Zahlencheck 2022

Der Grundfreibetrag ist von 9.744 Euro auf 9.984 Euro gestiegen, das heißt, es bleibt mehr Einkommen steuerfrei. Außerdem wurde der Unterhaltshöchstbetrag von 9.744 Euro auf 9.984 Euro angehoben. Allerdingst steigt der Steueranteil für Neurentner und es bleiben nur noch 18 Prozent der ersten vollen Jahresbruttorente steuerfrei (2021: 19 Prozent).

Hausmodell auf der Hand

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Eigenheimbesitzer sollten sich über die Grundsteuerreform informieren.

Sachbezugswerte für Verpflegung

Der lohnsteuerlich zu berücksichtigende Sachbezugswert für arbeitstägliche Mahlzeiten, die der Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt in einer selbst betriebenen Kantine, in einer Gaststätte oder einer ähnlichen Einrichtung an den Arbeitnehmer abgibt, beträgt im Jahr 2022 für ein Mittag- oder Abendessen 3,57 Euro (2021: 3,47 Euro) und für ein Frühstück 1,87 Euro (2021: 1,83 Euro).

Umsatzsteuer auf Restaurantumsätze

Für Restaurants bleibt es weiterhin bei der günstigeren Regelung wonach der ermäßigte Umsatzsteuersatz (7 Prozent) auf alle Restaurantleistungen – außer Getränke – angewendet werden darf. Die Regelung endet voraussichtlich mit Ablauf des 31. Dezember 2022.

Sternerestaurants in Baden-Württemberg

Grundsteuerreform

Der Bewertungsstichtag für die Bewertung des Grundvermögens für Zwecke der neuen Grundsteuer in Baden-Württemberg (Bodenwertsteuer) ist der 1. Januar 2022. Die Steuerzahler werden daher voraussichtlich in der Zeit zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 eine Steuererklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes elektronisch an ihr Finanzamt übermitteln müssen.

Video: Die Grundsteuerreform

Gutscheine an Arbeitnehmer

Die Freigrenze bis zu der Sachzuwendungen an Arbeitnehmer steuerfrei sind, ist von 44 Euro pro Monat auf 50 Euro pro Monat angestiegen. Um ihre Mitarbeiter zusätzlich zu entlohnen, geben einige Arbeitgeber Gutscheine an ihre Mitarbeiter aus. Die Anforderungen an den Gutschein wurden zum 1. Januar 2022 verschärft.

Hybridfahrzeuge

Zur Versteuerung der Privatnutzung von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen muss der Bruttolistenpreis bei der sogenannten 1-Prozent-Regelung nur zur Hälfte angesetzt werden. Vorausgesetzt der Pkw erreicht mit seinem Elektroantrieb eine Mindestreichweite. Für Fahrzeuge, die nach dem 31. Dezember 2021 angeschafft werden wurde diese auf 60 km (bisher 40 km) erhöht. Zudem ist geplant, die Begünstigung für neu zugelassene Pkw nur noch dann zu gewähren, wenn das Fahrzeug überwiegend (mehr als 50 Prozent) im rein elektrischen Fahrbetrieb betrieben wird. Kann dies nicht nachgewiesen werden, soll künftig die Begünstigung entfallen.

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Kostenlose Broschüre beim Bund der Steuerzahler

Alle steuerlichen Neuerungen finden sich in dem kostenlosen Ratgeber „Steueränderungen 2022 und aktuelle Steuertipps“, der beim Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg unter der gebührenfreien Rufnummer 08000 767778 bestellt werden kann.

Darüber hinaus sind weitere Änderungen geplant:

Homeoffice-Pauschale

Die Regelungen zur Homeoffice-Pauschale sollen bis zum 31. Dezember 2022 verlängert und evaluiert werden. Die Homeoffice-Pauschale beträgt 5 Euro pro Tag, an dem der Steuerzahler zu Hause arbeitet - höchstens 600 Euro.

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Mini- und Midijobgrenzen

Es ist geplant, die Minijob-Grenze von 450 Euro auf 520 Euro monatlich zu erhöhen. Die Grenze, bis zu der Löhne als sog. Midijobs gelten, soll von 1.300 Euro auf 1.600 Euro angehoben werden.

Ausbildungsfreibetrag

Der Ausbildungsfreibetrag für auswärtig untergebrachte volljährige Kinder soll von 924 Euro auf 1.200 Euro angehoben werden.

Geldscheine werden aufgeteilt

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Was darf ich behalten, was bekommt der Staat? Wer sich in Steuersachen unsicher ist, sollte einen Steuerberater beauftragen.

Steueränderungen der vergangenen Jahre

In den Jahren 2020 und 2021 haben sich viele Dinge geändert. Hier einige Auszüge:

Auszüge aus den Steueränderungen 2021:

Mehrwertsteuer
Ein zentrales Element der Corona-Maßnahmen war die befristete Senkung der Mehrwertsteuer (fachsprachlich Umsatzsteuer): Im 2. Halbjahr 2020 galten reduzierte Steuersätze von 5 bzw. 16 Prozent. Die Regelung lief mit dem Jahreswechsel 2020 aus, sodass seit dem 1. Januar 2021 wieder mit den regulären Steuersätzen von 19 bzw. 7 Prozent abzurechnen war. Die Sonderregel für die Gastronomie blieb aber bestehen: Hier galt für Speisen bis Ende Juni der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. – Und zwar unabhängig davon, ob die Speisen mitgenommen oder vor Ort verzehrt werden.

Soli-Teilabschaffung
Seit Januar 2021 fiel für viele Steuerzahler der Soli weg: Der Zuschlag wurde bei einem ledigen Steuerzahler nicht mehr erhoben, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht mehr als rund 62.100 Euro betrug bzw. bei zusammenveranlagten Eheleuten 124.200 Euro. Bei darüber liegenden Einkommen fiel der Soli teilweise weg. Für viele Arbeitnehmer ist der Zuschlag automatisch ab Januar aus der Gehaltsabrechnung verschwunden. Die Teilabschaffung galt auch für Selbstständige und Unternehmer, bei ihnen wurde der Soli allerdings über die Steuervorauszahlungen abgerechnet. Basis war dabei der letzte Steuerbescheid, der sich regelmäßig auf das Jahr 2019 – also auf Einkommen vor der Corona-Krise – bezieht.

Höhere Pendlerpauschale für weite Arbeitswege
Ab 2021 wurde die Entfernungspauschale für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz stufenweise erhöht – zumindest für Pendler mit weiterem Arbeitsweg. Für die ersten 20 Entfernungskilometer blieb es bei der bestehenden Pauschale von 30 Cent je Kilometer. Ab dem 21. Entfernungskilometer wurden dann 35 Cent berücksichtigt. Eine weitere Erhöhung um 3 Cent je Kilometer gilt es für Fernpendler ab dem Jahr 2024. Hintergrund sind steigende Kraftstoffpreise durch die höhere CO2-Bepreisung.

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Seniorin zählt Geldscheine

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Jedes Jahr ändern sich viele Dinge bei den Steuern.

Auszüge aus den Steueränderungen 2020:

einem maschinell lesbaren und maschinell auswertbaren Datenträger vorhält.

Elektronische Registrierkassen
Im Grundsatz mussten ab dem 1. Januar 2020 alle elektronischen Aufzeichnungssysteme (z. B. Registrierkassen) sowie die damit zu führenden digitalen Aufzeichnungen durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinheit geschützt werden. Da die Sicherheitseinrichtungen noch nicht am Markt verfügbar waren, wurde es von der Finanzverwaltung nicht beanstandet, wenn diese elektronischen Aufzeichnungssysteme längstens bis zum 30. September 2020 noch nicht über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügten.

Davon unabhängig gilt seit 2020 eine Belegausgabepflicht. Das bedeutet, dass in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Geschäftsvorfall ein Beleg über den Geschäftsvorfall ausgestellt und dem Kunden zur Verfügung gestellt werden muss.

Steuerzahler, die elektronische Aufzeichnungssysteme verwenden, müssen im Grundsatz die Verwendung dieser Systeme an die Finanzverwaltung melden. Die Mitteilung muss innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme des mitzuteilenden elektronischen Aufzeichnungssystems erstattet werden. Das Gerät ist einer Betriebstätte eindeutig zuzuordnen.

Geräte, die vor dem 1. Januar 2020 angeschafft wurden, hätten eigentlich bis zum 31. Januar 2020 gemeldet werden müssen. Die Meldung sollte elektronisch erfolgen. Da die Möglichkeiten einer elektronischen Meldung von Seiten der Finanzverwaltung noch nicht geschaffen wurden, waren die Betriebe noch nicht verpflichtet, die Mitteilung der Kassensysteme zu machen. Die Finanzverwaltung hat miteteilt, wann die elektronische Übermittlung möglich ist, dann griff auch die Verpflichtung zur Meldung.

Rentenbesteuerung
Der steuerpflichtige Anteil der Rente stieg für den Rentnerjahrgang 2020 (erstmaliger Bezug der Rente in 2020) auf 80 Prozent (beim Rentnerjahrgang 2019 waren es noch 78 Prozent). Der steuerpflichtige Teil der Rente wird für jeden Rentnerjahrgang auf Dauer festgeschrieben. Rentensteigerungen sind dadurch zu 100 Prozent steuerpflichtig.

► Rentner zahlen immer mehr Steuern

Von Versorgungsbezügen (z. B. Betriebsrenten) bleibt ein Versorgungsfreibetrag und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei. Der Versorgungsfreibetrag ermittelt sich als bestimmter Prozentsatz von den Versorgungsbezügen, ist aber auf einen Höchstbetrag begrenzt. Für Steuerzahler, deren Versorgung im Jahr 2020 bgeonnen hat, bleiben 16 Prozent der Versorgungsbezüge, höchstens 1.200 Euro im Jahr, steuerfrei. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag beträgt in diesen Fällen 360 Euro im Jahr. Der einmal errechnete Versorgungsfreibetrag sowie der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag bleiben für die restliche Laufzeit fest.

5 Tipps zur Altersvorsorge

Umsatzsteuer - Kleinunternehmerregelung
Die Grenze, bis zu der sich Unternehmer umsatzsteuerlich als sog. Kleinunternehmer behandeln lassen können, wurde von 17.500 Euro auf 22.000 Euro angehoben. Unternehmer, deren - eigentlich umsatzsteuerpflichtigen -  Umsätze im Vorjahr 22.000 Euro (bisher 17.500 Euro) und im laufenden Jahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen, können sich als Kleinunternehmer behandeln lassen. Das bedeutet, sie müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Im Gegenzug dürfen sie aber auch keinen Vorsteuerabzug aus erhaltenen Rechnungen in Abzug bringen.