung beschafft und nachgerüstet werden. Horst Fischer, technischer Referent bei IWO: „Der Kostenaufwand mit Montage hierfür lag bei den Teilnehmern in dieser Zeit bei rund 1.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für Hausbesitzer, die den Grad ihrer Solarstrom-Eigenversorgung erhöhen möchten, ist das also bereits heute eine überlegenswerte Option.“ „Finanziell wird diese Hybridheizungsvariante für Hausbesitzer dann in naher Zukunft besonders interessant, wenn die Einspeisevergütung der eigenen Photovoltaik-Anlage nach 20 Jahren endet und sie damit deutlich weniger Geld für den ins Netz eingespeisten Solarstrom erhalten“, ergänzt Achim Kreutz, Customer Service Manager bei shine.