Im Mittelmeerraum baut man seit jeher so, dass die Temperaturen im Haus auch im Hochsommer erträglich bleiben. Sommerlicher Hitzeschutz sollte auch hierzulande viel stärker als bisher in die Gebäudeplanung einfließen.

Die Wärmespeicherfähigkeit von Baustoffen ausnutzen

Jedes Kind weiß: Ein Stein, der von der Sonne beschienen wurde, fühlt sich immer noch angenehm warm an, auch wenn die Sonne längst untergegangen ist. Bereits Kinder begreifen demnach intuitiv ein einfaches physikalisches Prinzip: Je schwerer, je kompakter ein Material ist, desto mehr Wärmeenergie nimmt es auf, speichert sie und gibt diese als Strahlung wieder an eine kühlere Umgebung ab. Eine Studie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ergab, dass Gebäude aus Mauerwerk durch diese Wärmepufferung eine zusätzliche Heizersparnis gegenüber Leichtbauten von bis zu zehn Prozent erreichen, weil sie die heizfreie Periode verlängern. Derselbe Wärmepuffereffekt des Mauerwerks vermeidet im Sommer die Überhitzung des Hauses. Für dieses Thema interessieren sich im Übrigen immer mehr Bauwillige: Eine Umfrage des Instituts für Bauforschung (IFB) ergab im vergangenen Jahr, dass die Wärmespeicherfähigkeit der Wandbaustoffe an Bedeutung gewinnt. 

Nachhaltige Gebäude bestehen aus hochwertigen Wandbaustoffen

Der Ersatz veralteter Technik kann teuer werden, ganz zu schweigen vom Mehraufwand an Energie fürs Heizen und Kühlen. Nachhaltiger ist es, sich auf die Temperaturspeicherfähigkeit von Baustoffen wie Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton zu besinnen. Diese sorgen nicht nur ganzjährig für angenehme Temperaturen, sondern bieten soliden, wertbeständigen Wohnraum für Generationen.