Wann erhält man eine Hörgeräteverordnung vom HNO-Arzt?

Um eine Hörgeräteverordnung auszustellen, ermittelt der HNO-Arzt den Hörverlust mithilfe eines Ton- und eines Sprachaudiogramms. Die Kriterien beider Untersuchungsmethoden müssen erfüllt sein, um eine Verordnung zu erhalten.

Eine Hörgeräteverordnung ist ab Erhalt sechs Monate gültig und wird von den meisten Krankenkassen bis 28 Tage nach Ausstellung eingefordert. So können Versicherte schnellstmöglich ihre Hörgeräte von einem qualifizierten Hörgeräteakustiker anpassen lassen. Um die Abwicklung mit der Krankenkasse (inklusive Abrechnung) kümmert sich der entsprechende Vertragspartner, sobald ihm die Hörgeräte-Verordnung vorliegt.

Es ist gesetzlich geregelt, dass die Krankenkasse die Kosten für das erforderliche Hilfsmittel nur übernehmen darf, wenn der Anbieter ein Vertragspartner der jeweiligen Kasse ist.

Hörgeräte-Check als Modellbild

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Hörsysteme sind kleine Minicomputer, die mehr können als den Klang verbessern. Sie müssen regelmäßig vom Hörakustiker überprüft werden.

Was zahlt die Gesetzliche Krankenversicherung für Hörgeräte?

Aktuell gibt es mehr als 1.000 Modelle für Hörgeräte auf dem deutschen Markt, die sich in Preis, Design und Funktionen unterscheiden. Doch der Kauf eines guten Hörgeräts muss nicht zwingend teuer sein. Als Kassenpatient haben Sie die Möglichkeit, auf Hörgeräte zurückzugreifen, die für Sie kostenlos sind. Zu beachten ist jedoch, dass das Einlösen der ärztlichen Verordnung eine Rezeptgebühr von 10 Euro mit sich bringt.

Abhängig vom Modell liegt die Preisspanne für neue Hörgeräte bei 10 Euro bis zu 2.500 Euro.

Zahlt die Kasse auch für Service und Reparatur?

Dabei richtet sich die Höhe der Zuzahlung nach der Form- und Funktionsvielfalt und den Preisunterschieden aus den verschiedenen Festbeträgen der Krankenkassen. Neben den Kosten für das Hörgerät selbst übernimmt der Versicherungsträger dann auch gesetzlich festgesetzte Beträge für den Service des Akustikers. Auch wenn Reparaturen anfallen, haben Versicherte in einem solchen Fall Anspruch auf Kostenübernahme der Krankenkasse.

Hörgerät verloren oder beschädigt - was tun?

Doch wie lange halten Hörgeräte bzw. wann bekommt man neue Hörgeräte?

Gesetzliche Krankenkassen kalkulieren eine Nutzungsdauer von sechs Jahren. Ist Ihr Modell also älter als sechs Jahre, erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse einen Zuschuss auf Ihr nächstes Hörgerät. Für dieses gilt laut Gesetzgeber ein Abschlag von 20 Prozent.

Mindestanforderung an Kassen-Hörgeräte

Um eine angemessene Qualität zu gewährleisten, müssen zuzahlungsfreie Hörgeräte bestimmte Anforderungen erfüllen. So können Geräte, die für Kassenpatienten kostenlos sind, durchaus mit kostenpflichtigen Varianten mithalten. Unter anderem müssen entsprechende Modelle digital und modern ausgestattet sein. Mindestvoraussetzungen sind:

  • digitale Klangverarbeitung
  • Rückkopplungsunterdrückung
  • drei Hörprogramme
  • vier Frequenzkanäle

Für individuelle Einstellungen müssen nach den DSB-Richtlinien vier oder mehr Frequenzbereiche abgedeckt werden. Auch eine Mindestanzahl von drei Hörprogrammen, die auf verschiedene Alltagssituationen ausgelegt sind, gehört zu den Anforderungen. Um störende Pfeifgeräusche zu mindern, müssen zuzahlungsfreie Hörgeräte ferner über eine Rückkopplungsunterdrückung verfügen. Zudem sollte eine moderne Technologie zur Ausblendung anderer Nebengeräusche vorhanden sein.

Worin unterscheiden sich zuzahlungsfreie Hörgeräte?

Kostenlose Hörgeräte bieten zwar zahlreiche Features, dennoch gibt es einige Unterschiede zu teureren, zuzahlungspflichtigen Modellen. Liegt das gewünschte Hörgerät über dem gesetzlich geregelten Festbetrag (786,86 € für ein Hörgerät) dann müssen Sie die Differenz selbst zahlen.

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Zu den entsprechenden Besonderheiten, die zuzahlungspflichtige Hörgeräte bieten, gehört beispielsweise die sogenannte Frequenzkompression, 360°-Hören oder automatische Anpassung an unterschiedliche Hörsituationen. Auch eine moderne Bluetooth-Technologie, mit der Sie Ihre Hörhilfe mit dem Smartphone, dem Fernseher und ähnlichen Geräten verbinden können, ist vermehrt in der Premiumklasse zu finden und gilt als zuzahlungspflichtig.

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Private Krankenversicherung

Das Verfahren zur Kostenübernahme für die Versorgung mit Hörgeräten durch die privaten Krankenkassen weicht grundsätzlich von dem der gesetzlichen Versicherer ab. Zwar sind die medizinischen Kriterien in der Feststellung durch den HNO-Arzt dieselben, aber die Erstattungsbeträge richten sich komplett nach den individuellen Vereinbarungen zwischen PKV und Versichertem. In den meisten Fällen werden qualitativ höherwertige Geräte komplett durch die Privatversicherer bezahlt.