Die Entscheidung Weisheitszähne zu entfernen, ist immer eine ganz individuelle. Weisheitszähne sollten dann entfernt werden, wenn bereits Komplikationen beim Durchbruch entstanden sind oder wesentliche Nachteile für die Mundgesundheit zu erwarten sind. Dabei ist immer das mögliche Risiko bei der Entfernung zu beachten.

Weisheitszähne genau beobachten

Ob die Weisheitszähne durchbrechen oder nicht: Der Zahnarzt sollte in jedem Fall prüfen, ob die zusätzlichen Backenzähne im Kiefer bzw. Mund verbleiben können oder ob sie entfernt werden müssen.

Älteres Paar lässt sich beim Zahnarzt ein Röntgenbild zeigen

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Das Röntgenbild entscheidet darüber, ob die Weisheitszähne gezogen werden sollen oder nicht.

Weisheitszähne sind die hintersten in der Mundhöhle. Wenn der Platz im Kiefer für sie nicht ausreicht, kann es zu krankhaften Veränderungen am Kiefer oder an den benachbarten Zähnen kommen. Mit Hilfe eines Übersichtröntgenbildes kann der Zahnarzt einschätzen, ob die Weisheitszähne durchbrechen, und welche Veränderungen hervorgerufen werden können.

In folgenden Fällen rät der Zahnarzt in der Regel dazu, die Weisheitszähne zu entfernen:

  • Bei Schlupfwinkelinfektionen am Weisheitszahn.
  • Bei Karies oder Wurzelentzündungen am Weisheitszahn.
  • Bei Zysten in der Umgebung des Weisheitszahns.
  • Wenn der Weisheitszahn das Zahnbett des Nachbarzahns gefährdet.
  • Wenn Weisheitszähne das Zusammenbeißen der Zähne stören.
  • Wenn Weisheitszähne wesentlich die Korrektur von Kieferfehlstellungen erschweren.

Weisheitszähne – wie läuft die OP ab?

Vor dem Eingriff gibt der Zahnarzt eine örtliche Betäubung. Das heißt, Patienten sind bei vollem Bewusstsein, haben aber kein Schmerzempfinden. Ist der Weisheitszahn durchgebrochen oder hat er gerade Wurzeln, entfernt der Zahnarzt ihn mit einer Spezialzange und Zahnhebel.

Befindet sich der Weisheitszahn noch tief im Kiefer oder hat er Wurzeln, die miteinander verwachsen oder hakenförmig gebogen sind, entfernt der Zahnarzt den Weisheitszahn mit einer Operation. Dies ist häufiger bei Weisheitszähnen im Unterkiefer der Fall.

Ist die Eingriffstelle ausreichend betäubt, klappt der Zahnarzt die Schleimhaut über dem Zahn weg. Der Kieferknochen ist nun sichtbar. Der Zahnarzt kann den Weisheitszahn nun freilegen und entfernen. Anschließend säubert er die Wunde und vernäht die Schleimhaut. Das Entfernen der Fäden steht sieben bis zehn Tage nach dem Eingriff bei einem Kontrolltermin an.

Zahnarzt nach der Operation

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Die OP verläuft unter örtlicher Betäubung.

Weisheitszähne in wie vielen Terminen entfernen?

Je nachdem, wie viele Weisheitszähne gezogen werden müssen und wie hoch die Komplikationsmöglichkeiten sind, empfiehlt der Zahnarzt die Entfernung der Weisheitszähne an einem oder an mehreren Terminen.

Weisheitszähne OP: Welche Narkose?

Selten werden auch Vollnarkosen zur operativen Entfernung der Weisheitszähne eingesetzt. Eine Vollnarkose ist für Patienten immer mit einem deutlich höheren medizinischen Risiko verbunden. Sie sollte nicht als Wunschbehandlung eingesetzt werden, sondern nur bei hohem Schwierigkeitsgrad der Entfernung. In jedem Fall müssen Patienten gründlich aufgeklärt und auch nach dem Eingriff überwacht werden.

Was tun nach der OP?

  • Eine vertraute Person begleitet Sie nach Hause.
  • Bei Schmerzen Paracetamol oder Ibuprofen (kein Aspirin, da dieses blutverdünnend wirkt und Nachblutungen auslösen kann). Bei Antibiotika Anwendungshinweise beachten.
  • Direkt nach der OP kühlen. Kühlpad mit Leintuch umwickeln, da es direkt auf der Haut zu kalt ist. Immer wieder Kühlpausen einlegen.
  • Zu Hause: Gönnen Sie sich Ruhe und kühlen Sie im Sitzen. Das beugt Nachblutungen vor.
  • Rauchen ist tabu, um die Wundheilung nicht zu gefährden.
  • Auf Alkohol, Koffein, heiße Getränke, Milch- und Milchprodukte verzichten. Weiches erleichtert das Essen.
  • Beißen Sie bei Nachblutungen auf Tupfer, Stoff- oder Papiertaschentuch.
  • Suchen Sie bei Komplikationen Zahnarzt oder zahnärztlichen Notdienst auf.

Weisheitszähne – wann im Kiefer belassen?

Wenn Weisheitszähne durchbrechen und sich komplikationslos in die vorhandene Zahn- und Kieferstruktur einreihen, oder wenn sie tief im Knochen verlagert sind und keine krankhaften Veränderungen in der Umgebung zu sehen sind, können sie belassen werden.

Wissenswertes

Nicht alle Weisheitszähne sehen gleich aus. Zudem weist ihre Form manchmal deutliche Unterschiede zu den anderen Backenzähnen auf. So gibt es Weisheitszähne mit drei oder mit fünf Höckern. Auch die Anzahl der Wurzeln kann unterschiedlich sein. Oftmals sind die Wurzeln miteinander verwachsen oder hakenförmig gebogen. Das kann ihre mögliche Entfernung erschweren.