Das Umweltbundesamt appelliert an die Bevölkerung, mit Wasser - insbesondere mit Warmwasser - sorgsam umzugehen. Jedes Jahr könnten 15 Milliarden Liter eingespart werden, wenn alle Deutschen mit dem Vorspülen aufhören würden. Das ist die gesamte Füllmenge des Berliner Wannsees oder von 6.000 olympischen Schwimmbecken.

„Wie sensibel das Wasserkreislaufsystem in Deutschland ist, welche Faktoren das Gleichgewicht stören und wo Engpässe mit Folgen für Natur und Mensch drohen, ist vielen nicht klar. Es wird immer noch Wasser verschwendet. Circa 44 % der Deutschen spülen beispielsweise ihr Geschirr noch vor, bevor es in die Maschine kommt, und vergeuden damit jedes Mal bis zu 24 Liter wertvolles Trinkwasser. Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass sie mit einer kleinen Änderung ihrer Gewohnheit bereits einen Beitrag leisten können, Wasser und Energie zu sparen und dazu auch noch Zeit gewinnen“, sagt Xenia Barth, Regionaldirektorin bei einem Hersteller für Wasch- und Reinigungsmittel.

Frau räumt Spülmaschine ein oder aus

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Die Maschine bekommt normal verschmutztes Geschirr sauber, ohne dass man es vorspülen muss.

Vorspülen nicht notwendig!

„Die Leistung der Geschirrspülmaschinen und Maschinengeschirrspülmittel heutzutage macht Vorspülen von Geschirr, das in der Geschirrspülmaschine gereinigt wird, überflüssig“, erklärt Prof. Dr. Rainer Stamminger, der an der Universität Bonn zu Haushalts- und Verfahrenstechnik lehrt und forscht. „Vorspülen des Geschirrs und jeder weitere unnötige Gebrauch von Wasser im Haushalt erhöhen nicht nur den Wasser-, sondern auch den Energiekonsum. Denn nicht nur warmes Wasser benötigt Energie, sondern auch die Bereitstellung des Trinkwassers und die Wiederaufbereitung des Abwassers in der Kläranlage. Das wiederum wirkt sich negativ auf die CO2-Bilanz und den Treibhauseffekt aus. Diese Folgewirkung ist vielen nicht bewusst“, so Stamminger.

Kurzfilm "Wohin unser Wasser geht" von National Geographic

Zum Kurzfilm "Wohin unser Wasser geht"

Der preisgekrönte Fotograf und Filmemacher Florian Schulz begab sich dafür auf eine Exkursion in den Schwarzwald, um herauszufinden wie sich die heißen Sommer und Dürreperioden auf die Umwelt ausgewirkt haben, ob Deutschland auf den Klimawandel vorbereitet ist und was Haushalte bereits tun, um Wasser zu sparen. Die spannenden Erkenntnisse teilt er in einem dreieinhalbminütigen Kurzfilm, der auf den digitalen Kanälen von National Geographic, TV Now und im Internet zu sehen sein wird. "Die Dürreperioden der letzten zwei Jahre haben dazu beigetragen, dass über eine Million Bäume in Deutschland starben", berichtet Schulz. Zudem hatten Haushalte Schwierigkeiten, ihren Trinkwasserbedarf zu decken: "Im trockenen Sommer 2018 haben besonders kleine Gemeinden oder Einzelgehöfte Probleme bekommen, weil die Quellen versiegt sind", erklärt Prof. Dr. Kerstin Stahl aus der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg im Gespräch mit Schulz. Deshalb musste in einigen Bereichen des Schwarzwaldes das Trinkwasser extra mit dem Tanklaster zugeliefert werden.

Trockenheit sorgt für Wasserknappheit

Christin Zeitz, Dipl.-Geoökologin beim ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, erläutert: "Durch die öffentliche Wasserver- und Abwasserentsorgung werden jährlich ca. 3,6 Milliarden m3 Grundwasser von dem Speichermedium Grundwasser hin zu Oberflächenwasser verfrachtet. Ein Ungleichgewicht, das normalerweise durch die natürliche Grundwasserneubildung abgepuffert wird.“ In Zeiten von lang anhaltender Trockenheit wie in 2018 und 2019 gehen die Grundwasserbestände allerdings zurück, wie das UBA berichtet. Das bedeutet, dass es in stark betroffenen Regionen zum Wassermangel in der Natur kommen kann. Etwa 70 Prozent unseres Trinkwassers stammen laut UBA aus dem für die Pflanzenwelt wichtigen Grund- und Quellwasser.

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