Wenn die Schulzeit sich dem Ende zuneigt und die Berufswahl ansteht, fühlen sich viele junge Menschen vom Angebot der verschiedenen Berufsmöglichkeiten überfordert. Wer sich gar nicht entscheiden kann, für den ist ein Beratungsgespräch oder ein Coaching das Richtige. Es gibt aber auch viele Tests im Internet, mit deren Hilfe man ausloten kann, was einen interessiert und für welche Berufe man geeignet ist.

Die Einstieg Beruf ist eine Ausbildungsmesse in Karlsruhe

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Die Schule ist bald vorbei - was nun? Ausbildungsberufe gibt es viele, man muss nur den richtigen finden.

Die richtige Branche finden

Grundsätzlich stellt sich die Frage, in welchem Bereich man tätig sein möchte und was man dort eigentlich tut.

Verschiedene weibliche Pflegekräfte bzw. Gesundheitsberufe

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In vielen Pflege- und Gesundheitsberufen herrscht Fachkräftemangel und die Aussichten sind sehr gut.

Unzählige Ausbildungsmöglichkeiten

In kaufmännischen Berufen ist man fast nur im Büro, doch die Aufgaben dort sind je nach Beruf extrem vielseitig. Kaufmännische Berufe bieten ein breites Spektrum interessanter Tätigkeiten. Im Büromanagement organisiert man den Betrieb mit und arbeitet anderen zu, als Automobilkaufmann zwar auch, aber man verkauft Autos an Kunden, als Kauffrau für Marketingkommunikation kann man auch mal kreativ sein...

Kreativ sein - das möchten viele. Im Büro am Schreibtisch kann man dies als im Betrieb oder auch beim Kunden zu Hause, wie z.B. als Maler- und Lackierer – aber nicht nur, denn in vielem Berufen wie eben im Maler- und Lackierer-Handwerk gibt es sogar verschiedene Fachrichtungen, für die man sich entscheiden kann. Als Kosmetikerin ist man nah am Kunden, ebenso als Friseur. Mache Berufe erlernt man direkt einer durchschnittlich drei Jahre dauernden Ausbildung, andere wie Buchhalter bauen auf einer Ausbildung auf und sind nur über Weiterbildungen erlernbar.

Wer etwas für andere Menschen tun und sich aktiv um sie kümmern möchte, ist in einem Pflegeberuf gut aufgehoben: sei es als Pflegefachmann oder als Hebamme, im Heim, im Krankenhaus oder zu Hause – hier sollte man sich bewusst sein, dass man im Schichtdienst arbeiten muss und rund um die Uhr für die Patienten da sein muss. In diversen Praxen, die nur tagsüber geöffnet sind, gibt es Fachangestelle verschiedener Richtungen, wie z.B.  beim Zahnarzt die ZFA. Auch in der Erziehung sind einfühlsame Mitarbeiter gefragt, die gut mit Menschen umgehen können, besonders natürlich mit Kindern.

Handwerks und gewerblich-technische Berufe gibt es sehr viele in allen verschiedenen Fachrichtungen. Hier ist für technisch versierte sicherlich etwas dabei, von der Elektronikerin bis zum Kraftfahrzeugmechatroniker, von der Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin bis zum Parkettleger. Für naturwissenschaftlich versierte gibt es im Labor viele interessante Tätigkeiten, wie z.B. als Biologielaborantin.

Für andere sorgen, alles organisieren, Metall, Holz, Stein und mehr herstellen, verarbeiten oder auch alle möglichen Waren vertreiben und verkaufen – übrigens ist der Einzelhandelskaufmann immer noch einer der beliebtesten Berufe! – im Rahmen dieses Artikels ist es unmöglich, alle Berufe und Berufszweige aufzuzählen.

Fakt ist: für jeden gibt es einen passenden Beruf!

Fragen zur Berufswahl

Wo liegen meine Stärken, Neigungen und Talente?

Was tue ich besonders gerne und könnte mir vorstellen, dies für viele Jahre jeden Tag zu tun?

Welche Voraussetzungen – schulisch, fachlich und von der Persönlichkeitsstruktur her – erfordert mein Wunschberuf? Erfülle ich sie bzw. bin ich ihnen gewachsen?

Welche Möglichkeiten gibt es in meinem Wohnort oder in der Nähe?

Erreichbarkeit der Ausbildungsstelle beachten

Es ist heute längst nicht mehr so, dass man direkt mit 18 von Zuhause auszieht oder bei Beginn der Ausbildung komplett für sich selbst sorgt. Die Ausbildungsvergütungen sind zwar gestiegen, doch um die Lebenshaltungskosten zu decken, reicht dieses Gehalt nicht aus. Das ist glücklicherweise auch den meisten Eltern klar. In die Entscheidung fließt also häufig auch die Wohnortnähe mit ein, denn macht man eine Ausbildung in einer anderen Stadt und benötigt eine Wohnung, ist ein Zweitjob oder die Unterstützung der Eltern notwendig – nicht selten sogar beides. Gerade wenn man keinen Führerschein oder kein eigenes Auto hat, sollte man sich für einen wohnortnahen Ausbildungsplatz entscheiden, der gut mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen ist.

Falsch gewählt? Keine Panik!

Vor Fehlentscheidungen braucht man keine Angst zu haben. Getreu dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ sollten Jugendliche den Sprung in die Ausbildung wagen und nicht bei den ersten Konflikten oder Hindernissen gleich aufgeben. Sollte sich die Berufswahl dann doch als falsch herausstellen, weil man erkennt, dass man nicht für einen Beruf geeignet ist, kann man immer noch umschwenken. Auch der Wechsel des Betriebs im selben Ausbildungsberuf ist kein Beinbruch. Es muss schließlich auch menschlich passen. Wichtig ist, zu erkennen, wann es wirklich partout nicht passt und wann es ein Konflikt ist, der durch Gespräche und guten Willen von beiden Seiten gelöst werden kann.

Das gilt auch für den Abbruch eines Studiums. Viele sehr erfolgreiche Menschen haben einmal ein Studium vorzeitig ohne Abschluss beendet und in einem Ausbildungsberuf ihre Karriere begonnen. Beispielsweise lohnt sich die Ausbildung in einem Handwerksberuf auch für Abiturienten und es stehen ihnen viele Karrierewege offen. Für viele ist der Praxisbezug entscheidend, denn die meisten Studienfächer sind sehr theoretisch aufgebaut. Die duale Ausbildung in Deutschland hat ein sehr hohes Niveau und bietet die perfekte  Mischung aus Praxis und Theorie.

Moderne Lebensläufe sind antichronologisch und im Corporate Design

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Auch wenn der Lebenslauf eines Schulabgängers vielleicht nur wenige Punkte enhält, sollte er ansprechend gestaltet und gut aufgebaut sein.

Richtig bewerben ist wichtig

Zwar ist den Betrieben klar, dass sie es mit Schulabgängern zu tun haben, die über keine oder sehr wenig Berufserfahrung, beispielsweise aus Ferienjobs, verfügen. Dennoch ist professionelles Auftreten ein Muss. Die Kleidung muss angemessen sein, ebenso das Verhalten und die Höflichkeit. Vor Absenden der Bewerbungsunterlagen sollte man sie unbedingt noch einmal gegenlesen lassen. Falsche Angaben sind tabu und stellen sogar eine Straftat darf. Wer sich absolut nicht sicher ist, kann ein Bewerbungscoaching in Anspruch nehmen.

Viele Infos rund um Bewerbung, Anschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch & Co. finden Sie auf unseren Ratgeberseiten zum Thema Bewerbung.