Die Preise für Energie sind weiterhin auf einem hohen Niveau, vor allem bei Benzin, Diesel und Heizöl ging die Tendenz 2018 nach oben. Auch für Strom müssen Kunden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes heute rund 50 Prozent mehr ausgeben als noch vor zehn Jahren. Verbraucher können ihre Kosten im Griff behalten, indem sie beispielsweise den Stromanbieter wechseln. Hier sind vier Tipps für einen sicheren Wechsel:

Tipp 1: Korrekte Daten

Wer die alte Stromrechnung für seinen neuen Vertrag nutzen will, sollte alle Daten exakt übernehmen. "Stimmen die Daten nicht bis auf den letzten Buchstaben mit dem alten Vertrag überein, kann es passieren, dass die Kontroll-Computersysteme Alarm schlagen und es zu Verzögerungen kommt", warnt Uwe Kollmar, Geschäftsführer der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV Energie). Der Münchner Anbieter etwa übernimmt die meisten Formalitäten des Wechsels für den Kunden, dazu gehört es auch, für den Kunden zu kündigen. "In 99 Prozent der Fälle klappt das reibungslos und automatisch", so Kollmar.

Tipp 2: Bisherigen Verbrauch prüfen

Wenn der neue Anbieter nach dem künftigen Verbrauch fragt, reicht es oft nicht, den Verbrauch der alten Wohnung zu übernehmen. Das gilt vor allem dann, wenn die neue Wohnung größer oder kleiner ist als die alte. "Um zu geringe oder zu hohe Abschläge zu vermeiden, ziehen viele Stromanbieter zusätzlich zu den Angaben des Kunden noch den bisherigen Stromverbrauch der neuen Wohnung heran", erklärt Kollmar. Das laufe über eine automatische Anfrage beim örtlichen Stadtwerk.

Tipp 3: richtig kündigen

Selbst wenn man verheiratet ist: Kündigen sollte nur derjenige, der den Vertrag abgeschlossen hat. Denn in der Praxis ist es für den Stromanbieter oft schwierig zu überprüfen, ob tatsächlich ein Eheverhältnis besteht. Wenn der Stromvertrag beispielsweise auf den Namen des Ehemannes läuft, die Ehefrau aber kündigt und den Wechsel beauftragt, funktioniert das oft nicht. Wenn man Pech hat, verpasst man sogar die Kündigungsfrist und der Wechsel ist geplatzt.

Tipp 4: Füße stillhalten

Wer dem neuen Stromanbieter eine Vollmacht für den Wechsel gegeben hat, sollte nichts mehr selbst unternehmen. Der neue Versorger kündigt den alten Vertrag. Vom bisherigen Anbieter erhält man Kündigungsbestätigung und Abschlussrechnung. Danach teilt der neue Lieferant mit, wann er mit der Belieferung beginnt und wann welche Abschläge zu zahlen sind. Zwei Ausnahmen von diesem normalen Verlauf gibt es: Wenn man ein Sonderkündigungsrecht hat und wenn die Kündigungsfrist beinahe verstrichen ist. In beiden Fällen sollte der Kunde selbst tätig werden, um Schwierigkeiten beim Wechsel zu vermeiden.
 

 

Überraschungen vermeiden

Um Überraschungen bei den Abschlägen zu vermeiden, hilft bei der Abschätzung des künftigen Stromverbrauchs eine Faustformel. Zunächst die Wohnfläche in Quadratmetern (qm) mit neun Kilowattstunden (kWh) multiplizieren. Bei einer Wohnfläche von 60 qm wären dies 540 kWh. Im zweiten Schritt die Zahl der Personen, die im Haushalt wohnen, mit 200 kWh multiplizieren. Für einen Zwei-Personen-Haushalt ergeben sich also 400 kWh, wenn das warme Wasser zentral aufbereitet wird. Im letzten Schritt die wichtigsten Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank zählen und mit 200 kWh multiplizieren. Bei sieben Geräten ergeben sich 1.400 kWh. Im Rechenbeispiel müsste man mit einem Stromverbrauch von 2.340 kWh pro Jahr rechnen.

Mehr Infos gibt es unter www.bev-energie.com